Barock Kunst

Die Barock-Kunst

Barocke Malerei wird in der Kunstgeschichte als ein stilistischer Wandel zur Renaissance-Malerei beschrieben. Barocke Malerei wirkt illusionistisch und simuliert plastische Elemente. Kunst und Musik: Musik und Kunst für die Ewigkeit. Gemälde, Skulpturen, Architektur, Definition und Übersicht der wichtigsten Maler, Bildhauer, Architekten; Ausstellungen zum Barock.

Das Barock ist die Kunstform der Gegenreformation und der.

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Die Brüder Carracci Ágostino und annibale, Michelangelo da Caravaggio, Guido Reni und Giovanni Tiepolo, Bartolomé Murillo und Diego Velázquez in Spanien und Nicolas Poussin in Frankreich sind wichtige Barockmaler, In Deutschland Adam Elsheimer, Cosmas Damian Asam, Johannes Zick und sein Sohne Januarius, Joseph Wannenmacher, in Tirol Stephan Kessler und in den Niederlanden Peter Paul Rubens, Rembrandt und Vermeer. in Deutschland.

Kennzeichnend für die Barockzeit war die Entstehung von weiteren Hochschulen. In Rom wurde 1593 die Akkademia di San Luca gegründet, nachdem Giorgio Vasari bereits 1564 die Akkademia del Disegno bauen liess. Das Hauptanliegen der Satzung war die Ausbildung von Künstlern[3] Die Academy lehrte nicht nur in der Praxis, sondern hielt auch Vorträge und Debatten über Theorien.

In der Kunstpolitik gewann die Academy großen Einfluß, da alle staatlichen Ausschreibungen nun unter ihr alleiniges Eigentum stünden. Darunter waren auch internationale Maler wie Velazquez, Pousin und Lorrain. In Rom gab es neben der Academia di San Luca auch die Accadémie de France à Rome, die 1666 auf Veranlassung von Colbert als Filiale der französischen Hochschule in Paris entstand.

Von Beverly Louise Brown (Hrsg.): Die Geburtsstunde des Barock. Aus dem Deutschen von Werner Peterich und Rolf Erdorf. Der Belser Verlagshaus, Stuttgart 2001, ISBN 3-7630-2388-7, erschienen bei Rolf Toman: Die Kunst des Barock.

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Der Barock (männlich "der Barock" oder gleichbedeutend Neutronen "der Barock") ist die Periode der europÃ?ischen Kulturgeschichte, die von etwa 1575 bis 1770 dauerte. Es gliedert sich in die Bereiche Frühbarock (bis ca. 1650), Hochbarock (ca. 1650-1720) und Hochbarock oder Rokoko (ca. 1720-1770). Vor dem Barock stand die Rennaissance, gefolgt vom Altertum.

Der Barock als eine Form des "Absolutismus" und der Konterreformation ist von üppiger Pracht geprägt. Der Barock kann im weiteren Sinn, insbesondere im Hinblick auf die Wichtigkeit der Barockliteratur und der Barockphilosophie, als eine europäische Geistesgeschichte verstanden werden[1][2] oder im weiteren Sinn mit dem gesamten absoluten Christentum verglichen werden.

Auf Deutsch sagt man sowohl Barock als auch Barock, mit annähernd der gleichen Frequenz. Das Geschlecht ist barock. Sprachlich gesehen wurde zuerst das Wort Barock verwendet (im Deutsch um 1750), dann das Nomen Barock (im Neunzehnten Jahrhundert). Die Adjektive Italienisch (Barock) und Französisch (Barock, erstmals 1701 im Sinn von "bizarr" verwendet) wurden ins Englische übersetzt.

5] In Frankreich wurde der Ausdruck zunächst für Formen, die nicht dem herrschenden Stil entsprechen, als " seltsam " bezeichnet. Ein wesentlicher Gestaltungsbestandteil des Barock und Rokoko ist der Putz (siehe auch Stuckateur). Dann wurde der Terminus auf die damalige Kunst und die damalige Kunst überführt und wird heute als allgemeingültiger geschichtlicher Zeitbegriff verwendet [6], der auch über den Kunstbereich hinausgeht.

