Expressionismus Maler

Maler des Expressionismus

Der Expressionismus: Merkmale, Künstler des deutschen Expressionismus: Die Brücke, Blauer Reiter, Wiener Maler: Egon Schiele, Oskar Kokoschka. Nicht nur in der Malerei fand die expressionistische Revolution statt, Kritiker meinten, dass die Maler nun "Farbtöpfe" werfen. Wie in Deutschland entstand auch in Frankreich die Version des Expressionismus in direkter Konfrontation mit dem Impressionismus. Die Pariser Wilden bilden die Wurzeln des Expressionismus.

Expressionistisches Gemälde und gesellschaftliches Umfeld - Allenmand

Die Bezeichnung Expressionismus stammt vom romanischen Wortspiel expressionessio, französischer Expressionismus, weshalb der Expressionismus eine Ausdruckskunst (das Innere) ist, im Unterschied zum bisherigen Stile des Expressionismus, der sinngemäß als die Art der Repräsentation des (äußeren) Impressionen beschrieben werden kann. Der Expressionismus meint demnach in erster Linie den subjektiven Eindruck von Inhalten im Vergleich zu einer sachlichen, neutral wirkenden Repräsentation der Realität.

Der Expressionismus wurde zwischen 1905 und etwa 1925 als epochaler Begriff für die bildenden Künste, die Fachliteratur, die musische und später auch die Filmwelt vor allem in Deutschland, aber auch in anderen kontinentalen Staaten Europas benutzt. Der Expressionismus wurde nach dem Ersten Weltkonflikt rasch durch Ströme wie Neue Objektivität und Datamismus ersetzt; die expressionistischen Merkmale existierten jedoch weiter und hatten einen maßgeblichen Einfluß auf die Werke des zwanzigsten Jahrhundert.

Es ist wahrscheinlich der Verlag Herwarth Walden, dessen 1910 gegrÃ?ndete Fachzeitschrift Der Storm eines der bedeutendsten journalistischen MundstÃ?cke der expressiven KÃ?nstler war, deren erste Verwendung des Begriffs Expressionismus in diesem Zusammenhang kontrovers war. Expressionismus wird oft als ein typisches deutschsprachiges PhÃ?nomen angesehen, das zum einen auf die besondere geschichtliche und soziale Lage und zum anderen auf die kÃ?nstlerischen Gepflogenheiten im angelsÃ?chsischen Teil zurÃ?

Der Fokus liegt im Nachfolgenden auf der heimischen Kultur und den Künstlern, allerdings darf nicht übersehen werden, dass der dt. Expressionismus von Beginn an maßgebliche Anregungen aus dem In- und Ausland erfuhr. Der vorliegende Beitrag wird sich im Kern auf den Bereich der Lackierung konzentrieren. Ausgehend vom Expressionismus entstand eine Art Protest gegen die Wilhelmine, die von Konservativismus und Militärismus geprägt war.

Der Expressionismus spiegelte wie in allen früheren Zeiten auch die Position des Malers in der Gemeinschaft wider: Die Malerei sollte in erster Linie Repräsentationszwecken dienten, Wilhelm II. widersetzte sich jeder Bewegung der zeitgenössischen Malerei. Die Immobilität dieser Gemeinschaft wurde mit der fortschreitenden Industriellentwicklung mit ihren gesellschaftlichen Konsequenzen konfrontiert, die zu gewaltigen Konflikten zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten geführt hat.

Der Expressionismus, sei es nun in den Bereichen Gemälde, Schrift oder Technik, sah sich als Aufstand gegen die bestehende Ordnung, die verwurzelten Bräuche und den Wissenschaft. Der Expressionismus interessierte sich zunächst weniger für die Entstehung einer neuen ästhetischen Erscheinung als für eine neue Empfindsamkeit, die sich aus der Objektivität des künstl. Möglich wurde die Weiterentwicklung des Expressionismus in der bildenden Künste zu einer Kunstrichtung mit weitreichender Bedeutung durch einschneidende Wandlungen in der deutschsprachigen Kunstszene.

Dominiert wurde das amtliche Kunstgeschäft von der repräsentativen Gemälde, wie dem einflussreichen Porträt- und Geschichtsmaler Anton von Werner; in den Hochschulen wurden Gipsmodelle zum Zeichnen verwendet; die in akademische Gepflogenheiten eingefrorene Gemälde erhielt die Rückendeckung durch den Kaiserhof. Mit der fortschreitenden Internationalisierung entstand eine neue Klasse wohlhabender Bürger, der Kunstbegriff wurde als Symbol für Erziehung und Darstellung angesehen; der wissenschaftlich geprüfte Maler hatte sich in die Gemeinschaft integriert und war auf sie angewiesen, er musste die Ideen und Wertvorstellungen der Klasse, für die er sich einsetzte, aufrechterhalten.

Es waren vor allem Individuen, die der dt. Malerei neue Anstöße verliehen, zum Beispiel die Befürworter einer Rückkehr zur Natur, die als Einzelkämpfer aktiv waren oder sich in der Worpswedischen Künstlergemeinde trafen. Wichtig ist auch der Art Nouveau, der mit seiner Trennung von Gestalt und Linienführung eine wesentliche Grundlage für die expressionistische Malerei ist.

