Geschichte der Kunst

Kunstgeschichte

Zur Chronologie der Bildenden Kunst (Geschichte der Bildenden Kunst) siehe Erklärende Bildende Kunst. Kurz Geschichte der modernen Kunst, Jean Clair - Kurz Geschichte der modernen Kunst. Von der Spätantike bis zu den Anfängen der Romanik: Christian Lübke (Hrsg.), Matthias Hardt (Hrsg.).

Die Kunst, ihre Geschichte und Theorie interessieren uns im Kontext. Vom Altertum bis zur Gegenwart.

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In diesem Beitrag wird die Geisteswissenschaft erörtert. Für die chronologische Darstellung der visuellen Kunst (Geschichte der visuellen Künste) vgl. Erläuterung der visuellen Kunst. Kunsterziehung oder -geschichte ist die Lehre von der geschichtlichen Entstehung der visuellen Kunst und ihrer ikonografischen, kulturgeschichtlichen und stofflichen Ausprägung. Außerdem werden die kulturellen Funktionen der Kunst im Hinblick auf ihre künstlerischen und visuellen Realitäten sowie den kreativen Prozess der Künstlerinnen und Künstler beleuchtet und beschrieben.

Geschichte der visuellen Künste geschieht durch den Wandel der sozialen Funktionen und Positionen der Kunst, ihrer Theoriekonzeption und der Weiterentwicklung von Formen und Stilen. Das kunsthistorische Anliegen ist es, die Inhalte künstlerischer Gegenstände (Ikonographie) zu hinterfragen, ihre formelle Ausgestaltung festzulegen, die Arbeiten in Ort und Zeit zu klassifizieren und ihrer Wahrnehmung zu folgen; zum einen werden Stilkontexte diskutiert, zum anderen wird der Versuch unternommen, den geschichtlichen Zusammenhang als Grundvoraussetzung für ein Kunstwerk zu begreifen oder in das Werkkonzept einzubeziehen.

Anders als die Kunstwissenschaft sucht sich die Geschichte in der Kunst meist geschichtliche Objekte aus oder sucht sich wenigstens zeitgenössische Motive mit einem wissenschaftlichen, methodologisch fundierten Ansatz zu ergründen. Klassische Forschungsobjekte der kunsthistorischen Forschung sind die europäischen und nahöstlichen Gemälde und Grafiken, Skulpturen und Architektur vom Frühmittelalter bis in die heutige Zeit.

Der kunsthistorischen Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Entstehung der Kunst Europas aus der Zeit, als das Christentum im vierten Jh. im Kaiserreich zur Staatskirche wurde, gilt die Aufmerksamkeit der Kunstwissenschaft. Gegenwärtig dehnt sich das Untersuchungsgebiet auf die Kulturräume der so genannten Westhalbkugel aus, also auch auf Amerika oder die am weltweiten Markt teilnehmenden Zeitgenossen.

Auch wenn die Geschichte der Architektur nicht wenig von der Geschichte der Kunst geprägt ist, zählt sie heute im Grunde zu den Kulturwissenschaftlern. Kaum eine andere Gesamtkunstgeschichte kann jedoch auf die Geschichte der Architektur verzichten. Außerhalb dieser Staaten wird die Kunst außereuropäischer Kulturkreise in den entsprechenden Ländern (Sinologie, Arabien, Afrikastudien etc.) oder in übergeordneten Fächern wie der Völkerkunde erforscht.

Seit der ersten Hälfte d. J. (siehe Carl Einstein, Leo Frobenius) hat sich die Geschichte der Kunst auch für andere Kulturkreise wie die afrikanische oder asiatische Geschichte geöffnet. Daneben werden neue Repräsentationsformen wie Photographie, Kunst und Genres, Kunsthandwerk und Gestaltung beleuchtet. Zu den jüngsten kunsthistorischen Erkenntnissen gehört auch eine bildgebende Wissenschaft, die Funktion und Entwicklung der Bilder beleuchtet - ungeachtet des künstlerischen Charakters eines Bilds (vgl. z.B. Game Studies).

Jahrhundert und gehen auf Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) zurück, dessen Werke zur Kunst der Altertumskunst als erste näher untersucht wurden. Joachim von Sandrart, der in seinem 1679 veröffentlichten Werk an der Teutschen Akademie der Bildenden Künste zum ersten Mal über die deutschen Maler und Stile schrieb, kann wohl als erster deutschsprachiger Kunstexperte erwähnt werden.

Jahrhunderts hat Fiorillo den Grundstein für die kunsthistorische Forschung an der Göttinger Uni gelegt. Der zweite Impuls kam von der Theorie der Kunst, vor allem von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Johann Gottfried Herder, und der Romantis. Karl Friedrich von Rumänien und Gustav Friedrich Waagen legen den Grundstein für das Kunststudium.

