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Einladung zur MVV am 5.12.1999

MVV Protokoll 5.12.1999

Diskussionsvorlage zur MVV am 5.12.99. Einführung einer Geschäftsführung.

Satzungsänderung Mitgliederaufnahme

e.V. Infopost 1

In seiner »Infopost 1« vom 7.08.2001 äußert sich Tacheles e.V. Vorstand Martin Reiter zufrieden über die fast abgeschlossenen Bauarbeiten des Tacheles-Käufers Fundus. Bei der Bezirksverordnetenversammlung habe zudem Vorstandsmitglied Henning Gruber gegen Fundus den Erfolg erzielt, dass kein Knie-Anbau ans Tacheles stattfindet und die Höhen der neu entstehenden umliegenden Gebäude herabgesetzt werden. Zugleich fordert er wegen dem »Mist in da House« ein »Müllkonzept« für Kino, Café, Verein und Werkstätten. Gegen die Veranstalter der Loveparade kündigt er eine gemeinsame Klage von Verein und Zapata an, denn »sie zahlen ihre Rechnung nicht«.

Im abschließenden Absatz »by the way« äußert sich Martin Reiter zu Rauswurf und Kündigung des Künstlers SP und Anhang, »weil er noch immer Schulden beim Verein hat sowie aus inhaltlichen Gründen«. Zur inhaltlichen Begründung heißt es: »Kunst darf nicht Umweltverschmutzung sein in dem Sinne, dass sie sich den Menschen penetrant aufdrängt und zur allgemeinen Verdummung noch beiträgt (…) Die Werbung der Konzerne ist schon penetrant genug«. Außerdem vertrete der Verein ein »Konzept der Fluktuation in den Ateliers«, um vielen Künstlern die Arbeit im Tacheles zu ermöglichen. »Und da läuft dann auch mal der Ateliervertrag oder der Nutzungsvertrag aus, um für andere Raum zu machen«. SP seinerseits findet mit seinen »Blühenden Landschaften« eine neue Heimat im S-Bahn-Container von Herrn Müller-Steinbacher von Fundus auf dem Tacheles Areal. Reiter wirft Fundus die Instrumentalierung von Ex-Tacheles-Künstlern vor und hält dem Künstler Opportunismus durch Überlaufen zu Fundus vor.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

e.V. Infopost 2

In seiner »Infopost 2« vom 18.08.2001 fasst »Nervoes«, aka e.V. Vorstand Martin Reiter, die Ergebnisse der Montagssitzung vom 13.08.2001 zusammen. Teilnehmer: Lucy, Ludwig Eben, Katrin Maßmann, Henning Gruner, Annette Kienitz, Martin Reiter.

Erneut grenzt sich der Tacheles e.V. von dem Kunst-Container des Bauträgers Fundus ab, in dem rausgeworfene Ex-Tachelesen ausstellen: »Der Zaun zu den blühenden Landschaften wird geschlossen, da jetzt an diesem Eck gedealt wird. (…) Außerdem verunglimpfen die blühenden Landschaften das Haus (…) und biedern sich an Fundus an, sollen sie doch aber bitte ganz ohne uns«.

Die offizielle Eröffnung des fertig sanierten Tacheles wird auf den 6.10.2001 festgelegt.

Außerdem sei ein Müllkonzept in Arbeit.

Zum Treffen vom 7.08. zur Zukunft der Tacheles-Struktur fasst Reiter zusammen: »Die Gründung einer GmbH (wie von der MVV schon einige Male beschlossen) ist der nächste wichtige Schritt des Hauses. (…) Im Groben meint dies, dass der e.V. alle inhaltlichen und haustechnischen Belange entscheidet, aber die GmbH (die dem Verein gehört) die geschäftliche Seite abwickelt«. Teilnehmer des Treffens: Heinz, Jürgen Weih, Peter, Annette Kienitz, Katrin Maßmann, Resa Mashoodi, Eddi, Henning Gruner, Ludwig Eben und Martin Reiter.

Abschließend würdigt er »erfolge erfolge erfolge« der Ausstellung »Figurationen« im blauen Salon am 17.08.2001 mit rund 600 bis 700 Besuchern. Und: »Die “nur bar” in der Wabe der 5ten rundete den erfolgreichen Abend ab und bestätigte, dass es sich auszahlte, dem Investor mehr als vorgesehen an Baugeschehen und Investition abgerungen zu haben«.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

e.V. Infopost 3

In seiner »Infopost 3« vom 21.08.2001 fasst »nervoes wie immer« (aka e.V. Vorstand Martin Reiter) die Montagssitzung vom 20.08.2001 zusammen. Teilnehmer: Khaled Kenawi, Ludwig Eben, Lucy, Annette Kienitz, Katrin Maßmann, Luise, Martin Reiter, Anja.

Top 3: Beschlossen wird die Verkleinerung der Freifläche, »da die Dealer noch immer dreist und gewalttätig sind. Der Durchgang wird zugesperrt und die Dealer (die wir meistens ja schon kennen) an der Tür des Cafes abgewiesen«.

