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Deutschland verschenkt sich: Tacheles-Kaufvertrag endlich öffentlich

Rechtzeitig zum 21. Jahrestag des Kunsthaus Tacheles am 13. Februar 2011 ist der Tacheles-Kaufvertrag von 1998 endlich öffentlich. Jetzt steht fest: Die Bundesrepublik kann und muss ihr damaliges Geschäft mit der Fundus GmbH rückgängig machen, da der Käufer durch jahrelange Untätigkeit die Frist für die Realisierung des Bauvorhabens überschritten hat. Die Rückabwicklung würde für Bund und Steuerzahler durch den gestiegenen Marktwert des Grundstücks und eine beträchtliche Vertragsstrafe für Fundus einen Gewinn von mindestens 25 Mio. € bedeuten und den akut von Zwangsversteigerung und Zwangsräumung bedrohten Kunstraum im Zentrum Berlins dauerhaft erhalten helfen. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität beim damaligen Verkauf.

In einer Recherche für die Gruppe Tacheles verweist die Anwaltskanzlei SKW Schwarz auf die im Kaufvertrag geregelte Realisierungfrist für das Bauvorhaben von Fundus bis zum 31.12.2005. Da niemals gebaut wurde, drängt sich der gesetzliche Rücktritt des Bundes vom Kaufvertrag und die Rückabwicklung auf. Das Grundstück fiele dann an den Bund zurück.

Bisherige Erkenntnisse hatten bereits nahegelegt, dass der Investitionsvorrangbescheid (IVB) von 1995, der die rechtlichen Grundlage für den Verkauf schuf, rechtswidrig ist (siehe Infotext »Nichtigkeit des IVB«) und vom Bund für nichtig erklärt werden muss. Nun verfügt der Bund über eine zweite zwingende Option, den Kaufvertrag rückabzuwickeln und öffentlichen Kunstraum in Berlins Zentrum zu erhalten.

Für Bund und Steuerzahler wäre die Rückabwicklung nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich gewinnbringend. Der Kaufpreis (30,9 Mio. €) für das 23600qm große Gesamtareal müsste zwar vom Bund an den Käufer rückerstattet werden. Doch einerseits ist das Grundstück heute deutlich mehr wert: Rd. 35 Mio. € laut Bodenrichtwertgutachten von 2010 (ohne Immobilienwerte). Andererseits wird eine beträchtliche Vertragsstrafe für die Fundus Gruppe fällig. Im IVB sind zwanzig Prozent der geplanten Investitionssumme von 180 Mio. DM (92 Mio. €) festgelegt, die bei Rückabwicklung des Vertrags von der zurückzuerstattenden Kaufsumme abgezogen werden.

Zwar wurde die Investitionssumme seinerzeit für den Vertrag sträflich niedrig gerechnet (400 Mio. € hatte ein Fundus-Sprecher im Tagesspiegel angesetzt), aber immerhin geht es noch um 18,4 Mio. € Steuergelder, auf die die Bundesrepublik durch weitere Vernachlässigung ihres Mandats verzichtet.

Ebenso fällt die von Fundus zur Finanzierung des Kaufs seinerzeit aufgenommene Grundschuld nicht an den Bund zurück: »Es dürfte also nicht so sein, dass (…) die Bundesrepublik selbst auf einem mit Grundschulden belasteten Grundstück sitzen bleibt« schreiben die Rechtsanwälte von SKW Schwarz.

Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität beim damaligen Verkauf. Die Fundus GmbH hatte das Areal 1998 zu Traumkonditionen erworben. Der Investor ging ohne eigenes Geld in das Geschäft und ließ sich von öffentlichen Banken großzügig sponsern: 75,25 Mio. € Grundschuld hatte Fundus auf das Grundstück aufgenommen. Der Verbleib der Kreditmillionen ist unklar. Zieht man Tacheles-Sanierung (rd. 6,4 Mio. €) und Grundstücks-Kaufpreis von der Kreditsumme ab, bleiben immer noch 37,95 Mio. €. Diese Gelder wurden entweder nie gezogen oder sind anderweitig versickert.

Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass die Johannishof Projektentwicklung GmbH, die als Fundus-Subfirma den Kaufvertrag übernommen hat (Umfirmierung), insolvent ist. Denn das Areal wird jetzt von der Kanzlei Titz&Tötter im Auftrag der Gläubiger von Johannishof zwangsverwaltet und soll zwangsgeräumt werden. Eine Insolvenz angemeldet haben Johannishof oder Fundus jedoch bislang nicht. Insolvenzverschleppung ist freilich eine Straftat.