Gegründet wurde sie von Geschichtswissenschaftlern wie Jacob Burckhardt, Herman Grimm und Carl Justi, die die Kunst in den allgemeinen kulturgeschichtlichen Kontext einbrachten. Zweitens, durch den Beginn der antiquarischen Besichtigung und Ordnung der traditionellen Werke, die in engem Zusammenhang mit der Kunstsammlung standen. Daraus entwickelte sich die positive und kennerhafte kunsthistorische Entwicklung (Giovanni Morelli, Gottfried Semper).

Die dritte kunsthistorische Grundlage bildete die von Heinrich Gustav Hotho, Karl Schnaase vertretene philosophische und ästhetische Seite; viele der späteren Kunstwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben ebenfalls Geschichte und Kunstphilosophie studiert (Heinrich Wölfflin). Eine eigenständige kunsthistorische Fachrichtung kann erst seit dem neunzehnten Jh. erwähnt werden. Frühere Texte beschäftigten sich hauptsächlich mit Kunst und biographischen Darstellungen.

Schriftsteller, Kunstautoren, Philosophen und Kritiker bereitete die Entstehung vor. Schon im Altertum werden Kunsttexte geschaffen, die Werke in der synästhetischen Schreibweise von Phrasen wie in Lukians Werk umschreiben oder, wie in Plinius dem Älteren, die sich mit der Geschichte der Kunst als Teil eines allgemeinen Gesamtwerks befassen (Plinius dem Älteren: Naturalis historia (Naturgeschichte)).

Auch Vitruvs 10 Bücher über Baukunst, die zwischen 33 und 22 v. Chr. entstanden sind, befassten sich im Rahmen einer grösseren Arbeit über ein anderes Themengebiet (Architektur) mit Kunst, in der er zu dem Schluss kommt, dass die Kunst einen Vorrang vor den Genres der schönen Künste hat.

Seine Abbildung "Der vitruvische Mensch" zählt zu den berühmtesten Kunstwerken und begründet Vitruvs Spätberühmtheit. Geboren 1511 ( 1574), Baumeister, höfischer Maler der Medici und zugleich Biograph der zeitgenössischen Florentiner Maler, war er einer der ersten Kulturhistoriker, der einen systematischen Ansatz verfolgte. Er beweist auch die Schaffenskraft seiner anderen Berufsgruppen als Autor: Mit der "Gotik", die er als Barbarei (italienisch: gotico) und der "Renaissance" als Nachfolger antiker Kunst bezeichnete, erfindet er Schlüsselkonzepte, die noch heute die Geschichte der Kunst mitprägen.

van Mander war auch Pädagoge und Kunstmaler von so bekannten Künstlern wie Frans Hals, bevor er als Autor von kunsthistorischen Sätzen auftritt. Das dreiteilige " Künstlerbuch " war das erste kunstwissenschaftliche Buch, das im ersten Teil über die Kunstgrundlagen, im zweiten Teil über Biografien von verschiedenen antiken Malern und bekannten italienischen Malern und im dritten Teil über mythologische Quellen zur holländischen Kunst erschien.

Es enthält bereits die neuen, bedeutsamen Überlegungen, die er in seinem 1764 in zweibändiger Form veröffentlichten Werk The History of Ancient Art ausführt. Darin schildert Winckelmann nicht nur die chronologische Abfolge einer antiken Kulturgeschichte, sondern auch ein griechisches Kunstsystem. Die Tatsache, dass er Archeologe und Ausgrabungsleiter war und seine Forschungen auf dem Materialwissen seiner Objekte basierten, macht ihn zum "ersten Kunsthistoriker"; dass er genaue Schilderungen als Methode des Wissens verwendete; dass er an der systematischen Gestaltung seiner Untersuchungsobjekte interessiert war.

Der erste Lehrstuhl für Kunsterziehung wurde 1799 in Göttingen eingerichte. Kunstpädagoge Johann Dominik Fiorillo leitete die Sammlung und lehrte die ersten Schüler. Durch die Auseinandersetzung mit beispielhaften Fallstudien im Bereich der kunsthistorischen Forschung hat sich die wissenschaftliche Fachdisziplin immer wieder weiterentwickelt. Grundlegend für die Universitätskunstgeschichte war zu dieser Zeit die Stilistik, d.h. die Stilanalyse von Werken, die Fragestellung des kunsthistorischen Wie, zu der die geschichtliche und wissenschaftliche Begleitforschung eines Kunstwerkes - d.h. die Fragestellung, was - als weiteres Wissensmittel kam.

Bis zur Machtübernahme 1933 wurde die Geschichte der Kunst wie kaum eine andere Naturwissenschaft von Wissenschaftlern und Lehrern an den Hochschulen Deutschlands mitgestaltet. Bedeutende deutsche Kunstgeschichtsschulen vor dem Zweiten Weltkrieg: Alois Riegl hat den Kunstbegriff als Ideengeschichte prägend, Alois Riegl den Willen der Kunst erforscht und den Terminus der spätromanischen Kunstwirtschaft prägend inszeniert.

In der ersten Hälfte d. J. hat Wölfflin mit seinem formalen Stilkonzept die Geschichte der Kunst geprägt. In Hamburg gründet der ältere Warburg-Bruder seine Bücherei zur Forschung über das Jenseits der Moderne, wobei Saxl und Bing eng zusammenarbeiten. Der kunsthistorische Zweig der Ikonenforschung wurde von Panofsky im nicht-christlichen Sinne gegründet.