Der Bedeutungsumfang ist auch daran zu erkennen, dass sich das Stichwort Barock auf ganz andere Erscheinungsformen des Barock wie Barockornamente, Barocklandschaften oder das Barockleben ausdehnen kann. Charakteristisch für die Barockzeit ist die Neigung, die Grenze zwischen den verschiedenen Kunstformen, Baukunst, Bildhauerei und Gemälde zu verschwimmen.

Das Barock ersetzt die klare, auf Geschlossenheit und Stille ausgerichtete Kunst der Wiedergeburt. Die katholische Gemeinde musste die Menschen einfangen oder zurückgewinnen, ihre Blicke durch die Entwicklung von Glanz und Herrlichkeit erobern. Die Barockkünstler erhielten so die Auftrag, Kirch- und Schlösser zu bauen und zu dekorieren.

Die kirchliche Barock-Kunst kommt daher überwiegend in Gebieten der Katholiken vor. Die herrschenden Prinzen nutzten auch die barocke Kunst, um ihren Wohlstand und ihre Macht zu untermauern. Die spätgotische und die Renaissancemusik stehen sich gegenüber, die Besonderheit des Barock aus der Renaissancemusik hat sich jedoch erst nach und nach herausgebildet. Die Barockzeit ist fast 200 Jahre alt, daher ist es kaum möglich, eine Eigenschaft zu entdecken, die für alle Arbeiten gilt.

Der kunsthistorische Spätstadium des Barock, das sogenannte Ruokoko (in Deutschland um 1730-1770), wird oft als eigenständiger Baustil beschrieben. In der Barockzeit ist die symmetrische Form charakteristisch, in der Rokokozeit wird die asymmetrische Form verstärkt hervorgehoben. Der Barock hingegen pflegt das Vergnügen der Sinne. Die Kunst ist also nicht mehr nur das treueste Spiegelbild der Welt, sondern auch die Verbindung zwischen den Menschen und mit Gott.

Die barocke Kunst findet ihren größten Niederschlag in der Baukunst. Sämtliche strenge Ordnung der Rennaissance wird aufgehoben; geschwungene, gewölbte und gewölbte Form, Kuppel, Säulengruppen, Giebeln und Fensterspitzen mit reicher ornamentaler Ornamentik erwecken beim Beobachter den Anschein von Macht und Beweglichkeit und bewirken eine Zunahme aller Effekte. Ein charakteristisches Merkmal des Barockkirchenbaus ist seine symbolhaft mystische Beleuchtung.

Giacomo Barozzi da Vignola (1507-1573) hat in Rom Ende des XVI. Jahrhunderts mit seiner im Tonnengewölbe gewölbten romanischen Hauptkirche Il Gesù den bedeutendsten Typus der barocken Pfarrkirche geschaffen. Der hier gestaltete Raumgrundsatz (Verschmelzung von langem Gebäude und zentralem Kuppelübergang) ist neben der von Michelangelo entworfenen kolossalen Ordnung (Restauratorenpalast) eines der bedeutendsten Merkmale der barocken Baukunst.

Allein in der Barockzeit waren die Baumeister Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) und Francesco Borromini (1599-1667) maßgeblich am Bau von mehr als 50 weiteren romanischen Gotteshäusern beteiligt, die Plätzen und Springbrunnen wurden gestaltet und das gesamte Stadtgefüge neu gestaltet. Nach der Fertigstellung wurde die prachtvolle Umsetzung des barocken Ideals zur St. Petri-Kirche. Der Barock war in Frankreich ruhiger.

In vielen Großstädten und auf dem Lande wurden dabei prächtige Barockkirchen, Burgen und Adelsgeschlechter errichtet (vor allem in Süddeutschland). Bekannte Barockkloster und Pilgerkirchen sind das Stift Banz und die Basilika 4zehnheiligen, die Pilgerkirche Birnau, das Stift Ottobeuren, das Stift Disentis und die Westkirche. In Thüringen, vor allem in Weimar, prägte Gottfried Heinrich Krohne (1703-1756) mit Bauwerken wie dem Schloss Eisenach den Barock und Spätstil.

Der Barock hat sich von Italien aus in ganz Europa entwickelt und wurde in die Siedlungen der Neuen Welten getragen. In Italien zu studieren war die Devise für nahezu jeden großen Erbauer dieser Zeit. Barockarchitekten sind oft durch Europa gereist und haben ihre Vorstellungen und Vorschläge mitgebracht.