Zum Gläubigerkonsortium zählt nicht nur die HSH Nordbank als Hauptgläubiger, sondern auch die Bredero GmbH, ein weiteres Unternehmen des aus dutzenden von Firmen bestehenden Fundus-Imperiums. Diese ist mit 30 Mio. € im Grundbuch eingetragen. Einer der Geschäftsführer von Bredero ist pikanterweise der ehemalige Berliner Bausenator Wolfgang Nagel (SPD). Dieser hatte als Mitglied des schwarz-roten Berliner Senats, der das Grundstück seinerzeit vom Landes- ins Bundesvermögen übergab, maßgeblich am Tacheles-Verkauf mitgewirkt.

Angesichts dieser Gläubigerverhältnisse drängt sich der Verdacht auf, dass Kreditgelder zwischen Unternehmen der Fundus Gruppe verschoben wurden. Dieses Modell wurde von Fundus bereits bei anderen gescheiterten Bauprojekten angewandt: Bredero erhebt Forderungen an schwächelnde Unternehmen der Fundus-Gruppe, sichert sich verbleibende Millionen und kann als Mitglied des Gläubigerkonsortiums zudem weiter über die Zukunft des Projekts mitentscheiden. Gewinner ist somit immer Bundesverdienstkreuzträger Anno August Jadgfeld, der Pate der Fundus Gruppe. Verlierer ist der Steuerzahler. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Um einen weltweit bekannten Freistaat der Kunst im Zentrum Berlins zu erhalten und freien Kunstraum ohne Zäune und Security neu erfinden zu können, will die Gruppe Tacheles endlich Licht in die Berliner Schattenwirtschaft bringen und das Tacheles-Areal mieten oder kaufen. Angesichts 2011 anstehender Räumung des Tacheles ist die Voraussetzung schnelles, vernünftiges Handeln der Politik.

DER VERKAUF DES TACHELES MUSS RÜCKGÄNGIG GEMACHT WERDEN.

DAS IST UNSER HAUS. 21 JAHRE TACHELES PARTY 13.02.11 im Café Zapata

Alle Infos: http://www.kunsthaus-tacheles.de | http://www.tachelesinfo.de

Alle Dokumente zum Download: Hier klicken.

Tacheles Sale: A cut and dry case for the courts of law

Just in time for the 21st Tacheles anniversary the purchase contract for the property from 1998 has finally been made public by the Tacheles Group, an association of Tacheles artists and craftsmen. Now it is manifest, that the German government has the legal possibility to revert the agreement with the buyer, the Fundus GmbH, since the real estate company has infringed the contract by not realizing the construction works planned on the Tacheles area. Due to a substantial penalty for Fundus and an increased market value of the the 23600sqm property in Berlin´s center this would mean a profit of at least € 25 million. It would also help to make the Tacheles art space (around 1250sqm), which is acutely threatened by foreclosure and eviction, permanent. At the same time, there is increasing evidence of economic crime involved.

In a research paper for the Tacheles Group the law firm SKW Schwarz points out that the deadline for the realization of the construction project was December 31st, 2005. Since nothing was ever built, the rescission of the contract by the former owner, the Federal Republic of Germany, can and should be the legal conclusion. The property would then be returned to the federal government.

Previous findings by the law firm had already suggested that the priority investment notice (Investitionsvorrangsbescheid (IVB)) issued by the federal government in 1995, which created the legal basis for the sale of the property, is illegal and has to be declared invalid by the authorities. Now, the federal government has a second compelling option to unwind the contract and to preserve the public art space in Berlin’s center.

For the German government and taxpayers the rescission would not only mean a cultural gain but would also be economically profitable. Though the former purchase price (€ 30.9 million) would have to be refunded to the buyer, he would have to pay a substantial penalty of € 18.4 million. Additionally, the properties´ value has increased: At least € 35 million according to the (conservative) valuation of the governmental land value report from 2010 (not including the value of already existing buildings – around € 8 million).