Darüber hinaus war der Jugendstil nicht nur ein formeller Ausdruck, sondern eine auf das gesamte Kunstwerk und die Einbindung der bildenden Künste in den Alltagsleben orientierte Weltsicht. Auch andere Kunstschaffende wie Max Liebermann und Fritz von Uhde widmeten sich gesellschaftlichen Motiven, inspiriert vom französichen Bildhauerei und dem Naturverbundenheitsgrad von Gustave Courbet. Nachdem die 1892 in Berlin stattfindende und skandalöse Exposition des Norwegers Edvard Munch nach zwei Tagen eingestellt werden musste, trennte sich der Verband der Bildenden Künste Berlin.

Die von Max Leibermann gegründete Sezession in Berlin wurde unter anderem von Lovis Corinth und Max Slevogt ergänzt, die wie Liechtenstein als zum deutschsprachigen Expressionismus gehörig eingestuft wurden. Ein weiterer entscheidender Faktor für die Verbreitung des Expressionismus war die Entwicklung eines Kreises von weltoffenen Sammlern, Händlern und Museumsdirektoren kurz vor dem Ersten Weltkrieg, der der neuen Strömung ein öffentlich zugängliches Format bot und damit eine wirtschaftliche Basis für das expressionistische Wirken sicherte.

Dem Expressionismus gelang es, empfindlich auf die Unruhen in der damaligen Politik- und Gesellschaftswelt zu reagieren. Die monarchische und die wilhelminische Gemeinschaft blieben im Geiste des neunzehnten Jahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg, während sich die Weltgeschichte schnell entwickelte, was zu beträchtlichen wirtschaftlichen Konflikten und Schwierigkeiten führte. In der Folgezeit kam es zu massiven Auswüchsen. Konservativismus, Militärismus, der traditionelle biedermeierliche Sinn der Bourgeoisie und soziale Gerechtigkeit wurden nun von den Ausdrucksforschern mit ihrem Herzschrei, einem Ruf nach Abreise, nach Wandel, nach Echtheit, bekämpft.

Vor dem Hintergrund einer immer stärker industriell geprägten Arbeitswelt mit großen gesellschaftlichen Kontrasten beschäftigten sich die Ausdrucksformen zum einen mit ihrer eigenen Befreiung als Menschen und Kunstschaffende. Zugleich verstanden sie sich aber auch als Boxer für diejenigen, die in dieser Gemeinschaft unter die Räder geworfen wurden, als Boxer für eine lebenswertere Zeit. Sie war keineswegs eine auf das Äußere beschränkte Rebellion, sondern das Interesse der Ausdrucksformen war zunächst politischer und sozialer Natur.

Vor allem in der expressiven Literaturgeschichte steht das Bildnis des Fausters, der sich über eine zur Zerstörung verurteilte und fegende Gemeinschaft stellt, um endlich Raum für das Neue zu machen, im Gegensatz zur kleinbürgerlichen Kleingeistigkeit, die als untragbar wahrgenommen wird und immer von Immobilität, Scheinheiligkeit, Gewinngiereiz und Herzblutlosigkeit geprägt ist. Der Expressionismus zielte auf einen völligen Durchbruch mit der Geschichte ab, die in endzeitlichen Darstellungen inszeniert wurde.

Es sollte alles, was existierte, rücksichtslos zerkleinert und zerschlagen werden, denn der Bau einer neuen Dimension konnte nur auf den Ruinen der antiken oder vor allem aus dem Nichts erfolgen. Dies wurde in der Fachliteratur oft als Generationsstreit bezeichnet, in dem der bedrängte Junge endlich über den rückschrittlichen, brutalen Vatersohn in einem echten oder metaphernhaften Völkermord triumphiert und damit das Hemmnis für die Schaffung einer neuen lebenswerteren Lebenswelt beseitigt, die immer mit einem leidenschaftlichen Pathetismus in Verbindung gebracht wird.

Auf politischer Ebene, aus Verachtung vor der bestehenden Ordnung und schließlich vor jeder etablierten Instanz, folgten sie dem Aufruf zur Umdrehung, aber auch der Kriegslust vieler Ausdrucksformen, die sie als eine Form der Katarsis, als ein reinigender Gewittersturm, dem eine verbesserte Gemeinschaft folgt sahen. Zahlreiche expressive Kunstschaffende engagierten sich ehrenamtlich für den Kampf, darunter Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, August Macke, Franz Marc, Oskar Kokoschka und Otto Dix.

In einigen Fällen hofften sie auch, dass die Kriegserfahrungen ihnen neue Anregungen für ihre Gemälde geben würden. Aber einige von ihnen konnten die Kriegsrealität nicht verkraften, wurden nach körperlichen und seelischen Störungen frühzeitig freigelassen und wurden zu Krieggegnern, andere wie Franz Marc und August Maccke starben im War. Der Expressionismus stellte jedoch in all seinen verschiedenen und manchmal widersprüchlichen Ausprägungen einen grundlegenden Grundanspruch auf Allgemeingültigkeit dar.

Von Beginn an bekamen die Expressionisten maßgebliche Anregungen aus dem In- und Ausland und pflegen einen lebendigen Dialog mit fremden Künste. Expressionismus steht in unmittelbarem Bezug zu Verwerfungen auf der internationalen Bühne; von Bedeutung ist zum Beispiel, dass wichtige Bewegungen wie z. B. in Frankreich die Fauvisten und Kubisten und in Italien die Futuristen in Italien nahezu zeitgleich mit dem dt. Expressionismus auftraten.

