16.04.2011 | dapd | Wowereit für Entwicklung des Tacheles-Areals

April 16th, 2011  |  Published in Pressarchive

Berlin (dapd). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich für eine Entwicklung des Areals hinter dem Kunsthaus Tacheles ausgesprochen. “Man kann nicht über jede Brache, die durch Teilung und Weltkrieg entstand, eine Käseglocke legen. Das ist keine sinnvolle Stadtentwicklung”, sagte Wowereit dem “Tagesspiegel” (Samstagausgabe). So sei es nicht erstrebenswert, eine Ruinensituation über Jahrzehnte aufrechtzuerhalten.

Wowereit fügte hinzu: “Es gibt andere Flächen, wo etwas Neues entstehen kann, was dann nach 10, 20 Jahren vielleicht auch wieder verschwindet.” Berlin brauche Freiräume für Kultur, auch in der Stadtmitte. Aber es lasse sich nicht alles, was in der Wendezeit interessant gewesen sei, konservieren. “Das Tacheles, so wie wir es einst ins Herz geschlossen haben, gibt es längst nicht mehr.” Im Bebauungsplan sei aber festgehalten, dass sich dort Kultur wiederfinden soll, “wohl wissend, dass das ein weiter Begriff ist.”

Das Kunsthaus Tacheles steht zur Zwangsversteigerung. Ein Teil der Nutzer hat die 1990 besetzt Kaufhausruine bereits geräumt.

Zur Kritik an der Stadtplanung des Senats sagte der Regierende Bürgermeister, Berlin könne auf gelungene Architektur verweisen, “aber es gibt Beispiele, wo ich mir mehr Mut gewünscht hätte”. Leider sei in Berlin, anders als in anderen Städten, auch das private Geld für mutige Projekte “nicht so üppig vorhanden”.

Der SPD-Politiker gab auch zu bedenken, dass vieles, was heute kritisiert werde, noch aus der Zeit des damaligen Senatsbaudirektors Hans Stimmann stamme. Nicht alles habe dessen Nachfolgerin Regula Lüscher zu verantworten wie beispielsweise die “vermurkste Situation” rund um den Berliner Hauptbahnhof.

dapd

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