Kunst der Gegenwart

Zeitgenössische Kunst

Mit den Begriffen Zeitgenössische Kunst und Zeitgenössische Kunst wird der Begriff Moderne Kunst oder Avantgarde vermieden. In den folgenden Analysen wird versucht, Kunst aus philosophischer Sicht zu verstehen, d.h. zu interpretieren. Erstausgabe von Philip Ursprung | Orell Füssli: Der Buchhändler, dem Sie vertrauen.

Serien und Jahrbücher " Zeitgenössische Kunst aus Niedersachsen.

Zeitgenössische Kunst

Was ist mit zeitgenössischer Kunst? Es kann ein Schaden gemeldet werden, aber die Betroffenheit ist begrenzt. Kaum jemand verpasst das große Kunstrauschen von damals, all die schreienden, muffigen, scharfen Gebärden von Schock und Aufregung. Nicht mehr Blutvergießen, nicht mehr Selbstverletzungen, im Sinne einer hohen Wahrheitsgehalt.

Innerhalb weniger Jahre hat sich der Wille und die Arbeit vieler zeitgenössischer Künstler verändert: Dort, wo Hoffnungslosigkeit wohnt, bläst ein leichter Freund.

Zeitgenössische Kunst - Südwind Zeitschrift

"Wenn wir in einer Lebenswelt wohnen, in der die vergangenen zurückkehrt unsere zeitgenössischen Künstler jagen", berichtet der Kurator Shaheen Merali über die Lage im gegenw? Galeristin Hilgers wünscht es sich, mit der neuen Ausstellungsfläche einen Platz der vielfältigen Kooperation zu errichten. "Brot-Kunsthalle, Absberggasse 35, 1100 Wien, Mi bis Sa 15 - 19 h (U1 Réumannpl., dann mit Line 6 zwei Stationen).

Wozu ist zeitgenössische Kunst "gut"?

Heute ist es rar geworden, dass die bildenden Künste "etwas darstellen". "Anders ausgedrückt: kaum Gemälde und Plastiken entstehen oder visualisieren.... Heute ist es rar geworden, dass die bildenden Künste "etwas darstellen". "Das heißt, Gemälde und Plastiken entstehen oder repräsentieren heute kaum noch Sichtweisen auf ein Objekt aus bestimmter (subjektiver oder institutioneller) Perspektive.

Aber wenn die klassischen Aufgaben wie "Repräsentation" oder "Ausdruck" heute kaum noch von der visuellen Kunst erfüllt werden, was kann und soll die Künstlerin oder der Künstler besorgt sein - und worüber sind wir besorgt, wenn wir Gemälde aus der Gegenwart betrachten, bestaunen und bisweilen sogar einkaufen? Wie könnte die "richtige" Haltung zur zeitgenössischen Kunst aussehen?

Derartige Fragestellungen bringen uns zum "Erhabenen von heute" (zum "zeitgenössischen Erhabenen", wenn das deutschsprachige Stichwort "Erhabenes" Sie in Verlegenheit bringen sollte) - aber geschichtlich gesehen ist es notwendig, sehr weit zu gehen, um an den Anfang dieser Frage zu kommen. Die " Erhabenheit " (oder " Erhabenheit ") als Maß ist erst im 17. Jh. mit der Übertragung einer Abhandlung aus der antiken Zeit, die sich auf diesen Gedanken konzentriert, seltsam später in unsere Vorträge über die Kunst eingegangen.

Man kann also begründen, warum das "Erhabene" - neben dem Konzept des "Schönen" - von Anfang an in den Werken der Philosophieästhetik eine Laufbahn eingeschlagen hat, da es sich seit der Hälfte des 18. Jahrhundert als philosophisches Genre von der Darstellung individueller Kunst- und Textwerke emanzipiert hat. Seitdem bezeichnen wir mit dem Ausdruck "erhaben" Erfahrungsmomente, vor allem die Erfahrung der Kunst, deren Grösse, Kompliziertheit oder Stärke das Verständnis und die Auflösungsfähigkeit der Menschen überfordert (dazu kommen viele individuelle, oft philosophisch wichtige Entwicklungen des Begriffes, die aber alle ihren Ursprung im Sublimen haben, wie das, was uns überwältigt).

Die " Sublimität " hat im vergangenen Halbjahr die " Schöne " unter den (selbsternannten, aber auch unter den) fachkundigen Fachleuten der zeitgenössischen Kunst klar in den Vordergrund gerückt. Es hat damit zu tun, dass die Kunst nach neuen Orten suchte und diese sicherlich schon oft (wenn auch nicht immer) fand, in einem Umfeld, dessen Strukturen als "Realität" mehrere tiefgreifende Änderungen durchlaufen hatten.

Jahrhunderts bis zum 20. Jh. zum Beispiel ist das, was sich bis dahin nur wenige Gelehrte (meist heimlich) vorstellen konnten, für die meisten Altersgenossen einleuchtend und bald ganz natürlich geworden: Seit dem beginnenden 20. Konkret: Seitdem ist es zu einer privaten Angelegenheit geworden, sich ein jenseitiges, eine transzendente, eine andere Lebenswelt für diese Lebenswelt zu erdenken.