Im Gegensatz zur in Nordeuropa mit ganz anderen stilistischen Mitteln als in Italien interpretierten Rennaissance (vgl. z.B. Nordic Renaissance) wurde nun ein dem Modell vergleichsweise vergleichbarer aber immer wieder kunstvoll modifizierter Baustil erarbeitet. In verschiedenen Gegenden Europas kamen ganz eigene Stilrichtungen des Barock zum Tragen.

Man unterscheidet einen von der katholischen Kirche beeinflussten südlichen Barock und einen von der evangelischen Kirche beeinflussten nördlichen Barock. England nahm auch die neue Kunstbewegung an, doch der Wechsel vom Palladismus zum Barock und dem darauf folgenden Classicismus erfolgte hier fliessend und weitestgehend ohne die für die habsburgische Landschaft typischen spielerischen Konstruktionsformen.

Der seriöse Stil, der in Frankreich und England dominiert, wird daher als klassizistisches Barock bezeichne. Auf die nüchterne Renaissance des Desornamentados folgt in einigen Gegenden Spaniens und seiner Siedlungen ein überlasteter, sich ausbreitender Barock, der den Namen Tschurriguerismus trägt und vor allem in der Sakralarchitektur verwendet wird. Der Barock entwickelte sich im süddeutschen Katholizismus und in den habsburgischen Gebieten wie Österreich mit Böhmen zu einer fröhlichen, ereignisreichen Abwechslung, wie sie zum Beispiel im Palais des Belvederes in Wien oder in der Abtei zu sehen ist.

Ähnlich war der Barockstil in Russland, wo starke Farbakzente und aufwändiger Juwelenschmuck herrschten, wie im St. Petersburg-Palast. Daß die Barockkunst vor allem auch ein Mittel zur Verherrlichung der absoluten Prinzen war, macht die Dresdener Version dieses Stil aus. In der Barockzeit gehört Bildhauerei und Bildhauerei im Wesentlichen zur Einrichtung eines Gebäudes oder eines Parks - als Fortführung der Baukunst mit anderen Hilfsmitteln oder, soweit es sich um freistehende Gestalten handelt, durch Integration in den Ort durch Zeichensprache und Beweglichkeit.

Auch in Italien war es Bernini, der die barocke Kunst auf den Höhepunkt gebracht hat. Eine bewegte Formensprache, kontrastreiche Farbgebung und die Hervorhebung von Helligkeit und Schattigkeit sind charakteristisch für die barocke Malkunst. Die Inspiration in der barocken Kunst kam aus Italien. Die holländische Gemälde nehmen eine hervorragende Position innerhalb der barocken Malkunst ein.

Um 1650, im Mittelalter der Niederlande, schufen etwa 700 Künstler etwa 70.000 Bilder pro Jahr für ein immer bürgerlicher werdendes Volk, im Gegensatz zu Italien und Spanien. Der kunsthistorische Stilbegriff Barock wurde auf die Literaturen des XVII. Jh., also die Zeit zwischen den Zeiten der Wiedergeburt und der Erleuchtung, überführt. Diese Dichotomie des Lebensstils spiegelt sich in der barocken deutschsprachigen Fachliteratur wider: Der Kontrast zwischen Stile und Material führt oft zu einem pompösen und gespreizten Darstellungsstil und weckt den Anschein des Disharmonischen.

Von der Gefährdung seiner geistigen und körperlichen Existenz sucht der Poet seine eigenen Wege, doch es besteht immer wieder eine große Abhaengigkeit von den Stroemungen der zeitgenoessischen Kunst. Die barocke Dichtung erreicht ihre volle Vollkommenheit in den Arbeiten des Spaniers Miguel de Cervantes (1547-1616), Lope de Vega (1562-1635) und Pedro Calderón de la Barca (1600-1681), während die streng klassizistischen Gestalten von Jean Racine (1639-1699), Molière ( (1622-1673) und Jean Corneille (1606-1684) bereits in Frankreich prägen.

Zu den einflußreichsten Beiträgen der Literatur des Barock in Europa zählten der Spanischgongorismus, der Italienischmarinismus und auch der Engländer John Lyly (1554-1606), die alle ihren Ursprung dem Spanier Luis de Góngora (1561-1627), dem italienischen Giambattista Marino (1569-1625) und dem gleichnamigen Buch haben. Barocke Musik wird in der Regel in die allgemeinen künstlerischen Epochen des Barock untergliedert.

