Kunst Bilder Berlin

Bilder Berlin

Entdecken Sie die neuesten Trends in der Kunstwelt. Größte Sammlung moderner Kunst außerhalb des Westens. Hochzeitsmarkt: Kunst- und Designmarkt am Leopoldplatz. Fotoausstellung'Berliner und andere schräge Vögel' by Jens Schommer at Café Berio. Der Fotograf Andreas Mühe beim Gallery Weekend in Berlin, Foto: Schließ.

State-of-the-Art in Berlin: Bilder von allem, Bilder von nichts - Berlin

Anstatt also Freitagnacht in einem Klub oder einer Kneipe oder sogar in einem trendigen Lokal zu übernachten, wie es tatsächlich ganz nett ist und oft war, habe ich in einer Kunstgallerie gestanden. Bei mir waren es hundert, vielleicht tausend andere Menschen, die ganz gut in eine Kneipe oder einen Klub passten, weil sie den passenden modischen Geschmack hatten, gute Haarstyles und weil sie so beiläufig an ihren Zigarren und an den Vaporizern zupften, die bald die Zigarre ersetzen werden, aber nicht den Tumor.

Alle haben wir nach Lösungen gesucht und wir haben sie in der Kunst gesucht. Das war keineswegs meine erste Schau, auf der ich gestanden habe, und Kunst als Raumstörung war schon immer da gewesen, schon weil ich in Kassel gewohnt hatte und die Bewohner dieser Großstadt riesige Werke von der Dokumenta gekauft und in ihre Heimatstadt gebracht hatten.

Schon immer war die Dokumenta sehr spannend, denn für einen kleinen Moment kam neue Menschen in unsere Graustadt, die viele für die häßlichste deutsche Großstadt hielten, was aber nicht so ist. Natürlich gab es die tollen Parties in den Kunsthochschulen, die Tourneen und Semesterfinals, bei denen wir junge Prahlerinnen und Prahler zwar die Unruhe im Saal waren, aber sicherlich keine Kunst, jedenfalls keine gute.

Später, dann in Berlin, war sie ohnehin allgegenwärtig, die Kunst, an Hausmauern und in zu grellen Gallerien in der August- straße und auf der Pottse und im Museumsbunker des Sammlerehepaares Borsos. In meiner Lieblingsbar waren die schwersten Säufer natürlich Artisten und weil sie kein Bargeld hatten, haben sie Bilder gemalt und mit ihnen bezahlt.

Doch das waren immer nur Ausnahmefälle, meinte ich, und Einzelschicksale, Individuen, die ihr Glücksgefühl in der Kunst anstrebten. Der Greater Underground Club Bergenhain wurde bis vor kurzem als der Dom der hippen Berlinischen Immerjungen gesehen, als ein Treffpunkt, als eine Gemeinschaft, die etwas Höheres dienen und den speziell für diese Gottesdienste komponierten Songs zuhören wollte, und die Antworten lagen in Tanzen, Trunkenheit, Bewegung und keiner leiht sich ein.

Auf einmal stand jeder in einer richtigen Pfarrkirche, einem nicht minder gigantischen Gebäude, das in seiner kahlen Grausamkeit sehr wohl den Gipfel des Berghains einnehmen konnte, aber wirklich eine Pfarrkirche war, und jetzt ist es eine Gemäldegalerie mit sehr hoher Decke, die bis in den Wolken zu ragen scheint.

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