Der Fauvist (Fauves), dessen bedeutendste Repräsentanten Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und André Dérain waren, spielte eine wichtige Rolle bei der Entfaltung des Expressionismus. Auch Maler wie Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh waren vorbildlich; letztere wurden oft zu den französichen Künstlern gezählt. In Frankreich hatten die jugendlichen Maler kein klar definiertes Arbeitsprogramm, keine Theorien für ihre Werke, aber was sie gemein hatten, war die Zurückweisung von Eindruck und Naturverbundenheit.

Ausschlaggebende stilistische Merkmale ihrer Gemälde, die auch bei den Künstlern des Expressionismus zu beobachten sind, waren die Priorität der Farben, die Verfeinerung der Darstellung und der Wegfall der Körperformung. Mit großem Engagement widmeten sich die deutschsprachigen Ausdrucksformen der neuen französischen Kultur, während sie die damalige deutschsprachige Kultur oft als zurückgeblieben ansahen. Der Belgier James Ensor und der Norwegische Edvard Munch zählen ebenfalls zu den Vorreitern des Expressionismus; ebenso bedeutsam ist die Neuentdeckung des expressionistischen Spätrenaissance-Künstlers El Greco.

Expressionismus mit seinem Radikalpathos ist ein charakteristisches deutsches Phänomen, das sich sowohl durch die künstlerische Überlieferung als auch durch die besonderen geschichtlichen Umstände erweist. Er wird daher als kunstgeschichtlicher Terminus im engen Sinne für die deutschsprachige Ausdruckskunst zwischen 1905 und 1925 verwendet. Obwohl sie viele Dinge mit den zeitgenössischen Tendenzen in anderen europÃ?ischen LÃ?ndern gemeinsam hat, wie z.B. den auch eine subjektive Ausdrucksweise darstellenden französischen Bildfauvismus, hielten die Franzosen Ãsthetik, Gestaltung und Malerei mehr fÃ?r wichtig, wÃ?hrend der anfangs gesellschaftlich und politisch engagierte in der Regel radikalere Mittelwahl des deutschen Expressionismus im Einklang mit seinen oft heftigen Zielen war.

Expressionismus kann zunächst als ein Zeichen des Protestes gegen eine rückschrittliche, verknöcherte Gesellschaftsform betrachtet werden, kann aber in ihren vielschichtigen Ausprägungen keineswegs allein dadurch erklingen. Die bloße Feststellung, dass andere revolutionäre Innovationen in der bildenden Künste wie Kuba und Zukunftsmusik etwa zur gleichen Zeit in Europa stattgefunden haben, zeigt, dass die Entwicklung des Expressionismus nicht nur auf der besonderen Lage Deutschlands als Rückwärtsmonarchie beruht, sondern in einen größeren Kontext eingebunden ist.

Oft wird der Expressionismus mit der Malerei der Germanistik in Zusammenhang gebracht, einer Zeit, in der der Maler über seinen Rang in der Weltgeschichte ausführlich nachdenkt: Zum einen in einer verallgemeinerbaren Gestalt als Beziehung des Menschen zur Umwelt (und zu Gott), aber auch ganz spezifisch und ausdrücklich in Beziehung zu sich selbst, als Maler und Einzelner, der seine eigene, unmissverständliche Person mit seinem eigenen Weltbild einfordert.

Ähnlich wie der Expressionismus ist die Romantische in erster Linie ein Geisteszustand, kein Einheitsstil. Sie ist auch in sozialen Veraenderungen verwurzelt, die unter anderem zur zunehmenden Losloesung der Kuenstler von Kirchen- und Adelspaten gefuehrt haben, was es notwendig machte, die Position des Kuenstlers neu zu definieren, der seinen Stammsitz in der Gemeinschaft verlor und immer selbststaendiger war.

Zur Zeit der Herausbildung des Expressionismus hatte sich die Weltentwicklung nun beträchtlich entwickelt, wobei vor allem die Industrielle Revolution ganz neue Räume geschaffen hat; der Maler wurde auch als Mensch, als Mensch auf eine neue, bedrohliche Art befragt. Das geht weit über die restriktiven Bedingungen der Wilhelminen Gesellschaf t hinaus; über die staatliche gegenständliche Malerei hinweg brauchten Kunstschaffende ein frisches Selbstbild, eine neue Identifikation in einer radikal geänderten Zeit.

Der Einzelne, der Kunstschaffende, wird in der Industriegesellschaft auf sich selbst zurückgeschoben; Einmaligkeit und die daraus entstehende Alleinseinigkeit werden zur Grundlage des subjektiven Selbstbildes des heutigen Menschen. Anfang des zwanzigsten Jahrhundert zeichnet sich eine neue Lust auf Lebensfreude in allen Kunstbereichen ab, eine Hoffnung auf ein zukünftiges Ganzes durch den Einsatz aller individuellen Kräfte.

Die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Kunstschaffender und Welten wird geschüttelt, der Ausdrucksgelehrte ist nicht mehr an eine gegenständliche Realität gebunden und hinterfragt grundlegend das Gewohnte. Sie zeigt sich zum Beispiel in den Arbeiten von Edvard Munch, die eine Innenwelt repräsentieren, oder in den Maskengemälden des belgischen Malers James Ensor: Man kann in seinen Gemälden nicht mehr zwischen Maske und Gesicht erkennen; in seiner Malerei ist die Malerei deutlich kein Weltbild mehr, sondern spiegelt den subjektiven Blick des Einzelnen und des Malers wider.