Top 4: Beklagt wird die geringe Teilnahme an den gemeinsamen Treffen. Zur Begründung führt Reiter die Beobachtung an, dass das das Interesse an Vereinssitzungen nachgelassen habe seit »niemand mehr ein Daueratelier bekommt«, da diese nur noch für begrenzte Zeit vergeben werden, und die Tachelesen während der intensiven Bauphase von Fundus auf »Tauchstation« gegangen seien. Es gäbe einen »Verdrängungsmechanisms bei den Mitgliedern, der da lautet “was schert mich das Tacheles, wenn ich nix davon habe” (im materiellen Sinne gemeint)«. Ludwig Eben schlägt daher vor, den Mitgliedsbeitrag zum Verein »drastisch zu erhöhen, um zu sehen, wer jetzt wirklich Tacheles sei oder nicht«.

Top 5: »Am 6.10.2001 ist die Eröffnung des runderneuerten Tacheles ins Auge gefasst. (…) Am 5.10. vormittags gibts eine Pressekonferenz, bei der wir das Budget 2002 der Presse vorlegen wollen und die Politik in Zugzwang bringen, verbindliche Zusagen zu machen«.

In einer abschließenden »Informationssoap« fasst Reiter Probleme um die Metallwerkstatt und R-Volksbühne zusammen und beginnt mit dem Grundsätzlichen: Gemäß der »Klausur zu Broelin« habe der am 5.12.1999 gewählte Vorstand die Aufgabe, »die Verwaltungskosten drastisch zu senken, die Schulden des e.V. abzubauen und die Betriebskosten einzuheben«. Zugleich habe die Sanierung durch Tacheles-Käufer Fundus begonnen, die statt der »mündlich vereinbarten 17 Mio. DM« mit 6,5 Mio. DM »nicht kostendeckend« gewesen sei. »Der Bau ging los, uff«. [Wegbrechende Einnahmen waren offenbar die Folge. d. Red]. So sei bei einem »Bereichstreffen« von allen Anwesenden beschlossen wurden, dass Mieten, Pacht und Betriebskosten »ausnahmslos von allen Bereichen und AteliernutzerInnen bis zum 15. des Monats bezahlt werden müssen«. Ansonsten müsse der Vorstand »sofort« die »normalen« rechtlichen Schritte einleiten, »um die Betroffenen zu kündigen«. »Dies setzte die Geschäftsleitung und Vorstand bis heute durch, auch wenn es dadurch zu Konflikten kommt«. Es sei im neuen Tacheles »für die Altschuldner kein Platz mehr«, »da sie vom Prozess Tacheles ohne Gegenleistung zehren und allen anderen damit schaden«.

»Dies betraf und betrifft im besonderen die Metallwerkstatt«, aber es sei nach vielem hin und her möglich gewesen, Miet- und Betriebskostenzahlungen seitens Werkstatt-Chef Hüseyin Arda durchzusetzen. Eine Vereinbarung zwischen Werkstatt und e.V. zur Tilgung von Altschulden in Höhe von 20000 DM werde von Arda und seinem Kollegen Kenan hingegen nicht eingehalten, außerdem hätte der frühere Vorstand Arda bereits Schulden in unbekannter Höhe, die Rede ist von etlichen 10000 DM, erlassen. Die Werkstatt hätte »900 DM abgearbeitet und nach Kündigung der Vereinbarung und rechtlichen Schritten durch Jürgen [Weih] noch einmal 5160 DM bezahlt.« Daher werde der Verein der Werkstatt kündigen, »da sie dem e.V. schadet und in der Vergangenheit genug Geld und Ressourcen damit verschwendet wurden«.

[Die Verrechtlichung von Konflikten im Tacheles nimmt als ein von Spar-Zwängen erzeugter Quasi-Automatismus ihren Lauf. Durch fehlende Mietdisziplin entstehender »Schaden« für das ehemals besetzte Haus wird vor Gericht geltend gemacht. Der Verein als eine von den Besetzern gegründete Interessensvertretung wendet sich gegen die Besetzer selbst. - d. Red].

Bei der »R-Volksbühne«, einer Theater- und Performancebühne auf der Freifläche hinter dem Tacheles, hat der Tacheles e.V. 1999 eine Verlängerung des Pachtvertrags der Spielstätte mit dem Tacheles-Käufer Fundus bis September 2000 erreicht. Vorzuwerfen sei Bühnenchef Mex Schlüpfer, dass er 2000 »trotz aktiver Hilfe« aus dem Vereinsumfeld sein angekündigtes Förderkonzept für den Senat nicht abgegeben habe. »Die Mittel wurden für andere Projekte verwandt«. Die Bühne habe schließlich im Frühjahr 2001 auf Drängen von Fundus abgebaut werden müssen. »Dabei fielen 3 Container (à 600 DM) Müll an und viele Arbeitsstunden«.

Für ein weiteres Projekt Schlüpfers 2001 habe der Verein 5000 DM bewilligt, aber 1800 DM für die Müllentsorgung abziehen wollen. Der Regisseur sprang als Folge ab, und das Projekt platzte.

Abschließend hält Reiter fest, dass der Vorstand wegen der Anforderung einer »schmalen ver(zer)waltung«, keine Kräfte und Kapizitäten frei habe, um den Künstlern Projekte und Kalkulationen zu formulieren.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.


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