Konkret Kunst

Die Konkrete Kunst

KONSTRUKTIV - KONKRETE KUNST. Sie streiten viel über Kunst. Privatstiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen. Mit dem Neubau hat das Museum für Konkrete Kunst große Pläne. Zahlreiche übersetzte Beispielsätze mit "concrete art" - Englisch-Deutsches Wörterbuch und Suchmaschine für Millionen von englischen Übersetzungen.

Gegenständliche Kunst - Freilichtmuseum für Gegenwartskunst

Kaum eine andere Bewegung der modernen Kunst hat bis heute so viele Mißverständnisse, Sagen und Befürchtungen hervorgerufen. Mißverständnisse entstehen dadurch, wie schmal oder breit der Terminus zu erfassen ist, Mythos entsteht durch weltanschauliche Aneignungen und Befürchtungen sind bei den unbefangenen BesucherInnen zu verspüren, die sich nicht auf den Terminus "Konkrete Kunst" reimen können und unbegreifliche Begriffe fürchten.

Gegenständliche Kunst ist eine direkte, auf sinnliche Erfahrung ausgerichtete Kunstbewegung, die auch ohne Vorkenntnisse, aber zwangsläufig auch ohne Beeinträchtigung begriffen werden kann. Sie ist eine gegenstandslose Kunst in Gemälden, Skulpturen, Filmen oder Rauminstallationen, die die sichtbaren Welten nicht darstellen will. Begonnen hat alles 1915 mit dem Bild "Schwarzes Quadrat" des Russen Kasimir Malewitsch, das noch heute als radikale Zäsur mit einer bis dahin geltenden Kunst-Tradition gilt.

Sie wurde von verschiedenen anderen Künstlern erarbeitet und ist nicht ohne Geschichte entstanden, kann aber als "Urknall" der Konkreten und Konstruktiven Kunst inszeniert werden. Es wurde nach Wegen gesucht, das Unsichtbar, das möglicherweise Unverständliche und Sichtbare zu machen. Das Zusammentreffen von Gefühlen mit Farbe und Form hat unzählige Menschen beschäftigt.

Das Konzept der "Konkreten Kunst" etablierte sich erst 1930 durch einen von Theo van Doesburg verfassten Künstlertext für unterschiedliche nicht-gegenständliche und formale Auffassungen. Die Betonkunst wurde insbesondere durch die Verkleinerung auf die Schweizerischen Rezeptionen, den so genannten "Zürcher Beton", sehr schmal umrissen. In den 40er und 50er Jahren prägten dort Akteure wie Richard Paul Lohse und Max Bill den Dialog durch zahlreiche Veröffentlichungen und hielten die Tatsache für wichtig, dass es sich bei der Gegenwartskunst um eine rational und rechnerisch fundierte Kunst handelte.

Das Unbewusste oder gar Geistige konnte nach ihren Vorstellungen keineswegs mit der Kunst der Gegenwart in Verbindung gebracht werden. Der amerikanische Expressionismus und die gezielte politische Unterstützung in Westeuropa und den USA führten in der Zeit nach dem Krieg zu einem gewaltigen Anstieg der Bedeutung der abstrakten Kunst. Als radikale Kontrastierung zur angeblich objektiv wirkenden und auf verständlichen Gesichtspunkten basierenden Gegenständlichkeit wurde die frei abstrahierende Gebärde inszeniert.

Aber Richard Paul Lohses logisches Gemälde will mehr als nur die mathematischen Gesetzmäßigkeiten illustrieren. Insbesondere Lohnse hatte große soziale Zielsetzungen und wollte mit seiner Kunst dazu beitragen, daß System und Struktur erkennbar und damit umformbar werden. Der gebürtige Düsseldorfer Max Bill, der als visueller Maler, Gestalter und Baumeister tätig war, schuf Räumlichkeiten, Mobiliar und Gegenstände, die seine Idee einer funktionellen, zeitgenössischen Lebenswelt wiederspiegeln.

Seit jeher ist es eine Kunst, die große gesellschaftliche Herausforderungen annimmt und die Umwelt mitgestalten will. So entsteht eine intensive Beziehung zum Thema Gestaltung, die von Künstlern wie Max Bill, Anton Stankowski, Walter Dexel, Erich Buchholz und vielen anderen natürlich neben ihrer künstlerischen Arbeit umgesetzt wird.

In seinem neuen Gebäude wird das künftige Kunstmuseum für Kunst in Zukunft daher auch seinen Fokus auf die Gestaltung im Rahmen der Gegenständlichen Kunst (Bauhaus, HfG Ulm, Werkbund) ausdehnen. Gegenständliche Kunst wurde schon immer als eine dem Technikzeitalter korrespondierende Kunstform begriffen, in der das Serienprinzip, aber auch die Industrieproduktion ohne die Kunsthand eine große Bedeutung hatte.

Aus diesem Grund entwickelte sich bereits in den 1960er Jahren die Filmkunst und die Computer-Kunst aus dieser Kunstform. Konkrete Kunst hat auch ihre Ursprünge in der Kunst, denn sie sieht den Maler nicht mehr als Handwerkergenie, sondern als Produzent einer Vorstellung, die nichts mehr mit der Umsetzung zu tun hat.

Im Nachhinein wird die Kunst des Konkreten oft als dekoratives "Box-Painting" abgetan. Manche kritisieren Gemälde oder Skulpturen, die auf mathematische Grundlagen basieren, als reine Formsache. Der in den 1970er Jahren geborenen Generation von Künstlern würde man nie den Namen "Konkrete Kunst" geben. Dabei geht es um Struktur, System, Rhythmus, Programm, Informationen, Wahrnehmung, soziale Utopie und Reform.

Dabei geht es um die Verbindung von Kunst und Gestaltung, die gerade in der Gegenwartskunst ein wichtiges Element ist. Die " Idea Concrete " steht für das Kunstmuseum für Kunst und nicht für eine statisch-dimensionale, sowieso schon immer dem Wechsel unterworfene Deutung der Konkreten Kunst.

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