At the same time, there is more and more evidence of economic crime involved in the former sale. Fundus GmbH had acquired the site in 1998 for dream conditions. The investor did not have to put any of his own money into the project and was generously sponsored by government owned banks: € 75.25 million mortgage fund have been taken on the property. No one knows where the money is now. Subtracting money used by Fundus for buying the property and money used for the rehabilitation of the Tacheles building (about € 6.4 million), there still remain € 37.95 million.

There are strong suspicions, that this money has been transferred between different companies of the Fundus real estate empire – to be able to keep the money while losing legal liability. These are the documented facts: 1. After The Fundus GmbH acquired the property in 1998, it was transferred to the sub-company Johannishof Projektentwicklung GmbH, which apparently is insolvent now. That´s why the property is now managed by the creditors, that want to evict the Tacheles. 2. Besides the main creditor, the HSH Nordbank, there is another company, the Bredero GmbH, that has indexed a claim of € 30 million in the register of real estate. This company is part of the Fundus empire, ironically turning the Fundus company into a creditor of itself.

This model has already been applied in other Fundus construction projects: Bredero raises claims on ailing companies in the Fundus group, secures remaining cash and continues to decide about the future of the project as a member of the consortium of creditors. The winner therefore always is Anno August Jagdfeld, the boss of the Fundus group and close friend of former chancellor Helmut Kohl. The loser is the taxpayer and the public. A cut and dry case for the courts of law.

To preserve a renowned free art platform in the center of Berlin and re-invent this unique space, the Tacheles group finally wants to shed light onto the German shadow economy and either rent or buy the Tacheles. Taking the pending evacuation of Tacheles 2011 into consideration, the pre-condition must be fast and reasonable political action by the federal government.

THE SALE OF TACHELES IN 1998 MUST BE UNDONE

All documents for download: http://www.kunsthaus-tacheles.de/tacheles_skandal.zip

Deutschland verschenkt sich

Mit viel Mühe ist es der Gruppe Tacheles gelungen, den Kaufvertrag des Tacheles-Areals zu erhalten und publik zu machen. Jetzt ist Gewissheit, dass der damalige Verkäufer, die Bundesrepublik Deutschland, den Kaufvertrag rückabwickeln könnte, weil der Käufer, die Fundus GmbH, die Realisierungsfrist zum 31.12.2005 für das geplante Bauvorhaben überschritten hat. Dabei würde eine erhebliche Vertragsstrafe in Höhe von 18,4 Mio. € fällig. Zugleich konnte ein sog. „Feststellungsbescheid“ der BIMA (Immobilienbehörde des Bundes) eingesehen und veröffentlicht werden. Daraus ergibt sich, dass die BIMA 2008 den Investor Fundus von jeder Haftung für das nicht durchgeführte Bauvorhaben befreit. Eine Begründung für den bizarren Schritt liefert der Bescheid nicht. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität. Die Gruppe Tacheles lässt juristisches Vorgehen prüfen.

Für Bund und Steuerzahler wäre die Rückabwicklung nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich gewinnbringend. Der Kaufpreis (30,9 Mio. €) für das 23600qm große Gesamtareal müsste zwar vom Bund an den Käufer rückerstattet werden. Doch einerseits ist das Grundstück heute deutlich mehr wert: Rd. 35 Mio. € laut Bodenrichtwertgutachten von 2010 (ohne Immobilienwerte). Andererseits würde die beträchtliche Vertragsstrafe für die Fundus Gruppe in Höhe von 18,4 Mio. € vom rückzuerstattenden Kaufpreis abgezogen. Durch den Feststellungsbescheid von 2008 verzichtet der Bund ohne Not auf diese Option. Ziel der Gruppe Tacheles ist die Rücknahme des rechtlich unhaltbaren Bescheids.

Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität im Zusammenhang mit dem damaligen Verkauf. Die Fundus GmbH hatte das Areal 1998 zu Traumkonditionen erworben. Der Investor ging ohne eigenes Geld in das Geschäft und ließ sich von öffentlichen Banken großzügig sponsern: 75,25 Mio. € Grundschuld hat Fundus auf das Grundstück aufgenommen. Der Verbleib der Kreditmillionen ist unklar. Zieht man Tacheles-Sanierung (rd. 6,4 Mio. €) und Grundstücks-Kaufpreis von der Kreditsumme ab, bleiben immer noch 37,95 Mio. €. Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Gelder bei Sub-Unternehmen der Fundus-Gruppe versickert sind.

