Kopien von Gemälden

Gemäldekopien

Welche Bilder kopieren wir überhaupt? Nachbau eines Werkes von Rembrandt mit vielen Figuren und Bildelementen. Vorrat an italienischen Gemälden. Als einziger Prinz kann er beweisen, dass seit Jahren Kopien in Auftrag gegeben wurden. Sie haben sich schon einmal gewünscht, eine Kopie Ihres Lieblingsbildes zu Hause aufzuhängen?

Gesetzliche Kopien

Eine Unterredung mit Dr. Anke Schierholz, Rechtsberaterin der Bild-Kunst, über das Copyright und den Unterscheid zwischen einer gefälschten und einer rechtmäßigen Bildkopie. Bild-Kunst repräsentiert die Copyrights von über 55.000 Kunstschaffenden. Über den Abschluß von Lizenzvereinbarungen hinaus überwacht die Bild-Kunst den Erhalt und die Verbreitung der Vergütung und setzt sich für die Festigung der Copyrights auf nationalem und internationalem Niveau ein.

Vor einigen Jahren sorgte der Prozess um Beltracchi für Aufregung. Dr. Schierholz: Unglücklicherweise hat der Rechtsstreit Beltracchi wenig mit dem Copyright zu tun. Unter urheberrechtlichen Gesichtspunkten können Nachahmungen nur dann bekämpft werden, wenn sie sich auf ein bestehendes Kunstwerk beziehen und mehr als eine kostenlose Nachbearbeitung erfordern.

Beltracchi' Falsifikate basieren auf historisch gewachsenen Schwarz-Weiß-Illustrationen verlorener Motive. Also ist hier keine geschützte Arbeit beeinträchtigt? Dr. Schierholz: Grundsätzlich war die Firma Bild-Kunst nicht an dem Fall Beltracchi beteiligt. Damit ist die Bild-Kunst für die Strafverfolgung dieser Straftaten verantwortlich, nicht aber für die Ermittlung auf restaurativer oder wissenschaftlicher Basis?

Dr. Schierholz: Ganz recht. Die Urheberrechte sind von der Vervielfältigungsmöglichkeit eines Werkes zu unterscheiden. Dr. Schierholz: Das ist möglich, wenn der Autor, also der Maler, seit mehr als 70 Jahren verstorben ist. Andererseits darf jeder ein Kunstwerk als Teil einer privaten Kopie vervielfältigen, sei es manuell, photographisch oder nicht.

Dies ist zu jeder Zeit möglich, aber diese Kopien dürfen nicht publiziert werden. Zusätzlich gibt es das Recht zur Nachbearbeitung, mit dem vorhandene und gesicherte Arbeiten bearbeitet werden können. Hier gibt es Malateliers, die sich auf das Vervielfältigen von Gemälden spezialisieren. Dr. Schierholz: Diese Arbeiten sind kostenlos, d.h. nicht mehr durch das Urheberrecht abgesichert.

Problematisch wird es, wenn eine solche rechtliche Nachahmung später auf den Markt kommt und vorgibt, das Originale zu sein. Diese Behauptungen können durch die Auswahl eines anderen Formats, das Aufbringen einer Unterschrift auf der Rückwand oder durch andere offensichtliche Änderungen korrigiert werden. Fälschungsklagen wie der Prozess um Beltracchi sind in erster Linie Betrugsverfahren, wenn jemand vorgibt, im Eigentum des ursprünglichen zu sein - was nicht wahr ist.

D. h. auch das Anbringen einer Unterzeichnung auf einer juristischen Abschrift ist kein Urheberrechtsproblem? Dr. Schierholz: Ganz richtig, denn solange ich nicht sage, dass es das Orginal ist, ist es kein Nachteil. Zweifeln an der Echtheit der Unterschriften kommen aus den früheren Kujau-Prozessen. In dem Betrugsprozess wurde er wegen Dokumentenfälschung angeklagt, da die Handschrift des Malers das Kunstwerk gleichsam authentifiziert und angeblich zum Vorbild macht, was nicht stimmt.

Dr. Schierholz: Die Restaurateure kennen die Maltechnik natürlich sehr gut. Woher kommt Ihrer Meinung nach der Wille, sich selbst oder seine eigene Ferienwohnung mit einer Nachbildung des Originals zu dekorieren? Dr. Schierholz: Die Motive sind mir auch nicht ersichtlich. Dies erscheint mir eine kleinbürgerliche Vorstellung, dass ein Bild auf Segeltuch per se kostbar ist.

Eine solche Ausgabe hat nicht mehr als ein Plakat der selben Arbeit aus dem Museumsladen. Was ist Ihrer Meinung nach der beliebteste Absatzmarkt für bemalte Kopien bekannter Bilder? Dr. Schierholz: Vor einigen Jahren wurde der gesamte Europamarkt von hochwertigen Kopien aus China durchflutet.

Am Anfang waren es oft Schutzwerke; wir mussten die Messestände regelmässig räumen. Während einer solchen Maßnahme habe ich erfahren, dass der Absatzmarkt für diese Kopien auf Deutschland, Belgien und Oberitalien begrenzt war.

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