13.04.2011 | hauptstadtstudio | Mauerbau am Tacheles sorgt für Empörung bei Berlinern

April 13th, 2011  |  Published in Pressarchive  |  4 Comments

Es klingt wie blanker Hohn. Binnen weniger Stunden haben Bauarbeiter am gestrigen 12. April eine Mauer errichtet, welche die geräumte Hälfte des Kunsthauses Tacheles nun von der immer noch besetzten abgrenzt. Eine Trennung in Ost und West mitten in Berlin-Mitte.

“Soll das die Lösung sein?” steht auf einem der kurzfristig erstellten Transparente, welche aktuell die Oranienburger Straße säumen. Die Frage ist berechtigt.

Während das Schicksal des beliebten und über die Landesgrenzen hinaus bekannten Kunsthauses Tacheles immer noch in der Luft hängt, wurde am gestrigen 12. April damit begonnen, eine Mauer zu errichten, welche Künstler wie Besucher an einer Begehung des Grundstückes hinter dem eigentlichen Kunsthaus hindern soll.

Die Mauer muss weg!

Martin Reiter, Wortführer der im Kunsthaus verbliebenen Künstler, berichtete, von Seiten des Insolvenzverwalters sei noch vor kurzem mitgeteilt worden, an einen Mauerbau sei nicht zu denken. Ob das stimmt oder ob es sich hierbei nur um eine polarisierende Anlehnung an die historische Aussage Walter Ulbrichts kurz vor dem Bau der Berliner Mauer im Jahre 1961 handelt, ist derweil nicht bekannt.

Am 5. April jedenfalls wurde die Hälfte des Grundstücks mit Zapata, Strandbar, Biotop und Kino von Seiten des ehemaligen Mitstreiters Reiters, Ludwig Eben, gegen Erhalt einer Auszugsgeldes in Höhe von einer Million EUR aufgegeben. Unmittelbar nachdem die Räumlichkeiten übergeben und das Grundstück geräumt war, grenzten Handwerker die umkämpften Grundstücke mittels Bauzäunen voneinander ab (wir berichteten).

“Die Mauer muss weg!” – so Martin Reiter. Mit dieser Forderung steht er wahrlich nicht allein da. Bereits kurz nachdem der Mauerbau am Tacheles bekannt wurde, entzürnten sich etliche Menschen vor allem im Netz über die Abgrenzung des Areals durch eine Mauer. Eine Trennung in Ost und West – mitten in Berlin-Mitte. Der Widerstand ist vorprogrammiert.

Bernard Bruck

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Responses

  1. De Toys says:

    April 14th, 2011at 11:08(#)

    seit wann täuscht der reiter eigentlich vor, “wortführer” der künstler zu sein? also, wenn ich wowi wäre, würde ich den zwangsverwalter beauftragen, die mauer als reitstall zu bauen, um den unschädlich zu machen, der das visionäre moment seit jahrzehnten verhindert. seltsam, wie machthaber es immer noch schaffen, gegenüber dem ausland so zu tun, als wäre ihr volk dankbar und glücklich, wahnsinn – waaaaahnsinn!!!! ein seelischer abgrund, der NIRGENDS von den medien ins wahre licht gerückt wird – DAS ist der eigentiche skandal ums tacheles, und ALLE ALLE ALLE wissen es und kuschen wie damals… wahrscheinlich wegen den waffendeals?

  2. bärlina says:

    April 14th, 2011at 13:31(#)

    martin reiter muss kunsthausl bleiben!

  3. De Toys says:

    April 15th, 2011at 10:34(#)

    P.S. bloß um keine wahrheit zu verschweigen, wo die lügen überhand nehmen: schon im jahre 2000 gab es künstler wie Tim Roelofs & Resa Mashoodi, die betont haben, daß sie NICHT POLITISCH UND NICHT PARTEIISCH sind, und sich deshalb mit JEDEM vorstandszustand bereit sind zu arrangieren – weshalb sie vom wort-FÜHRER natürlich begnadet wurden und ich glaube, bis heute sogar da “wohnen” (seit wann wohnt man da???), jedenfall is Tim ein feiner kerl (mashoodi bräuchte längere schlafpausen gegen seine hysterie, nur so ein medizinischer tip am rande!) und macht wunderbare collagen (die in sich als kunst schon politisch sind!), aber unter biereinfluss ist man eben leicht freund mit dem feind. wer wie ein messias aussieht, muß wohl führer der schäfchen werden… man lese “DIE REDE AN DEN KLEINEN MANN” von Wilhelm Reich, dann wird man gegen das gruselige gänsehaut bei all den pappnasen ein wenig dickhäutiger, aber das herz blutet trotzdem, wenn die seele eigentlich weich ist – zu weich und verträumt für eine roboterwelt… SURROGATES ÜBERALL!!! SCHAUT EUCH UM!!! es ist schwindelerregend… bingo, jetzt geb ich ruhe :-)

  4. Africa says:

    April 16th, 2011at 11:29(#)

    Ja, Wahnsinn. Freie Kunst geht anders. Tom, vielen Dank für deine Infos. Kannst sie gerne auf Tacheles.info posten (als User registieren, dann gibts ein Passwort). — Das gleiche gilt natürlich auch für die Künstler, die die vergangenen 12 Jahre geschwiegen haben.

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