Bekannte Fakten sind:

1. Die Fundus GmbH hat sich als Käufer des Tacheles-Areals von jeder Haftung für Verbindlichkeiten des Kaufvertrags durch Umschreibung auf die Subfirma Johannishof Projektentwicklung GmbH entledigt. Johannishof ist jetzt insolvent – freilich wird die Insolvenz offenbar verschleppt und ist bislang nicht offiziell gemeldet. Eine Straftat.

2. Parallel zum Einsetzen der jetzigen Zwangsverwaltung durch die Fundus-Gläubiger [federführend ist die HSH Nordbank] hat sich ein weiteres Fundus-Unternehmen, die Bredero GmbH, mit einem Claim von 30 Mio. € ins Grundbuch eintragen lassen. So tritt Fundus bei der jetzigen Zwangsverwaltung, Zwangsräumung und Zwangsversteigerung des Tacheles absurderweise sowohl als Gläubiger als auch als Schuldner auf. Ein Unding, möglicherweise mit strafrechtlichen Implikationen.

3. Ein ähnliches Modell wurde von Fundus bereits bei anderen gescheiterten Bauprojekten wie der Berliner Pyramide angewandt: Bredero erhebt Forderungen an schwächelnde Unternehmen der Fundus-Gruppe, möglicherweise, um sich verbleibende Millionen zu sichern, und kann als Mitglied des Gläubigerkonsortiums zudem weiter über die Zukunft des Projekts mitentscheiden. Gewinner ist somit immer Bundesverdienstkreuzträger Anno August Jadgfeld, der Pate der Fundus Gruppe. Verlierer ist der Steuerzahler. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Da das Tacheles ein gewollter Kollateralschaden im Zusammenspiel von Bund und Fundus bei der gezielten Haftungsliquidierung ist, wird die Gruppe Tacheles versuchen, die Zwangsversteigerung zu stoppen, damit geklärt werden kann, wer Eigentümer des Grundstückes ist. Unsere Absicht ist weiterhin Anmietung oder Kauf des Kunsthauses Tacheles mit adäquater Hoffläche und Erhalt für die derzeit hier arbeitenden Künstler und Gewerbetreibenden. Angesichts unmittelbar bevorstehender Zwangsräumung des Tacheles ist die Voraussetzung schnelles, vernünftiges Handeln der Politik.

Alle Infos | www.kunsthaus-tacheles.de | www.tacheles.info

Feststellungsbescheid: Bund will kein Tacheles

Die Bundesrepublik schießt den Vogel ab: Jetzt bekannt gewordene Dokumente zeigen, dass die öffentliche Verwaltung die Tacheles-Rettung aktiv verhindern will und dazu sogar auf 18 Mio. € Strafe verzichtet, die für den vertragsbrüchigen Investor Fundus fällig sind. Dieser hatte das Gelände 1998 gekauft, aber das geplante Bauvorhaben nicht realisiert. Für diesen Fall sieht der Vertrag eine Strafzahlung vor. In einem sog. “Feststellungsbescheid” der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) vom Juli 2008 heißt es jedoch, der Investor habe sein Bauvorhaben “unverschuldet nicht begonnen”. Damit verzichtet der Bund auf 18 Mio. € Vertragsstrafe und implizit auch auf die Rückabwicklung des Kaufvertrags, die das Kunsthaus Tacheles vor dem Aus retten würde. Eine Begründung für diesen bizarren Schritt liefert der Bescheid nicht.

pdf-Download: BIMA Feststellungsbescheid

Sensation: Bund der Steuerzahler will Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs

Sensationelle Neu-Entwicklung im Tacheles-Immobilien-Skandal: Der Präsident des Bunds der Steuerzahler, Herr Däke, “hat gestern den Bundesfinanzminister angeschrieben mit der dringenden Bitte, die Bundesoption einer Vertragsrückabwicklung ins Auge zu fassen”, so der Bund der Steuerzahler. Damit erhält die Gruppe Tacheles endlich auch von offizieller Seite Brief und Siegel, dass die in den letzten Wochen veröffentlichten Erkenntnisse stichhaltig sind und eine reale Chance besteht, den Verkauf des Geländes an Fundus 1998 rückabzuwickeln. Hintergrund: Fundus hatte gegen Auflagen des Kaufvertrags verstoßen. Durch die darum rechtlich gebotene Rückabwicklung wird eine erhebliche Vertragsstrafe von 18,4 Mio. € für Fundus fällig und der Bund erhält das Gelände zurück. Das Tacheles könnte dann erhalten bleiben.