Von großer Wichtigkeit ist auch hier Vincent van Gogh; seine über alle Malkonventionen hinausgehende, eigenständige Beeinflussung der Gemälde hatte auch einen großen Einfluß auf die Spätkunst, vor allem auf die Fauvistik und den Expressionismus. In der Arbeit individueller, kompromißloser Wegbereiter gab es zwar deutliche Bruchstellen mit der Vergangenheit, aber noch keine Gruppierung hatte bisher gemeinsam eine so radikale subjektive Einstellung geltend gemacht wie die expressionistischen.

Nach ihren Absichten wandten sich die expressionistischen Werke nicht nur gegen die klassische wissenschaftliche Literatur, sondern letztendlich auch gegen den ehemals revolutionären Duktus des Islam; ihre Absichten und Mittel waren das genaue Gegenteil von denen der Impressionisten: Die Impressionen und vor allem ihre späterer Verwandtschaft im Punktesystem ismus oder Teilungstheorie sind der Ansatz einer versachlichten Darstellung der Realität nach allgemeingültigen, physikalischen Gesichtsgesetzen.

Erklärtes Anliegen des Malters ist es, das, was das Publikum wahrnimmt, exakt zu reproduzieren, so dass die Objektivität des Meisters - jedenfalls in der Absicht - kaum zum Einsatz kommt. Für eine sachlich nachvollziehbare Repräsentation der Wirklichkeit will der Künstler den Eigenanteil auf ein Mindestmaß beschränken, wodurch die Wirklichkeit vor allem als das Erscheinungsbild der Außenwelt zu deuten ist.

In völligem Kontrast dazu ist der Expressionismus oft eine Art der gewalttätigsten Selbstbestätigung. Das Gesehene und Erlebte psychologisch zu transformieren, ist seine Eigenschaft als Ausdruckskunst, als Ausdruckskunst, als Ausdruckskunst, als Charakteristik seine oft bewertete Radikalität, auch im Sinn einer politisch geprägten Aussage, die zum Teil ganz spezifisch zu Aufhetzungszwecken genutzt wurde.

Die expressive Malerei entsteht vor allem aus einer bestimmten Denkweise, die weniger eine theoretische als eine leidenschaftliche ist. Der Expressionismus ist kein eindeutig definierter, vereinheitlichter Stile; als kunsthistorisches Epochenkonzept wird er daher von einigen Kulturhistorikern gar vollständig zurückgewiesen. Zunächst bestand zwischen den expressiven Künstlerinnen und Künstler nur hinsichtlich der Abkehr von den dominanten sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Uneinigkeit.

Der Expressionismus ist der Begriff der Objektivität durch individuelles, dem jeweiligen Maler angemessenes Mittel; folglich gibt es innerhalb der dem Expressionismus zugeschriebenen Arbeiten große Stilunterschiede, die die Zuordnung zum Expressionismus manchmal problematisieren. Der Expressionismus kann nicht an Formalitäten gebunden werden, sondern bestenfalls an Einstellungen. Neben den geistigen Auseinandersetzungen gibt es die Forderung nach gewalttätigen Revolutionen, die Begeisterung für Krieg und Frieden; teilweise wird das Individuum, teilweise das Kollektiv, soziale oder kulturelle Umfeld in den Vordergrund gestellt; der Expressionismus ist eine kunstvolle Kontrast- und Widersprüchekunst in Inhalt und Form.

Die Vorstellung einer universellen und nicht nur auf die Ästhetik begrenzten Umdrehung und die Vorstellung von einer dringenden Verpflichtung, alle Wertvorstellungen und Umstände zu stürzen, prägen den deutschen Expressionismus. Mit den veränderten Zielen der expressionistischen Malerei wurden neue Stilmittel benötigt. Vor allem in der französichen Malerei, in der kindlichen volkstümlichen Malerei und, wie die Franzosen, auch in der neuentwickelten Malerei der Erstgeborenen, d.h. der Bildhauerei von Afrika und der Südsüdostsee, haben sie diese Modelle gefunden.

Der Expressionismus erzeugt im starken Kontrast zur etablierten Malerei eine widernatürliche Welt aus Farbe und Form, losgelöst vom Naturmodell, das nicht mehr den traditionellen Schönheitsideen entspreche. Vor allem primitive Modelle haben diese Methode, die Vereinfachungen und spontane Eingriffe verlangt (Korrekturen sind hier nicht möglich), beeinflusst; expressive Farbholzschnitte sind oft durch Verfremdung und Denkmalpflege geprägt.

Andere wesentliche Charakteristika des expressionistischen Werkes sind helle Farben, Vergröberungen und Verzerrungen der Form, Flach- und Buntglasmalerei mit schwarzen Pinselstrichen und Umrissen ( "Kirchner Tacktes Mädchen") und eine Spontanübertragung des Motivs ohne Vorarbeiten. Manche Ausdrucksformen, allen voran Wassily Kandinsky, führten diesen Weg schliesslich in die Abstraktion: Das Hauptziel ist nicht mehr die Darstellung der Realität, es tauchen neue und ungegenständliche Lebenswelten auf.

Der Expressionismus war in seinem radikalen anti-traditionellen Zugang eine Umdrehung, die sich gegen alles richtete, was bis dahin als gepflegte Gemälde sowohl formell als auch zum Teil in Beziehung zu den Subjekten (wie die Gemälde von Erich Heckel, die Verrückte darstellen) begriffen worden war, und in erster Linie als Provozierung wahrgenommen wurde.

