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Die Kunst der NS-Zeit: Diese Fotos sind eine Aufzwingung.

Seiner jüdischen Ehefrau Mathilde rät Karl Hofer, der Ehescheidung zuzustimmen, "damit er und seine Karriere nicht leiden". Und warum ist Karl Hofer hier? Wieso taucht er mit seiner neuen Ehefrau Lisbeth in seinem Studio in Berlin unter und erwartet, dass die Bombenangriffe der Allianz ihn die Hälfte seines Frühwerks bombardieren? Was kann man sich Karl Hofer als einen noch stehenden Faschisten vor der Staffel vorzustellen?

Die Seltenheit dieser Messe ist, dass Sie keine Antwort auf alle Ihre Anfragen erhalten. Dieses Mal geht er zurück in die "schwarzen Jahre" des Nationalsozialismus, berichtet mit seinem Team von Kuratoren von Akquisitionen und Verlierern, von devoter Politik und hilflosem Widerstand. Dass keine der Erzählungen dramaturgisch eindeutig ist, macht die Messe zu einem kleinen Event.

Die Konfrontation mit der Kunst der 1930er Jahre fehlte nicht. Sie war entweder im Widerstreit, oder sie war im Dienste jener Weltanschauung, die Kunst und Kunstgeschäft von allen Überresten einer "entarteten" Modernität befreien wollte. Es wurden entweder die Ausgestoßenen, Verbannten, Verfolgte, Verbotenen oder Hitlers Machtgestalter, die Firma Breaker, Ziegler & Co.

Bereits im Vorfeld der Messe geht man auf unsicherem Untergrund. Noch war Hitler nicht im Dienst, aber die Agitation hatte ihre Arbeit schon lange erledigt. Es ist, als wollte er sich in vorausschauendem Gehorsam gegenüber dem aufkommenden Faschismus in der Kunst anbieten. Sie glauben, alles zu wissen, wenn Sie die Messe betreten, und sind mit vielen Neuentdeckungen konfrontiert.

Wer von Anfang an weiss, dass von Kolbe, Climsch, Bremen, Radziwill, Kanoldt wirklich nichts anderes blieben als ihre geschichtlich garantierten Nazi-Anhänger, der wird die hier herrschende apodiktische Inschrift etwas gefährden. Handelt es sich bei Georg Kolbes "Descender" von 1940 um eine gescheiterte Skulptur, nur weil der überlebensgrosse Mann als junger Zarathustra 1941 auf der "Grossen Ausstellung Deutscher Kunst" eine offizielle Gunst war?

Die Tatsache, dass sich Hitler Kolbe in seinem "Gottbegnadeten"-Quartett Thorak, Klimmsch und Bremen anschloss, entzieht dem "Hinunterschreiten" seines überholten Prestiges vielleicht nichts. Muss man das kleine "Lügen" des Künstlers, das an den früheren Künstler oder an den früheren Künstler erinnert, weglegen, weil sich der Künstler mit seiner gewinnbringenden Nähe zur Macht ein für allemal für die Geschichte der Kunst untauglich gemacht hat?

Linksexpressionist, frühes Mitglied der NSDAP, "wenn Sie am 3. Juni zur Abstimmung gehen, dann geben Sie Hitler Ihre Stimme", entlässt und wiederhergestellt, verfolgte und feiert. Genau solche Aufnahmen, wie Georg Schrimpfs natürlich gesundes "Fichtelgebirge", hält man lange vor sich, denn die Tragödie der Zeit erscheint in ihren Ausbrüchen in die unzugängliche Idylle viel klarer als in einem von Karl Kunz als "Deutschland wach" bezeichneten und wie eine geheime "Guernica"-Paraphrase wirkenden Fernsehbild.

Tatsächlich muss man an Heideggers "Schwarze Hefte" denken, seine skandalösen "Denktagebücher" von 1938-1941, deren antisemitischen Abschnitte so manchen hingebungsvollen Helden zum Rückzug zwangen. Beim Lesen der "Schwarzen Bücher" fällt jedoch auf, dass der Verfasser überall dort, wo er das "Problem des Judentums" ebenso peinlich wie verlockend angeht, in einen entschlossenen Tonfall gerät, in eine Verfolgung, die der Herr der Tautologie, des ständigen Ausflüchtens vor der konzeptuellen Bestimmung sich nie gestatte.

Der schnörkellos formulierten Karrierepflege, mit der Karl Hofer seine Ehefrau den Nationalsozialisten überläßt, und einem Rätsel wie "The Black Rooms", in dem eine Truppe von nackten Männern auftaucht und alles auslöscht. Daß man nicht alles im Kopf hat und doch alles zusammenführen muß, macht die schwarze Jahre nie wirklich weiss.

Von Hofers Bild sagte man, dass ein nackter Mann mit der Walze auf Hitler hinweisen könne, der auch "Schlagzeuger der Bewegung" nannte. Kunst ist die Geheimhaltung, das heisst, das ganze Unternehmen spricht sich aus. Unter diesem Gesichtspunkt ist diese Messe eine pure Aufzwingung.

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