Tacheles will Tacheles kaufen

March 23rd, 2011  |  Published in News

Mit überwältigender öffentlicher Resonanz bringt sich die Gruppe Tacheles als Käufer für das Kunsthaus Tacheles ins Spiel und bietet 2,84 Mio. € für das Haus (1253qm Grundfläche) und zusätzliche 1000qm Hoffläche. Ziel sei, das Areal für alle derzeitigen und künftigen Künstler und Nutzer zu erhalten und dringend notwendige Investitionen in den Aufbau neuer Werkstätten und Ateliers und die Verbesserung der Infrastruktur zu leisten.

Monatlich wären nach Angaben der Gruppe Tacheles Mieten und Einnahmen von rund 20000€ erforderlich, um für den Kauf über 20 Jahre aufgenommene Kredite abzuzahlen, Kultur quer zu finanzieren und das Haus in eine gemeinnützige Stiftung zu verwandeln. „Die Künstler müssen mit keiner großen Mieterhöhung rechnen und tragen mit ihren Mieten dazu bei, dass das Haus nach zwanzig Jahren der Öffentlichkeit gehört“.

Voraussetzung einer Einigung mit der HSH Nordbank ist jedoch deren Bereitschaft, das wesentlich kleinere Tacheles-Areals vom aus 16 Grundstücken bestehenden Gesamtareal von 25300qm zu trennen. Bislang setzte die HSH auf Zwangsmaßnahmen und klagte u.a. den Tacheles Trägerverein in die Insolvenz, versuchte mehrfach das Wasser abzustellen und Teile des Tacheles zu räumen – glücklicherweise ohne Erfolg.

In einer ersten Stellungnahme der HSH Nordbank zum Kaufgebot heißt es, das Angebot könne „keine Berücksichtigung finden“, da „alle Bietinteressenten nur an den Erwerb des gesamten Areals Interesse haben“. Die Versteigerung des Areals als Gesamtpaket wurde von der HSH gerichtlich erzwungen. Ursprünglich waren vom Amtsgericht Mitte Einzelversteigerungen angesetzt worden, zumal diese meist zu höheren Verkaufserlösen führen würden.

So drängt sich der Verdacht auf, dass das Tacheles absichtlich verdrängt werden soll – möglicherweise, um unter gleichem Namen angesichts von jährlich 500000 Tacheles-Besuchern lukrative Geschäfte machen zu können. „Ein Yuppie-Plagiat des Tacheles im Mitte-City-Stil wird scheitern“ heißt es dazu von der Gruppe Tacheles: „Wo Tacheles draufsteht, muss auch Tacheles drin sein“.

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