Später, unter den Nazis, wurde eine große Zahl von expressionistischen Kunstwerken als "entartet" klassifiziert, aus dem Museum genommen, versteigert und in einigen Fällen zerstört; den Malern wurde die Ausstellung untersagt und einigen von ihnen (z.B. Emil Nolde) die Malerei verboten. Expressionismus war nie eine vereinte, zusammenhängende Entwicklung; er definiert sich in erster Linie aus der Verneinung, als ein Widerspruch gegen den sozialen, politisch und künstlerisch bedingten Zustand, als ein alternativer Jugendentwurf zur Kapitalismusbürgerschaft, deren Realismus, Egosimus und Machtdenken gebrandmarkt werden.

Die deutsche expressionistische Moderne wird jedoch heute vor allem von zwei Künstlerkreisen bestimmt: zum einen von der 1905 in Dresden tagenden Künstlergemeinschaft Die Brucke, zu der unter anderem die Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Otto Müller und zeitweilig Emil Nolde gehörten, und zum anderen von Der Blaue Reiter, der 1911 in München gegrünet wurde.

Er gehörte zu den russischen Künstlern Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky sowie Franz Marc, August Macke, Paul Klee, Gabriele Münter und Heinrich Campendonk; zu seinem Zirkel zählten auch Musiker wie der Komponist und Maler Arnold Schönberg. Darüber hinaus gab es außerhalb dieser Gruppierungen eine Vielzahl unabhängiger Kunstschaffender, die vorübergehend oder permanent expressiv wirkten, wie Max Beckmann, Paula Modersohn-Becker, Ludwig Meidner und Christian Rohlfs.

Aber auch Otto Dix und George Grosz waren in ihrer Frühphase zum Teil dem Expressionismus zuzurechnen. Wichtige Persönlichkeiten wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka waren ein unabhängiger Ausdruck des Expressionismus in Österreich. Wilhelm Lehmbruck und Ernst Barlach, letzterer auch Grafiker und Autor, sind als Repräsentanten der expressiven Skulptur zu erwähn.

Im Jahr 1905, in dem die erste Fauvistenausstellung in Paris gezeigt wurde, markierte die Neugründung der Brück in Dresden den Aufbruch in den dt. Expressionismus. Begründer der Bridge war eine kleine Schar junger Architekten, die bald von anderen Künstlern unterstützt wurden. Bei den meisten Mitgliedern der Bridge handelte es sich um künstliche Autodidaktinnen ohne wissenschaftliche Bildung, was für ihre Arbeit von großer Wichtigkeit ist: Sie war nie wissenschaftlichen Beschränkungen ausgesetzt gewesen und konnte sich daher ungehindert weiterentwickeln, mit selbst gewählten, unspezifizierten Modellen.

Wahrscheinlich geht der Titel Die Breite auf Friedrich Nietzsches Schreiben Thus spricht Zarathustra zurück, der im vierten Vorwort unter anderem das Abbild der Hängebrücke verwendet: "Der Mensch ist ein zwischen Mensch und Übermenschen gebundenes Drahtseil - ein Drahtseil über einem Abgrund. Das Tolle am Menschen ist, dass er eine Verbindung und kein Ziel ist: Was am Menschen liebeswürdig ist, ist, dass er eine Praxis und ein Vergnügen ist.

"Die Entscheidung für diesen Namen ist bereits ein expressives Grundproblem. Die Künstlerin versteht sich in einer Vermittlerrolle zwischen Kultur und gesellschaftlicher Gemeinschaft, die sie durch eben diese Kultur ändern will. Die Programmatik der Hängebrücke war kurz und bündig. "Dieses Projekt beinhaltet keine ethische Maxima, aber vor allem demonstriert es den evolutionären Impuls der Nachwuchskünstler und fordert sie zur Vereinigung auf.

Auf der 1906 von Schmidt-Rottluff geschriebenen Aufforderung an Emil Nolde, sich an der Brucke zu beteiligen, steht sogar: "Eine der Bemühungen der Brucke besteht darin, alle Revolutionselemente und Gärungselemente anzuziehen - das ist es, was der Begriff Brucke bedeutet. "Die Brückenmaler verstanden ihre künstlerische Gemeinschaft als eine Lebensweise, die sich der Kapitalgesellschaft widersetzt; sie sollten in Harmonie mit dem Kunstwerk sein.

Gemeinsam wurde gelebt, gearbeitet und gereist, wobei ein gewisser bildnerischer Stil der Gruppe entwickelt wurde. Mit dem schrittweisen Einzug vieler Glieder nach Berlin veränderte sich dies, die individuellen künstlerischen Persönlichkeiten unterschieden sich immer mehr, was 1913 aufgrund von Differenzen zu einer Aufhebung der Hängebrücke führten. Im Sinne ihrer erstrebten Vermittlerrolle, die sie in der Namenswahl zum Ausdruck brachten, richtet sich ihr Angebot nicht nur an die Kreativen, sondern ausdrücklich auch an die Kenner, das Besucher.

Gewünschtes Leitbild war ein stetiger Dialog, eine Wechselwirkung zwischen den Künstlerinnen und Künstler selbst sowie zwischen Kultur und gesellschaftlicher Entwicklung. Anders als die zeitweilig enge Kooperation der Brückenmitglieder in Dresden bilden die Münchner Kunstschaffenden des Blues Reiter mehr eine Interessengemeinschaft als eine Arbeits- und Wohngemeinschaft, und sie interessieren sich auch mehr für die künstlerischen als für die sozialen Belange.