Die Schaffensperiode Monteverdis zu Anfang des XVII. Jh. galt für die Musikepoche zunächst als der Auftakt und der Ableben von Johann Sebastian Bach 1750 als das Ende. Barockmusik folgt damit der Nachkriegszeit und wird durch die klassische Moderne ersetzt. Das frühe Barock war geprägt von der Italiener, während das hohe Barock von der französischen Literatur durchdrungen war.

In Frankreich beispielsweise beherrschte die Begeisterung für den Tanz am Hofe Ludwigs XIV. die musikalische Entwicklung, während Deutschland vor allem von der Orgel beeinflusst wurde. Barockmusik hat die selben Eigenschaften, die alle Bereiche des Lebens im Zeitalter prägen. Dieses Musizieren wird als Continuo-Spiel genannt, weshalb die Barockmusik oft als die des Continuo-Zeitalters bezeichne.

Andere bedeutende Barockmusikinstrumente sind die Organ- und Barockversionen der noch heute berühmten Streich- und Bläserinstrumente. Zu den typischen Barockmusikformen gehören Opern, Kantaten, Oratorien, Fugen, Suiten, Sonaten. Zur Essenz der barocken Volksmusik zählt, dass sie einzelne Teile zu einem großen Ganzen vereint. Das Wechselspiel der Kunst wurde in der Opern mit ihrer Geschlossenheit von Text, Ton, Handlung und Bühne prächtig umgesetzt.

Die Musiktheorie ist unter anderem durch den Ansatz geprägt, eine Affekttheorie in Anlehnung an die rhetorische Praxis zu erarbeiten; es ist sicherlich kontrovers, ob diese musikalisch-praktische Implementierung stattgefunden hat. Bei Hans Leo Haßler (1564-1612), Michael Praetorius (1571-1621), Johann Hermann Schein (1586-1630), Samuel Scheidt (1587-1654) und Heinrich Schütz (1585-1672) tritt die Großartigkeit des evangelischen Barock in den Vordergrund.

Die barocke Musik mit Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Georg Friedrich Händel (1685-1759) geht zu Ende. Ein Teil der Bach-Söhne und viele andere gehörten nicht mehr direkt zum Barock, sondern bildeten den Wechsel vom so genannten gallanten und sensiblen Stil zur klassischen Musik von Haydn und Mozart. In der Barockzeit entsteht das Schauspielhaus zu einem multimedialen Erlebnis, beginnend mit dem zeitgenössischen Architekturraum.

In der Barockzeit begann die Aufführung der Weltbühne Theater der Gegenwart. Der Fürstengarten ist seit der Rennaissance ein Vergnügungs- und Repräsentationsort. Auf den Spuren von Versailles sind in Europa viele solcher Gärten angelegt worden, z.B. Schlosspark Nymphenburg, Delitzsch-Schlosspark, Schloss Vaux-le-Vicomte, Schloss Schönbrunn und der Große Schlosspark in Hannover.

Der Zeitabschnitt der Geistesgeschichte nach dem Barock wird allgemein als Aufklärungszeit verstanden, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Frühaufklärung teilweise in der ersten Hälfte bzw. der Spät-Renaissance verwurzelt war, während in Italien beispielsweise die Zeit des Spätbarock erst um 1760 und in Ostmitteleuropa oder Griechenland noch später in Kraft trat.

In der Zeit des Barock entstanden in Europa moderne Naturwissenschaften, die in wissenschaftlichen Gesellschaften und Hochschulen organisiert waren. Im Barock wurden die klassizistischen Marineformen des Spätmittelalters und der Rennaissance mit ihren nach dem Vorbild von Burgen oder Schlössern gebauten Hochbauten mit Schwung und teilweise vergoldeten Ornamenten, Spieltischen, gedrehten Kolonnen, biblischen oder mythologischen Sinnbildern und riesigen Windlichtern neu gestaltet, in denen jesuitische Stileindrücke zu sehen sind.

In der Zeit des Rokokos und der Erleuchtung wurde die Bauhöhe der Überbauten verringert. In der Barockzeit wurde die Karosserie zum ersten Mal in Frankreich als Meisterwerk der Barocktechnik gebaut. Diese Art von Wagen entstand aus dem ursprünglichen Typ des Kobels, dessen einfacher Karton durch ein massives Verdeck, Seitenwände und kunstvolle Dekoration verbessert wurde.