Tacheles will Tacheles kaufen

Mit überwältigender öffentlicher Resonanz bringt sich die Gruppe Tacheles als Käufer für das Kunsthaus Tacheles ins Spiel und bietet 2,84 Mio. € für das Haus (1253qm Grundfläche) und zusätzliche 1000qm Hoffläche. Ziel sei, das Areal für alle derzeitigen und künftigen Künstler und Nutzer zu erhalten und dringend notwendige Investitionen in den Aufbau neuer Werkstätten und Ateliers und die Verbesserung der Infrastruktur zu leisten.

Monatlich wären nach Angaben der Gruppe Tacheles Mieten und Einnahmen von rund 20000€ erforderlich, um für den Kauf über 20 Jahre aufgenommene Kredite abzuzahlen, Kultur quer zu finanzieren und das Haus in eine gemeinnützige Stiftung zu verwandeln. „Die Künstler müssen mit keiner großen Mieterhöhung rechnen und tragen mit ihren Mieten dazu bei, dass das Haus nach zwanzig Jahren der Öffentlichkeit gehört“.

Voraussetzung einer Einigung mit der HSH Nordbank ist jedoch deren Bereitschaft, das wesentlich kleinere Tacheles-Areals vom aus 16 Grundstücken bestehenden Gesamtareal von 25300qm zu trennen. Bislang setzte die HSH auf Zwangsmaßnahmen und klagte u.a. den Tacheles Trägerverein in die Insolvenz, versuchte mehrfach das Wasser abzustellen und Teile des Tacheles zu räumen – glücklicherweise ohne Erfolg.

In einer ersten Stellungnahme der HSH Nordbank zum Kaufgebot heißt es, das Angebot könne „keine Berücksichtigung finden“, da „alle Bietinteressenten nur an den Erwerb des gesamten Areals Interesse haben“. Die Versteigerung des Areals als Gesamtpaket wurde von der HSH gerichtlich erzwungen. Ursprünglich waren vom Amtsgericht Mitte Einzelversteigerungen angesetzt worden, zumal diese meist zu höheren Verkaufserlösen führen würden.

So drängt sich der Verdacht auf, dass das Tacheles absichtlich verdrängt werden soll – möglicherweise, um unter gleichem Namen angesichts von jährlich 500000 Tacheles-Besuchern lukrative Geschäfte machen zu können. „Ein Yuppie-Plagiat des Tacheles im Mitte-City-Stil wird scheitern“ heißt es dazu von der Gruppe Tacheles: „Wo Tacheles draufsteht, muss auch Tacheles drin sein“.

Prof. Mark Naison: Why City of Berlin Should Purchase Tachales and Turn it into a Public Resource

As a scholar, and cultural activist, who has developed a deep affection for the City of Berlin, I would like to urge that the City of Berlin purchase the land on which Tacheles is located at the upcoming auction in April. Tacheles is not only a tremendous economic and cultural resource for the City of Berlin, it has been a source of inspiration for arts groups around the world seeking creative use of once abandoned urban space. I have seen this operate first hand when a musical group I helped bring to Berlin, Rebel Diaz, who performed several times at Cafe Zapata in Tacheles decided, upon their return to the Bronx, to transform an abandoned candy factory in the South Bronx into a community arts space. This has been repeated by arts groups around the world. Tacheles is an international symbol of popular creativity in the face of political upheaval and economic
hardship. To artists and cultural workers, it is as important a symbol of Berlin as the Tower or the Brandenburg Gate.

To allow this incredible cultural space to fall into the hands of developers and be transformed into an upscale shopping center or luxury hotel would be an unspeakable tragedy, a negation of the creative spirit that has transformed Berlin the premier cultural center in Europe. It would also deprive Berlin of a precious cultural
resource, a center of artistic and musical create and a symbol of a heroic period in the global struggle for Democracy when ordinary people took history into their own hands.

So, my German friends, please make sure that Tacheles survives in its current form, as a public resource. Now, with the global economic crisis creating vacant commercial spaces crying out for creative uses, we need Tacheles more than ever.

Sincerely

Mark D Naison Phd.
Professor of African American Studies and History
Fordham University,
Principal Investigator, Bronx African American History Project
Founding Member, Bronx Berlin Youth Exchange.


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