Der Einfluß der russische Maler Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky fügt spezielle Komponenten hinzu, ihr pantheistisches Weltbild zielt eher auf eine geheimnisvolle Internalisierung und betont den spirituellen Charakter der Malerei, der sich auf die Formgebung ihrer Gemälde auswirkt und in der immer mehr verzichtenden Verzicht auf die sichtbare Weltöffentlichkeit führt manch einer der Künste schlussendlich zur Vergegenwärtigung.

"â??Wir gehen von der Idee aus, dass der KÃ?nstler neben den EindÃ?cken, die er von der AuÃ?enwelt, von der Ã-ffentlichkeit, von der Ã-ffentlichkeit erhÃ?lt, stÃ?ndig Erfahrungen in einer Innenwelt und[der Suche] nach von allen Kleinigkeiten befreiten Gestalten sammeln muss, um nur das auszudrÃ?cken, was notwendig ist, kurz gesagt, das Bestreben nach kÃ?nstlerischer Gesamtvielfalt, dies ist aus unserer Sicht eine Körperform, die derzeit mehr und mehr Schöpfern in der SpiritualitÃ?

"Hier wurde der psychische und formelle Gesichtspunkt der Künste mehr hervorgehoben als der gesellschaftspolitische. So kam es 1911 innerhalb der Künstlergruppe zu Differenzen bei dem bereits zur Abtreibung führenden Gemälde "Komposition V" von Candinsky, dessen Austellung ihm verwehrt wurde; unter anderem verließen Candinsky, Franz Marc und Gabriele Münter den Verein und gründeten die Künstlergruppe Der Blaue Reiter, die sie nach einem Gemälde von Candinsky benannten.

Am Anfang des Ersten Weltkrieges löste sich die Künstlervereinigung auf; Kandinsky kam nach Russland zurück, August Macke und Franz Marc stürzten sich in den Irak. Sie war viel theoretischer ausgerichtet und beschäftigte sich mehr mit Stilfragen, Foulismus und Kubaismus als die Brückenmitglieder; Kandinsky schrieb das wichtige kunsttheoretische Werk "Über das Geistige in der Kunst" (1912).

Von besonderer Wichtigkeit ist auch der von Kandinsky und Franz Marc 1912 veröffentlichte und von ihm bearbeitete und 1912 veröffentlichte Kalender Der blasse Reiter, der zwar regelmäßig veröffentlicht werden sollte, aber ein veröffentlichter Sammelband ist. Der Expressionismus wird oft als die Lebenskunst der Grossstadt angesehen. Tatsächlich ist der Begriff der Stadt von großer Wichtigkeit, denn die Isolation und Einsamkeit des Menschen in der industrialisierten Gesellschaft sind maßgebliche Vorraussetzungen für die Entwicklung der expressiven Künstler.

Als jüngste europäische Metropole Berlins ist die Aufhebung von Sicherungsstrukturen besonders sichtbar und somit sind Expressionismus und Stadtplanung hier direkt verbunden. Der Expressionismus war jedoch nicht, wie man vermuten könnte, in Berlin entstanden; die Brückenkünstler trafen sich in Dresden und kommen erst später nach Berlin, die des Blaubarts Reiter in München, Maler wie Emil Nolde und Paula Modersohn-Becker in Abgeschiedenheit auf dem Lande.

Allerdings sind viele dieser Künste zeitweilig nach Berlin gekommen oder haben sich dort niedergelassen, so dass sich in der expressiven Arbeit zwei unterschiedliche, manchmal aufeinander folgende Grundrichtungen entwickelten: Eine Vielzahl von Künstlern des Expressionismus wandte sich von der Gemeinschaft ab, um nach einem neuen Natursinn zu suchen, von denen einige religiös und pantheistisch waren. Das Bestreben nach Einigkeit mit der Umwelt hat manchmal etwas mit den Vorstellungen der deutschsprachigen Literatur zu tun.

Andererseits hat das metropolitanische Thema einen bedeutenden Stellenwert in der expressiven bildenden Künste. Die Landschaft ist daher ein typisches expressives Thema, ebenso wie zahlreiche Akt- und Badebilder in freier Wildbahn. In den Dresdner Jahren verweilten die Brückenkünstler oft den gemeinsamen Feriensommer am Murtensee, wo sie mit ihren Models in großer Freiheiten wohnten und wirkten und ihre Vorstellungen von Sinnvollheit zwischen Wohnkunst und Lifestyle sowie von Naturverbundenheit zu verwirklichen suchten.

Otto Müllers Arbeit befasste sich vor allem mit dem abweichenden, naturverbundenen Außenleben der Zigeuner, mit denen er auch zum Teil zusammenlebte. Der Franz Marc widmete sich ganz dem Wesen, das er als Gegenpol zur korrupten Menschlichkeit sah. Dazu schrieb er in einem Schreiben an August Macke: "Das tierische in seiner naturgegebenen Originalität war für ihn der Startpunkt für eine Suche nach dem Essentiellen in einer perversen Lebenswelt; dabei kommt er den Ideen der deutschsprachigen Antike besonders nah.

