Kunst Bilder Abstrakt

Abstrakte Kunstbilder

Und was bedeutet "abstrakt" in diesem Zusammenhang? Der Gedanke macht den Meister, sagte die klassische Kunsttheorie. Gemäldegalerie natalie Gemälde XXL große Gemälde abstrakte Büro Loft Malerei Kunst. Kunsthistoriker Dietmar Elger richtet die Ausstellung im Barberini Museum vor einem abstrakten Bild von Gerhard Richter ein. Eine Fotokunst-Edition zum Thema Abstrakt & Grafik auswählen.

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Mit Monochrombildern trieb der Maler die Reduzierung auf Schwarz-Weiß auf den Höhepunkt. Das Spektrum der Farbskala erstreckt sich von reinem Schwarzweiß bis hin zu optischer Täuschung. Schon als Kasimir Malevich 1915 in einer St. Petersburger Werkschau ein einfaches schwarzes Viereck als Kunstobjekt vorstellte, waren die Betrachter sehr erstaunt.

Aber nicht nur, weil es auf dem Foto kein Bildmotiv zu geben schien, auch die Anordnung war provokativ: Sie hängt schräg unter der Zimmerdecke, an der Stelle, an der die Symbole üblicherweise in russische Räume hängen. "Die Nacktheit meiner Zeit habe ich gemalt", sagte der Maler damals, und das war eindrucksvoll.

Eine Abbildung mit nichts als einem schwarzem Quadrat und einem weiß bemalten "Rahmen" sollte eine Symbolik sein? Mit seinen Arbeiten habe er versucht, "die Kunst vom Schotter des Figurativen zu befreien", erklärt er. Anscheinend wollte er sein Gemälde - von dem er später drei weitere Fassungen anfertigte - als geistige Inspiration verstehen.

Das, was eigentlich das Wort "Bild" bedeutet, ist im besten Sinn des Wortes offen. Mangelt es in der Kunst neben der Farbigkeit auch an einem figurativen Bildmotiv, wird die abstrakte Darstellung verstärkt - und damit das Spektrum der Interpretation bis ins Unendliche ausdehnt. Einige Jahre nach Pollocks Entdeckung 1952 entwickelt der Künstler K.O. Götz in Deutschland eine neue Methode, die auch zu bewusst unbeabsichtigten, dynamischen Bilder führt:

Zunächst hat er die Malerei mit Paste bestrichen, dann mit (meist schwarzer) Gouache-Farbe versehen und mit einem Abzieher bearbeitet, so dass das Resultat beiläufig geworfenen Bewegungen ähnelt und eine verblüffende Tiefe hat. "Die Abstraktion ist schöner", dachte der Zeichner. Viereckige Bilder, die er als Meditationsflächen begriff und als "formlos, unformatiert, unförmig, unformatiert, lichtlos, farbig, glänzend, raumlos, unverbunden, ohne Zusammensetzung, auch ohne Interesse" nannte.

Das Ergebnis war ein Bild, mit dem sich der Maler von allem befreite: von geschichtlichen Einschränkungen, der Suche nach einer eigenen Schrift und einem Bild. Reinhardts Kollege Frank Stella wollte auch alle Bedeutungen und subjektive Äußerungen aus seinen Gemälden ausblenden. Von 1958 bis 1960 entstehen seine grossformatigen "Black Paintings", in denen das damals kommerziell erhältliche Bild der schwarzen Lackmalerei Stella in dichten aneinandergereihten Strichen arrangiert ist und dazwischen unbemalte Leinwände zurückbleiben.

So sind einfache Motive hervorgegangen, die sich aus einer einmal getroffenen Wahl und der Gestalt der Plane ergeben haben. Gefragt, wie diese Bilder zu lesen seien, antwortet der Maler irritierend: "Was man sieht, ist das, was man sieht. Einer der bedeutendsten Vertreter dieser Kunstbewegung, die mit der ausgeklügelten geometrischen Formgebung erstaunliche Raumwirkungen erreicht, war die Britin Bridget Riley.

Bei Gemälden wie "Movement in Squares", die aus schwarzem Quadrat bestehen, das wie ein Schachbrett angeordnet ist und dessen Weite zur Bildmitte hin immer kleiner wird, hat Riley seit 1961 ein abstraktes Icon mit dramatischer Sogwirkung geschaffen. Einen sehr ähnlichen Effekt erzielt Heinz Mack mit seinen "Dynamic Structures" - Gemälden, oft in Schwarz-Weiß, auf denen der Maler mit einem Fensterwischer senkrechte und waagerechte Konstruktionen schafft, deren Betonkonturen von den Blicken kaum erfasst werden können.

Der 1957 mit Otto Piene die ZERO-Gruppe gründete, will das Kunstobjekt dematerialisieren. Die " dynamische Struktur " beweist jedoch, dass man auch mit herkömmlichen Werkstoffen wie Farben und Leinwänden ganz erhebliche Wirkungen erreichen kann. Wie so oft bleiben diese Bilder letztendlich ganz offen.

Auf die Produktion konventioneller Werke wurde bis Ende der 70er Jahre weitestgehend verzichtet. Die Kunst ist der Kunstdiskurs, über das, was sie ist oder sein könnte. Ihre " Geheimmalerei " (1967 - 68) setzt sich aus zwei Teilen zusammen - einem Schwarzbild und einem Erläuterungstext: "Der Gehalt dieses Bildes ist nicht sichtbar; der Gehalt und die Grösse des Inhaltes müssen für immer verborgen bleiben und sind nur dem Maler bekannt.

"Ein drittes - nicht sichtbares - Bauteil liegt also unter der dunklen Lackschicht. Die genaue (und doch bedeutungslose) Bezeichnung wird so zum bedeutendsten Baustein des Kunstwerkes. Sie sagt außerdem ganz klar, was beinahe jeder über abstrakte Kunst meint, aber kaum jemand wagt zu sagen: Das kann man nie wissen, was der Maler uns mit dem Kunstwerk tatsächlich vorhat.

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