In der Bekleidungs- und Frisurmode ist die Entstehung der historischen Zeiten sehr deutlich zu erkennen - ebenso wie die unterschiedlichen Trends des Barock. Barocke Moden wurden vor allem von den großen Häusern Europas mitbestimmt. Barocke Moden lassen sich in drei große Stilrichtungen unterteilen:

Auf die spanische Renaissance-Mode folgten um 1620-50 Moden, die hauptsächlich von den Niederlanden und Flandern beeinflusst wurden. Die " Liturgiemode " der römisch-katholischen Kirchen wurde auch in der Barockzeit mitbestimmt. Das Messgewand, das zur so genannten "Bassgeige" (auch bekannt als das romanische Messgewand) wurde, wurde besonders vom Barock beeinflusst. Der geschwungene Ausschnitt an der Front zur weiteren Erleichterung der Bewegung des Pfarrers am Hochaltar gab der barocken Soutane oder Bassvioline endlich ihren Nicknamen.

Im Barock wurden große Festlichkeiten zur fürstlichen Blütezeit abgehalten. Als gigantischstes Barockfestival seiner Zeit gilt das Lustcamp von August dem Starke im Jahre 1730, das "Spektakel des Jahrhunderts", das wegen seiner Prunk und Opulenz noch heute der Sinnbild der barocken Lebensweise ist. So wie der gotische Gedanke lange Zeit für raue deutsche Kunst und der manieristische für schlechtes Manieren steht - eine übertriebene Inszenierung der gelungenen Beherrschung technischer Malschwierigkeiten -, so wurde auch der barocke Gedanke lange Zeit verächtlich verwendet, bevor er sich als epochales Konzept für eine von der Wiedergeburt abweichende Zeit etablierte.

Auch in der Literatur (Kritik) begann bald eine stark klassisch geprägte Gegensätzlichkeit gegen die barocke Übertreibung des marinistischen Denkens. Jahrhundert hat sich in Frankreich die erste Rezension der Barockkunstproduktion durchgesetzt, zunächst in den "Réflexions critiques sur la poésie et sur la peinture" (1719) von Abt Dubos, die sich auf den Aufklärungsgeist bezieht.

Die Kunst soll vor allem Freude machen, dafür gibt es keine einheitliche Regelung, sondern die Beurteilung der Kunst hängt vom Zuschauer ab. 19 ] Obwohl Quatremère de Quincy das Wort Barock und das Hauptwort Barock zum ersten Mal im Sinn einer architektonischen Raffinesse definierte, galt der Barockstil auch als Äußerung eines skurrilen Mißbrauchs, einer exzessiven und lächerlichen Übertreibung seiner formalen Elemente.

20] So entsteht bei ihm eine (....) abfällige, wenn auch abfällige Frühphase eines barocken Stilkonzeptes. 21] Der französiche Barock wurde bestenfalls als präklassizistisch angesehen. Nur Jules Michelet, der eigentliche "Entdecker" des Barock, der auf die bedeutende Bedeutung des Alters von Henri Quatre in der französichen Identitätsfindung verwies[22], konnte diese Ansicht überwinden, auch wenn er als überzeugt wirkender Kalvinist gegen die Konterreformation der Jesuiten auftrat.

Aus künstlerischer Sicht hat die seit Adam Friedrich Oeser und Winckelmann dominierende klassische Musikschule den Barock als "überladen" abgetan. Ungeachtet seiner eigenen Achtung für diverse Werke der hellenistischen Kunst, die dem Barockstil nahe standen - so die Laokoon-Gruppe - wurde Bernini Winckelmann quasi als "Erzfeind" betrachtet. Die überwiegend evangelischen Kunsttheoretiker, Kritiker und Historiker betrachteten den Barock als katholisch "papistisch", monarchisch, autonom, zu üppig und gegenreformativ.

Gleiches trifft auf die französiche Barockliteratur zu. Bereits der frühe Aufklärer Johann Christoph Gottsched wies den französichen Literaturklassizismus und sein Verständnis von Poesie als konstruktiv und nicht original zurück. Rationalistisch betrachtet, kritisiert er seit den 1730er Jahren die Arbeiten Klopstocks und den Barockstil, in dem die Franzosen stets ihre Herrschaft ausdrücken, als Zeichen des Verfalls und vergleicht diesen mit dem des hellenistischen Stils.