Viele der jüdischen Kunstwissenschaftler haben ihre Lehrbefähigung eingebüßt und mussten nach 1933 aufgrund des Gesetz über die Wiedereinsetzung in den Berufsdienst auswandern. Auch die Kunsthistorikerinnen und -historiker stimmten den Zielsetzungen des NS mit Nachdruck zu. Aus der Perspektive ihrer Beziehung zum "Dritten Reich" waren Wilhelm Pinder (München, Berlin), Hans Sedlmayr (Wien) und Percy Ernst Schramm (Göttingen) bereits selbst Objekte der kunstgeschichtlichen Erforschung.

Mit der Ausweisung wichtiger Wissenschafter durch die Nazis entstehen bedeutende kunsthistorische Forschungszentren im Ausland: in Großbritannien das Warburg Institut, das Courtauld Institut und Oxford sowie in den USA an den Hochschulen von Princeton, Columbia, Berkeley und Stanford. Italien: Giovanni Morelli, Benedetto Croce (auch Philosophie) und Luca Beltrami. Das Thema ist heute weniger von der Schule als von hervorragenden Personen und Forschungsbereichen bestimmt.

Es ist schwierig, eine präzise Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen zu treffen, aber letztere umfasst in der Regel benachbarte Disziplinen aus der Psyche, Sozialwissenschaft, Kulturgeschichte und dergleichen. Einige Kunsthistoriker sehen die bedeutendsten Forschungsgebiete der neueren Geschichte nicht mehr in der Erhaltung, Altersbestimmung und Klassifizierung der einzelnen Werke, sondern in der Erforschung der Funktion, Struktur und soziologischen Signifikanz von Werken der Kunst und der Kunst im Allgemeinen.

Die Kunstwissenschaftler nehmen damit die Entwicklung anderer Geisteswissenschaften auf. Dennoch darf die Gebäudeforschung und der damit verbundene objektorientierte Ansatz der kunsthistorischen Forschung nicht weiter vernachlässigt werden, da selbst theoretische Werke nur dann glaubhaft sind, wenn sie - wie es oft nicht der Fall ist - auf konkreten, überprüfbaren Erkenntnissen beruhen können.

Folgende Berufsverbände repräsentieren die Belange der Kunsthistoriker: Ulrich Pfisterer (Hrsg.): Lexikon Kunststoffwissenschaft. B. Klein (Ed.): History of the Visual Arts in Germany - Gothic . K. Krause (Hrsg.): Geschichte der visuellen Kunst in Deutschland - Spätgothik und Renaisanc. Presseverlag, München 2007 A. Beyer (Hrsg.): Geschichte der visuellen Künste in Deutschland - Klassische und romantische Kunst.

H. Kohle (Hrsg.): Geschichte der visuellen Künste in Deutschland - Vom klassischen Klassiker des klassischen Kunsthandwerks bis zum Impressionismus. B. Lange (Hrsg.): Geschichte der visuellen Künste in Deutschland - Vom Ausdruck des Ausdrucks bis zur Gegenwart.... Marcel Baumgartner: Einstieg in das Kunstgeschichtsstudium.

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Kunstwissenschaften. Anja Zimmermann ( (ed.): kunstgeschichte und Gender: eine Einführung Réimer, Berlin 2006 Michael Hatt, Charlotte Klonk: Artist. Jose Pijoan (Hrsg.): Arte. Weltkunstgeschichte. Der Grammont Verlag und die Firma El Salvat Editores S. A., Lausanne 1979, ISBN 2-8270-0539-5 Oliver Grau (Hrsg.): MediaArtHistories, MIT-Press, Cambridge/Mass. Julia Allerstorfer, Monika Leisch-Kiesl (Hrsg.): "Globale Kunstgeschichte".

Transkultureller Ort der Kunst und Kunstwissenschaften, Transkript, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4061-8 Udo Kultermann, Die Geschichte der Kulturgeschichte. Georg Kauffmann (Autor) und Gemeinsame Arbeitsgruppe der Rheinisch-Westfälischen Akademie und der Gerda Henkel Privatstiftung (Hrsg.): Der Ursprung der Kulturgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts. Hubert Locher: Kulturgeschichte als kunsthistorische Theorie: 1750-1950 in München 2001 in München Ulrich Pfisterer: Die italienische Literatur der Renaissance: Eine Geschichte in Literatur.

Reclam, Stuttgart 2002 Nikola Doll, Christian Fuhrmeister und Michael H. Sprenger (Hrsg.): Kulturgeschichte im NS. BeitrÃ?ge zur Geschichte einer Wissenschaft zwischen 1930 und 1950 in Weimar, Publisher and database for the humanities 2005, ISBN 3-89739-481-2; Review James A. van Dyke in: Artchronik Jahrgang 60, 2007, Ausgabe 1, S. 27-32 Austellungen.

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