Dabei hat er sich mit dem Objekt identifiziert, versucht, das Objekt nicht zu repräsentieren, sondern die Umwelt aus der Perspektive des Objekts, zum Beispiel auf dem Rücken eines Reiters, in dem der Beobachter in eine mit dem Objekt verbundene Umgebung schaut, gewissermaßen mit den Blicken des Objekts. Dabei nutzte er einige kubistische Formenelemente und entwarf eine Farbsymbolik, in der die Farbe unterschiedlichen Begriffen und Gefühlen zugewiesen wird, die wiederum an die deutschsprachige Literatur wie Philipp Otto Runges Farbtheorie erinnerte.

Auf der Suche der expressionistischen Strömungen ging es immer um das Echte, das Authentische. Daraus ergibt sich auch ihr großes Engagement für die volkstümliche Malerei, wie z.B. bayerische Hinterglasmalerei, und insbesondere für die ursprüngliche, urtümliche und altertümliche Malerei der Nordsee. Die Abbildung eines naturverbundenen schlichten Lebensstils wird hier zu einer Paradiesutopie, die gerade nach der Traumerfahrung des Krieges eine Form der Zuflucht in eine schönere, friedlichere Lebenswelt ist.

Auguste Malacke dagegen transportierte alltägliche Motive in seinen Gemälden in eine etwas zeitlich unbegrenzte Welt: Farbe und Gestaltung sind stimmig, die Szenen mit den oft gesichtslosen, ent-individualisierten Gestalten erscheinen fröhlich, beinahe träumerisch, vereist. Nichts ist beängstigend, nichts negativ, nichts bricht zusammen, seine Gemälde beinhalten keine Aussage oder Bewertung, eine Form des künstlichen, weltabgewandten Friedens herrschte in diesem Bild der puren Freude an Farbe und Form kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges.

Im Jahr 1911 übersiedelten viele Maler der "Brücke" nach Berlin, was ihre Gemälde sehr verändert hat, und auch andere Maler widmeten sich dem Großstadtthema. In der expressiven Kultur tritt die Metropole zum Teil als Lastzug, als ungeheuerlicher, gefahrvoller Ausbeutungsort und als unmenschliche Dimension auf, wie beispielsweise in Ludwig Meidners Apokalyptikbildern, die wie eine Vorahnung des Ersten Weltkriegs aussehen; Medidner war einer der wenigen Kunstschaffenden, der den Bürgerkrieg von vorweggenommen und abgelehnt hat.

Andererseits handeln die expressiven Vorstellungen vom Stadtleben, von den Prozessen in Strassen und Cafés, von Bohemiens und Zirkussen. Die Nervosität, die Hektik, das Spiel, der Mondae, die Erotik dieser Großstadtszenen fanden ihren Ausdruck im expressiven Duktus; in Kirchners Strassenbildern erscheinen Frauen der Halbkugel in spitzen, kantigen und mit nervösem Pinselstrich geprägten Gestalten (die Kyprenchner als hieroglyphisch bezeichnet hat), in manchmal giftigen und kontrastierenden Farben, die schon allein durch ihre Malkunst provokativ und gefaehrlich erscheinen.

George Grosz' frühe Gemälde, die expressive Stilmittel beinhalten, zeigen die Großstadt auch als einen Raum der ungezügelten Unterhaltung sowie der Ungerechtigkeit an sich. Die Kriegshandlungen, in die die expressionistischen Kräfte hineingezogen worden waren, teilweise willentlich, teilweise erzwungen, und die damit einhergehende Ernüchterung änderten die expressionistischen Künste. In ihren Arbeiten bearbeiteten sie ihre Erfahrungswerte mehr oder weniger unmittelbar, die Stilmittel des metropolitanen Expressionismus wurden oft zur Basis für die Repräsentation einer geänderten Wahrnehmungsweise, die Malerei wurde antimilitärisch, politisch und in ihrer Formulierungsform teilweise extrem agressiv.

Er war mit seinen scharfen Übergriffen auf die Säulen der Gemeinschaft ein politisch engagiert arbeitender Maler. Kirchner, der 1915 von der Vorderseite freigestellt war, malt noch im gleichen Jahr sein Soldatenporträt; er präsentiert sich in Dienstuniform und präsentiert dem Zuschauer einen Stumpf seines Armes, die rechte Seite, mit der der Maler erschafft, wird abgeschlagen, seine Schaffenskraft und sein schöpferisches Dasein vernichtet.

Das 1917 gemaltes Selbstporträt mit einem roten Tuch verdeutlicht auf schockierende Art und Weise die Auswirkungen des Kriegs auf den vom Terror verfolgten Maler. Aber auch bei der Veranschaulichung bekannter Bildmotive gingen die Ausdrucksformen formell und thematisch neue Pfade und waren schockiert darüber, dass sie die Kunstkonventionen der Repräsentation und die Betrachtungsgewohnheiten des Zuschauers gänzlich aufgegeben und ihren objektiven Ansichten und Interpretationen freie Hand gelassen haben.

Beispielsweise wurden die kirchlichen Schilderungen von Heckel, Nolde und Schmidt-Rottluff (deren "Kristus"-Holzschnitt nicht nur einige für die Öffentlichkeit nicht hinnehmbare Merkmale der "primitiven" Skulptur zeigt, sondern auch das Jahr "1918" trägt und damit einen ausdrücklichen Bezug zur Aktualität herstellt) oft als regelrechte Blasphemie wahrgenommen. Fast anarchoisch haben die Ausdrucksformen mit den bis dahin geltenden Mal- und Inhaltstraditionen gebrochen und der Schmalheit der wilhelminischen Unterdrückung mit ihrem unwiderstehlichen Verlangen nach einer kompromisslosen kreativen Umsetzung begegnet.