Lessing wendet sich noch stärker gegen die Barockpoesie der Regeln. 28 ] Seine "bürgerliche Tragödie" Frau Sara Sampson läutete den Abschiedsgruß zum Barock auf deutscher Bühne ein und ebnete den Weg für das Leitbild der "Natürlichkeit". Goethes Kritiker sind die massive und überlastete Barockarchitektur,[30] aber auch die barocken lyrischen Formen. Es gab aber auch gegensätzliche Tendenzen: So huldigte beispielsweise Wilhelm Schlegel trotz seiner Ästhetikkritik an der Zeit Ludwigs XIV. der barocken Phrasen.

32] Die deutschsprachige Literaturromantik wurde sicherlich von der barocken Metapher von Maschinen und Uhrwerk angesprochen - der Unterwerfung des Selbst unter eine sinnlose Maschinerie, was sich aber mehr in ihren Arbeiten (z.B. mit glänzender Neigung in Jean Paul's The Invisible Lodge, E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann, dem Elementargeisten, Kleist's Über das Marionettentheater, etc.

E. T. A. Hoffmann war begeistert vom spanischen Barock-Theater und übersetzt die Theaterstücke von Calderón. In den 1860er Jahren entstand ein eher theoretischer Blick auf das Barockphänomen - noch immer geprägt von der protestantischen Auffassung des Jahrhunderts der Konterreformation und seiner Aversion gegen das Theater- und Zauberhafte.

Wahrscheinlich war Nietzsche der erste, der die unzähligen Gemeinsamkeiten in den Bereichen Baukunst, Bildhauerei, Literatur u. Medizin sah, obwohl dieser Gedanken damals in der Schwebe war. Er formulierte Aphoristik übertrieben: "Griechischer Literaturstil ist Barock in der Poesie"[34] und transferierte damit das barocke Konzept in die Kunst. In der Aufblähung des barocken Konzepts liegt die Gefährdung eines von der Zeit losgelösten reinen Stils, wobei beispielsweise auch die strukturellen Merkmale der barocken Baukunst auf Shakespeares Stücke übertragbar waren.

Doch auch die Überforderung eines zeitgeschichtlichen Konzepts durch den Transfer in alle mögliche künstlerische Bereiche einer Zeit berücksichtigt nicht ausreichend die Unsimultaneität der Entfaltung von stilistischen Besonderheiten der jeweiligen Kunst. Wölfflin, von dem wir nicht wissen, ob er nietzsches Buch liest, entwickelt eine psychologische Grundlage für die These vom Stilwechsel und seinen Ursachen[43], die er in der "Dumpfheit" der Renaissanceformen sieht.

Er bemühte sich um eine komparative und bewertungsfreie stilistische Analyse; er entwarf aus dem beschreibenden Epochenkonzept ein Stilkonzept des Barock als künstlerischem Urmuster. 51 ] Schließlich hat Wölfflin die in sich ruhendere Kunst der Renaissance noch immer als die höhere Kunst angesehen. Um die Jahrhundertwende stellten sich Musikwissenschaftler wie Hugo Riemann, der Musiktheorie als Stilrichtung begriff, der Auffassung der Barockzeit als Ganzes und der Übernahme der Kunst.

Der " Barockstil " wurde für ihn "Musik des Continuo-Zeitalters" genannt. Schon seit Wölfflin wird die Barockwelt oft gegensätzlich definiert: Das Gegenständliche wird gebrochen und gelöst, die pure Subjektivität kommt zur Entfaltung (auch wenn Wölfflin vielleicht den Kontrast zur Rennaissance übertrieben hat). 55 ] Merkmale dieser Barockwelt sind Todesangst und Sinnlichkeit, rechnerische Voraussagbarkeit der Lebenswelt und Zauberkunst.

Im Barock jedoch wurde die unbändige Subjektivität durch die Zwänge zur Befolgung fester (kompositorischer etc.) Regeln zähmt. Albert Ilg hat in Österreich um 1870 erstmals den Barock (ein weibliches Begriff für ihn: der "Barock") aufgewertet,[57] dessen stilistische Elemente beim kaiserlichen Hof und dem hohen Adel nie unbeliebt geworden waren (angeblich auch aus Gründen der Strenge, um sich nicht ständig an neue Stilrichtungen anzupassen ); nichtsdestotrotz redet Ilg noch von "Zopfstil" und "verwildertere Epoche".

