08.05.2011 | Berliner Morgenpost | Tacheles versucht es nochmal mit Kunst und Kultur

May 8th, 2011  |  Published in Pressarchive

Rund 500 Menschen haben am Samstag für den Erhalt des Kunsthauses Tacheles demonstriert. Es sollte Klaus Wowereit eine Unterschriftenliste übergeben werden, doch der kam der Einladung der Demonstranten nicht nach.

Mehrere hundert Menschen haben am Samstag für den Erhalt des Kunsthauses Tacheles in Berlin-Mitte demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 500 Teilnehmern. Dies seien mehr als bei der ersten Demonstration am 16. April sagte eine Sprecherin des Tacheles Vereins. Die Aktion mit Künstlerperformances, Theateraufführungen und Musik auf der Oranienburger Straße sollte bis zum späten Abend dauern. Unter anderen trat der Loveparade-Gründer Dr. Motte auf.

Das 1990 besetzte Kunsthaus sowie weitere Grundstücke an der Oranienburger Straße sollen zwangsversteigert werden. Ursprünglich war die Versteigerung bereits für den 4. April angesetzt. Der Termin wurde aber kurzfristig abgesagt. Als Grund führte der Gläubiger, die HSH Nordbank, an, dass die Verhandlungen mit diversen Interessenten nicht rechtzeitig zum Abschluss hätten gebracht werden können. Ein neuer Termin steht bislang nicht fest.

Einen Tag nach der abgesagten Versteigerung verließ ein Teil der Nutzer gegen Zahlung von einer Million Euro das Gebäude. Von wem das Geld stammt, ist unbekannt. Kurz darauf wurde der Durchgang zur Freifläche hinter der denkmalgeschützten Kaufhausruine zugemauert.

Die Demonstranten verlangten am Samstag, dass die Mauer eingerissen und die eingestellte Wasserversorgung für das Gebäude wieder hergestellt wird. Auch forderten sie Berlins Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) auf, zum Tacheles zu kommen und sich „um die Belange der Stadt zu kümmern“.

Wowereit habe die Einladung aber angelehnt, sagte die Sprecherin. Die Künstler wollten ihm 110.000 Unterschriften für den Erhalt des Tacheles überreichen, die sie nach eigenen Angaben in den vergangenen 18 Monaten gesammelt haben. Der Verein hatte auch die Spitzenkandidatin der Grünen für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Renate Künast, eingeladen. ddp/toto

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