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e.V. Infopost 4

In einem »Infobrief 4« vom 30.08.2001 fasst e.V. Vorstand Martin Reiter kurz die Montagssitzung vom 27.08.2001 zusammen: Die für den 6.10. geplante Tacheles-Neu-Eröffnung muss verschoben werden, weil Tacheles-Käufer Fundus die Sanierung nicht rechtzeitig fertigstellen kann.

Anschließend bezieht Reiter zu Erfolgen des Vereins Stellung. So sei es dem e.V. u.a. gelungen, die »Investitionskosten von Fundus von 6,5 Mio. DM auf ca. 9 Mio. DM hinaufzuschrauben«. Außerdem wurde ein Sponsoringvertrag mit »einer Bierfirma (Binding)« in Höhe von 260.000 DM abgeschlossen, »um die notwendigen Investitionen im Kino und Hause ausführen zu können«. Zusätzlich habe ab 10.000 DM von der Getränkelieferfirma, 12.000 für Gerüstwerbung am Tacheles und 20.000 DM von Binding zum Bau einer Tresenanlage in Theater und Galerie gegeben, die zwar vom Café gebaut worden sei, aber dieses sei bereits bezahlt worden. Der Tacheles e.V. habe von den erhaltenen Mitteln u.a. Schulden und Müllentsorgung bezahlt, Böden gelegt, Altanlagen Elektro-/Strom abgebaut und das Programmheft teilfinanziert. »Zu danken ist in diesem Zusammenhang Ludwig [Eben], der sich um den Binding-Deal kümmerte«

Noch nicht angekommen seien 500.000 DM »vom Bundeskanzleramt für Investitionen«. Die angedachte Verwendung der Mittel, u.a. zum Aufbau einer Internetinfrastruktur mit »Public Access Terminals« im ganzen Haus, liegt zur Einsichtnahme im Büro aus.

»Tacheles kann nicht scheiße sein, weils nur ein Wort, bzw. ein Kunsthaus ist. Scheisse können bestenfalls die Prozesse in diesem sein und an denen sind immer die Menschen beteiligt. In diesem Sinne — Es lebe die Kunst — Martin«

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

e.V. Infopost 5

In seiner »Infopost 5« vom 5.09.2001 erläutert Tacheles e.V. Vorstand Martin Reiter, »dass das Tacheles soviel Einnahme wie möglich aus der Ruine rausziehen will, da dies ja dem Tachelesmodell entspricht, dass “die kommerziellen Bereiche (also Vermietung und dergleichen) die defizitären Bereiche querfinanzieren” sollen«. Im Erdgeschoss muss der Verein daher 30 DM Miete verlangen, für die anderen Flächen 20 DM exklusive Betriebskosten. Außerdem stimmt er zu, Mathew De Rose als einem »Journalist und Freund des Prozesses Tacheles« einen Raum im Haus zu geben.  Weiterhin gibt es durch den Hausumbau finanzielle Engpässe – viele Atelierräume stehen leer, denn die Bauabnahme ist noch nicht in Sicht.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

e.V. Infopost 6

In seiner »Infopost 6« vom 19.09.2001 wehrt sich Tacheles e.V. Vorstand Martin Reiter gegen Argumente, Projektförderungen willkürlich zu beantragen und weist erneut darauf hin, dass sich der Verein aufgrund beschlossener Verschlankung nicht um Formulierung und Kalkulation kümmern könne, aber beim Verein eingereichte Konzepte nach einer Prüfung zum Förderträger (dem Berliner Kultursenat) weiterreiche. Von beantragten Mitteln werde lediglich eine »Verwaltungspauschale« und »Programmheftumlage «abgezogen. Außerdem seien Projektmittel Mittel, »die dem Kunsthaus Tacheles zur Verfügung gestellt werden, nicht den Vereinsmitgliedern«. Aus der Mitgliedschaft im Verein lasse sich keinerlei Anspruch auf Projektmittel ableiten. Erhaltene Mittel einfach unter Mitgliedern zu verteilen würden zum Vorwurf der »Selbstbedienung« führen und aktive Gestaltung des Tacheles verhindern.  Aufgabe des Vereins sei die gezielte Förderung von Projekten, die nach »Außen« eingesetzt werden können und »internationale Zusammenarbeit« generieren und »neue Publikumsschichten« ins Haus bringen.

2000 hat Verein laut Infopost über 300.049,85 DM Projektmittel vom Kultursenat verfügt.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

e.V. Infopost 7

In seiner »Infopost 7« vom 22.10.2010 fasst e.V. Vorstand Martin Reiter das Plenum vom 15.10.2001 zusammen. Anwesend Ludwig Eben, Katrin Maßmann, Jürgen, Bastian, Martin Reiter.

Bei diesem Treffen wird u.a. die Einstellung von Nachtwächtern und »Kameraüberwachung der neuralgischen Punkte« beschlossen. Beschlossen wird zugleich, dass die Zapata-Betreiber wieder als Mitglieder in den Verein aufgenommen werden – als Teil einer Kompromisslösung, hatten diese ihre Mitgliedschaft ruhen lassen. Gleichzeitig verlangt jedoch der Vorstand, dass Pächter und Gesellschafter des Vereins kein Amt im Verein übernehmen dürfen und will bei der nächsten Mitgliedervollversammlung die Satzung in diesem Sinn ändern. So soll die »Verpflechtung« von Wirtschaftsbetrieben (wie dem Café Zapata) und dem Verein verhindert werden. [Sprich: Nettozahler an den Verein sollen aus der Repräsentation verdrängt werden - d. Red.].

Außerdem äußert Reiter Überlegungen, ob die feindselige Haltung gegenüber dem Investor Fundus »zielführend« sei: »de facto haben wir den Vertrag und den Bau erst durchgesetzt, als wir uns als e.V. konstruktiv mit der Materie auseinandergesetzt haben«.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

Tätigkeitsbericht Martin Reiter

Tacheles e.V.-Vorstand Martin Reiter verteidigt in einer »Richtigstellung« gegenüber den Vereinsmitglieder vom 21.11.2001 seine Arbeit im Tacheles: Die von ihm organisierte Ausstellung »Maschinen sind auch nur Menschen« u.a. mit Ludwig Eben und Joanna Anastassiou-Brix, hat zu 1000 DM Einnahmen und Beschleunigung der Bauarbeiten durch Fundus im Haus geführt. Auch die neue Offen-Bar, in der Videos von ihm laufen, hat 2000 Mark Einnahmen gebracht. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, das Tacheles sei nur »das Dach vom Cafe« und kündigt an, »freie Kapizitäten mit Leben zu erfüllen«. Zugleich betont er, er habe zwei Jahre lang alles getan, was in seiner Macht stand, um dem Café Zapata »alles zu ermöglichen«. »Keiner der momentanen Vorstände hat meines Wissens etwas gegen das Café«. Es rumort bereits kräftig zwischen Vereinschef Reiter und den Vereinsmitgliedern um Zapata-Chef Ludwig Eben. In den kommenden Jahren kommt es zu zunehmenden Konflikten und Gerichtsprozessen zwischen Tacheles e.V. und Mietern im Haus.

Das Originaldokument ist in der Redaktion einzusehen. Auf Wunsch von Martin Reiter sind die Scans online nicht zugänglich.

25.11.2001. Misstrauenantrag gegen den Vorstand des e.V.

7.12.2001. Anschreiben zur Tacheles-Reform


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