Auch die Theorien von Dekadenz und Dekadenz und die Trennung zwischen seriöser Kunst und Kunstgewerbe hat er nicht geteilt. Er erreicht eine Rettung des Barock (und der späten Antike ), indem er die Fragen der Beständigkeit und der innerlichen Entwicklung der Kunst betont. Es gab keinen einheitlichen Barockstil im Puritaner England.

Es handelte sich hier nicht um Konterreformation und Mystizismus, sondern um Pre-Enlightenment und Rationalität, auch wenn ihre Repräsentanten wie John Milton teilweise barocke literarische Ausdrucksformen verwendeten. In der Folgezeit neigte die britische Kunstgeschichte dazu, die Renaissance-Epoche bis weit in das XVII. Jh. zu verlängern und knüpfte unmittelbar an den palladischen Altertum an. Deutsche Barock-Theorien haben auch in anderen Staaten zu einer Neueinschätzung des Themas geführt.

Der Barock galt in Lateinamerika als ästhetischer Ausdruck der Mischung der verschiedenen Kulturkreise, so Carpentier. Das Barockzeitalter: Maurice Ashley. Zwischen 1598 und 1715 Dtv, München 1983, ISBN 3-423-05941-9 Hermann Bauer: Barock. Die Kunst einer Zeit. Reimer, Berlin 1992, ISBN 3-496-01095-9 Hermann Bauer, Andreas Prater und Ingo F. Walther (Hrsg.): Barock.

Europas Barocke Gesellschaften und Kulturen. Herder, Freiburg 2006, ISBN 3-451-28908-3 Stephan Hoppe: Was ist Barock? Erich Hubala: Kunst des Barock und des Rokokos Darmstadt 2003. Weißrussland, Stuttgart 1991, ISBN 3-7630-1879-4 Erwin Panofsky: Was ist Barock? Philharmonie & Philo Fine Arts, Hamburg 2005, ISBN 3-86572-410-8 Michael Rohde: Der Kunstgarten im Frühbarockstil.

Einleitung zur Ikonografie der Barockkunst: Die Gardenkunst 14 (1/2002), S. 65-72. UTB, Wien/ Köln/ Weimar 2005, ISBN 3-8252-8301-1. Rolf Toman (Hrsg.): Barock. Könnemann im Kantonsverlag, 2005, ISBN 3-8331-1041-4 Heinrich Wölfflin: Barock und Renaissance: Eine Auseinandersetzung mit dem Kern und Ursprung des Barock in Italien.

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Stephanie-Gerrit Bruer: Winckelmann und der Barock. Im: Altertum und Barock, Winckelmann-Gesellschaft. Udo Kultermann: Eine kurze kunsttheoretische Vorgeschichte. Der zweite Jahrgang, erster Teil: Barock. www. barocke Rhetorik: Studien zu ihren historischen Vorgängen. Arnold Hauser: Kunst- und Literaturgeschichte. Arnold Hauser: Kunst- und Literaturgeschichte.

Die Entstehungsgeschichte der Moderne: Die Geschichte des Manierismus in den Jahren seit der Wiedergeburt. Arnold Hauser: Kunst- und Literaturgeschichte. Heinrich Wölfflin: Barock und Renaissance: Eine Auseinandersetzung mit dem Kern und der Herkunft des Barock in Italien. Heinrich Wölfflin: Barock und Renaissance: Eine Auseinandersetzung mit dem Kern und der Herkunft des Barock in Italien.

Heinrich Wölfflin: Barock und Renaissance: Eine Auseinandersetzung mit dem Kern und Ursprung des Barock in Italien. Heinrich Wölfflin: Barock und Renaissance: Eine Auseinandersetzung mit dem Kern und Ursprung des Barock in Italien. Heinrich Wölfflin: Grundkonzepte der Kunstgeschichte: Die Problematik der Stilentwicklung in der modernen Kunst. Rückbesinnung auf den Barock in der Nachmoderne.

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Figurative Variationen des Daimons als Form der Ausdruckslosigkeit in der Literatur Brasiliens. Victoria von Flemming (Hrsg.): Barock - Modern - Postmodern: Unerklärliche Bindungen. Wie in Wiesbaden 2014 - Eberhard Mannack: Barock in der Neuzeit: Die deutschen Autoren des zwanzigsten Jahrhundert als Empfänger des deutschen Barock.

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