Der Wille, auferlegte Gestalten zu zerstören, führte zu einer intensiven Form der Zeichnung, die versucht, sich mit Hilfe radikaler Mittel von der traditionellen und der bürgerlichen Gesellschaft zu distanzieren, um neue Sichtweisen zu ergründen. Expressionismus ist mit dem Konzept der Metropole eng verknüpft, denn das Gefühl der expressionistischen Welten ist das eines Menschen, der in der industrialisierten Welten nicht mehr in einem sicheren gesellschaftlichen Zusammenhang steht, sondern mit einer neuen, vielschichtigen und oft gefährlichen Weltenkonfrontierung.

Für die expressionistischen Künstler war das Hauptobjekt ihrer Gemälde jedoch zunächst die Natur, bis hin zu märchenhaft verformten, verzerrten Südsee-Welten. Dabei ging es um ein grundlegendes, neuartiges Verständnis der Natur, ein Zeichen ihrer Lust auf eine bessere Zeit. Auf der anderen Seite beschäftigten sie sich auch unmittelbar mit der neuen Großstadtwelt, wodurch sie auch und vor allem auf ihre Nachteile achteten.

Kennzeichnend für den Expressionismus ist seine Tendenz zum Extremen, die sich in seinen oft widersprüchlichen Herangehensweisen ausdrückt, wie die begeisterte, exorbitante Glorifizierung des Menschen auf der einen Seite und die Entstehung seiner Abgründe, des Hässlichen, des Ekelhaften, des Grotesken (Die Schöpfungskrone, das Pigment, der Mensch, wie Gottfried Benn[Der Doktordirigent II] in einem Gedenkstein sagt), besonders nach der Ernüchterung des Krieges.

Die Tendenz zu Gegensätzen spiegelt sich in der Auswahl von emotional aufgeladenen und manchmal auch ungewöhnlichen Bildmotiven wider, vor allem aber in ihrer eigenwilligen, oft drastischen Repräsentationsform, d.h. in der Gestalt, im expressiven Stile, der jedoch nicht gleichförmig ist, sondern per definitionem unterschiedliche und eigentümliche Darstellungsformen antrifft, namentlich durch die Subjektivierung des Sehens und Ausdruckens des Künsstler.

Die expressive Malerei und Grafik ist oft auffällig und eindrucksvoll, gekennzeichnet durch intensive Farbigkeit und extreme Formgebung; sie ist ein Zeichen der ungetrübten Objektivität des Malers und soll den Zuschauer auch unmittelbar und gefühlsmäßig anspricht. Im Allgemeinen waren die Ausdrucksformen durch die Darstellungsweise provokanter als durch die Subjekte selbst, oft auch und gerade in ihrer Deutung herkömmlicher Bildmotive, da sie über alle malerischen Überlieferungen hinausgingen.

Ungeachtet des sozial-revolutionären Impulses, der aus den Veröffentlichungen der Texantiker erwächst, kann die expressive Gemälde letztendlich nur in begrenztem Maße als sozialkritisch und sozialpolitisch beschrieben werden, insbesondere auf der inhaltlichen Handlungsebene. So verblieben die Maler der Bridge größtenteils bei antiken Bildmustern; neben Landschaften waren ihre Hauptthemen Stilleben, Porträts und Aktfotos; es gibt keine politische Aussage in ihren Gemälden.

Der Schock des Ersten Weltkriegs hat dazu geführt, dass die Künste mehr politisiert wurden, aber diese Tendenz hat oft vom Expressionismus weggeführt, vor allem in die Neue Gegenständlichkeit. Sogar das Konzept der Öffentlichkeitsarbeit und der Ansprache einer großen Zahl von Menschen wurde in der Realität nicht verwirklicht: Die aufwändigen und für ein großes Publikumsinteresse bestimmten Veröffentlichungen wie der Kalender Der Blaubär und die expressionistischen Bilder wurden nur von einer kleinen Gruppe zur Kenntnis genommen und gewürdigt; die expressiven Malereien blieben zunächst eine handwerkliche Errungenschaft für wenige Liebende und konnten daher kaum Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft haben.

Die Öffentlichkeit war dem Expressionismus größtenteils feindlich und unverständlich gesinnt, bis hin zur später entarteten Kunstkampagne der NP. In der Nachkriegszeit bildeten sich bald neue Kunstströmungen, wie die Neue Sächlichkeit, die als Gegensätzlichkeit zum Expressionismus angesehen werden konnte; bedeutende Repräsentanten waren Otto Dix, George Grosz, Georg Schrimpf und Christian Schad.

Der Expressionismus unterscheidet sich nicht nur formell, sondern auch in der Wahl der Themen durch seine ausgeprägte Neigung zu direkter politischer Beteiligung, Spottrede und Snob. Der Expressionismus wurde manchmal der Neigung zur deutschsprachigen Romantisierung und Mystik und damit einer gewissen Distanz zur Realität beschuldigt, während die Maler der Neuen Objektivität einen genauen Realityismus vorfanden, der die Realität sachlich und unerbittlich zerlegte.

Leipzig, Reclam 1989 Franz MARC / Günter MEIßNER (Hrsg.): Buchstaben, Texte und Mitschriften.

Berner 1986. August Macke und Franz Marc: Dichtungen zu den Schwerpunktthemen des Expressionismus, von Schülerinnen und Schüler interpretiert:

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