Nietzsche sprach vom "Tod Gottes", der unseren eigenen Sterben von einem "Übergang in ein anderes Leben" in einen "Teil des Weltlebens " umwandelt. Seitdem hat die Kunst unter anderem ihre Aufgabe eingebüßt, von dieser in eine andere zu wechseln, zum Beispiel in eine im Vergleich zu dieser Zeit " perfekte " Arbeit.

Nahezu zeitgleich verbreitete sich auf der Grundlage der philosophischen Grundlagen eine gewisse Skepsis, die im Prinzip die Möglichkeiten in Zweifel zog, die Sachen dieser auf dieser Seite der Erde, die die einzige geworden war, mit unseren Sinnesorganen und Konzepten zu erobern. Sind das nicht, wie wir uns nahezu unfreiwillig stellen, was wir unter "real" verstehen, nämlich eine "Konstruktion der Wirklichkeit", die allein durch unsere eigene Ausdrucksweise und den sozialen Zusammenhalt (als Bezeichnung für ein äußerst erfolgreiches Buch unter Gelehrten in den Siebzigern) geschaffen wurde?

So wurde die einzige verbleibende Realität zu einer nicht realeren als die vom Menschen stets erschaffene Kunst verwässert, die der Kunst zwar einen neuen Stellenwert als Teil der Alltagsrealität einräumt, ihr aber zugleich die Suche und Durchsetzung ihrer Eigenart gegenüber der immer schon erschaffenen Realität erschwert ("sozial").

Es ist beinahe so, als ob ein "neues Jenseits", eine Realität außerhalb der Erreichbarkeit unserer Sinnesorgane, die ausgehöhlte und zerfallene Realität dieser Welt durch eine skeptische Haltung abgelöst hat. Anstatt " Darstellen " oder " Ausdrücken " hat sich die Kunst des letzten Jahrhunderts, wie ich meine, vorbewusst, semiprogrammatisch und in vielen Formen (aber natürlich nicht ausschließlich) dem in einer so geänderten Umgebung intensivierten Bedarf zuwendet, auch der glühenden Lust, die Realität direkt zu fühlen, zu erfahren, erlebt zu haben.

Die " neue Erhabenheit ", die zeitgenössische Erhabenheit, ist der Anknüpfungspunkt aller künstlerischer Bestrebungen, uns eine Realität zurück zu geben, eine stoffliche, substanzielle Realität, die von den Sinnesorganen wahrgenommen werden kann, eine Realität, an der man sich anfassen und halten kann. Ich zähle nicht (ohne dies in irgendeiner Form zu kritisieren oder gar zu verunglimpfen) all jene Kunst der Gegenwart oder der jüngsten Geschichte, die sich vor allem auf ihr eigenes Schaffen bezieht, ja sie sogar in Szene setzt und feiert - etwa Andy Warhols wechselnde Serie von vorgegebenen Bildern (man denke an seine Varianten der Malerei des jugendlichen Goethes in Italien oder auch an viele von der Surrealismustradition inspirierten Werke).

"Aber " sublim " ist sicherlich die Kunst von Joseph Beuys (der nicht oft als " Warhol' Gegenpol " präsentiert wird) unter den veränderten Bedingungen der Realität. Für uns ist jeder Wunsch nach unmittelbarer sinnlicher Wahrnehmung sublim und damit potenziell erdrückend geworden, in einer Lebenswelt, die sich ausschließlich aus Sprachen aufgebaut sieht und in der die meisten von uns ihren Arbeitstag vor dem Bildschirm verbringt, d.h. in einer reibungslosen Verschmelzung von Bewusstsein und Computer.

Die Gemälde sind sublim (man will kaum "Bilder" nennen, weil das Bild an "Darstellung" und "Ausdruck" erinnert) mit den Zeichen und dem Rhythmus der Aktionsmalerei von Jackson Pollock, alle kräftigen Gestalten, Töne und Gegensätze sind sublim, denen wir uns nicht entgehen lassen können - alles ist sublim, die die Erkenntnis in Frage stellt, sie sogar verdrängt und damit erneut bestraft, liegt in der existentiellen Angst, dass eine unüberwindbare Entfernung, vielleicht sogar ein unüberwindlicher Graben, unsere Sinneswahrnehmungen von der umliegenden Realität abtrennt.

Hervorragend sind für uns natürlich auch die äußerst komprimierten Fotografien entfernter, für uns unzugänglicher Räume, denen sich kein Mensch jemals annähern kann, und sublim sind die äußerst vergrösserten Darstellungen des mikroskopischen Lebens, die für unsere Blicke unzugänglich sind. Sublim sind Rosenbilder, die so gut bemalt sind, dass wir ihren Duft verpassen - und sublim (vielleicht kann das nur Gerhard Richter) sind Landschaftsbilder, vor denen wir überrascht sind, dass wir ihr Unwetter nicht auf unserer eigenen Haut fühlen.

Wir sollten aber nicht zulassen, dass das Jetzt zu einer geistigen Übung wird. Erhabenes zu erfahren bedeutet, sich von der Realität dieser Welt zu überzeugen, der einzig uns gebliebenen Realität. Wozu ist zeitgenössische Kunst "gut"?

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