Kunstwerke der Moderne

Werke der modernen Kunst

Moderne Kunst ist wirklich Kunst? Ein schwarzes Quadrat auf Leinwand ist so wertvoll und schön wie die detaillierte "Geburt der Venus"? Die Kunstkritik ist schwierig, die Kunst erkennt es auch. Kunstwerke landen immer wieder unbeabsichtigt im Müll. Die letzte iranische Kaiserin gründete vor vierzig Jahren die größte Sammlung moderner Kunst außerhalb der westlichen Welt.

Gegenwartskunst

Eine eindrucksvolle Arbeit von Lovis Corinth, dem dritten großen Impressionisten neben Max Liebermann und Max Slevogt, bildete den Beginn der Kunstsammlung des zwanzigsten Jahrtausends. Das 1907 entstandene und in seiner Tragik und Grausamkeit erschreckende Bildnis "The Glare of Simson" wurde 1920 der Gemäldegalerie geschenkt. Ein bedeutendes Kunstwerk von 1908, Picassos berühmter "Frauenkopf" aus der Frühzeit des Kubaismus, wurde dem Haus 1952 von der französichen Staatsregierung zusammen mit anderen Arbeiten franz. Künstlern, insbesondere dem ehemaligen Kulturbeauftragten Raymond Schmittlein, geschenkt.

Plastiken wie Wilhelm Lehmbrucks "Große Kniende" von 1911 repräsentieren die frühe Kunstrichtung des zwanzigsten Jahrtausends. Im Jahre 1908 gründete eine junge Künstlergruppe, die sich von Matisses innovativem Schaffen inspirieren ließ, die "Académie Matisse". Das Landesmuseum umfasst eine Reihe von Studenten wie Rudolf Levy, Oskar Moll und Walter Bondy.

Insbesondere Hans Purrmann aus der Pfalz war auf der Suche nach ihm. Im Jahr 1937 verlor das Haus seine wenigen expressionistischen Arbeiten in der Kampagne "Entartete Kunst" - eine Kluft, die nie wieder aufzulösen war. Fritz Winters 1933 entstandenes Gemälde "Das Gerüst" wird von der Reihe der gegenstandslosen Gemälde geleitet.

Meistermann, Baumeister oder die informell zuordenbaren Kunstwerke von Meistermann, Brüning oder Harung wechseln die künstlerische Bandbreite bis in die 1960er und 1970er Jahre. Die Malerei "Homme assis" des über 90-jährigen Picasso von 1970 stellt ihn als einen Maler dar, der die Malerei immer wieder neu interpretiert und ausfragt.

Dem Gedenken an die letzte Zeit des Krieges in Breslau ist Bernhard Heisigs 1980 entstandenes Stück "Die Festung" geweiht. In großformatigen Arbeiten von Friedemann Hahn oder Sigmar Polke sind die Strömungen der achtziger und neunziger Jahre ebenso festgehalten wie das "Übermalte Haupt Christi" des österreichischen Arnulf Rainer.

Und was ist "Modernität" in der Malerei?

Ich möchte mit den folgenden Blog-Texten auf einige Phänomene der modernen Künste eingehen. Ich halte es dabei für vernünftig, zunächst zu verdeutlichen, was Kunstwissenschaftler unter "Modernität" überhaupt begreifen und was sie ausmacht. In der Tat spuken die verschiedensten Ideen auch durch die Fachpublikationen - und jede dieser Ideen zeigt, wie viele Überlegungen der betreffende Schriftsteller über den Konzept der "Moderne" angestellt hat (und wie weit er über den bekannten Rand seiner Zeit hinausschaut).

Dies ist in den Jahrgängen 2 (Gauguin) und 4 (Marc) der Serie einsblicke näher beschrieben. Es ist naheliegend, einen Kunststil als Markenzeichen einer Zeit zu betrachten. Dies gilt jedoch nicht besonders für die Moderne: Es gibt keinen Einheitsstil, der diese "Epoche" charakterisieren würde und an dem man die Verbundenheit eines Kunstwerkes mit ihr wiedererkennt.

Jahrhunderts - je weiter wir voranschreiten, desto mehr - ist es eher ein Leitbild der modernen Kunst, ihren eigenen Kunststil zu entfalten, der ihre individuelle, subtil interpretierte Erfahrung glaubwürdig zum Ausdruck bringt, anstatt sich an akademische Gesetzmäßigkeiten zu halten, die zum Beispiel auch die Kriegsdarstellung nach den Maßstäben einer nach Sachlichkeit strebenden Kunstschönheit beurteilen.

Sind das moderne Architekturen? Das wirft die Fragen auf: Nach welchen Gesichtspunkten muss ich mich für eine moderne Bauweise entschieden haben? Inhalt: Was zeichnet'moderne Kunst' aus? Zur Beantwortung dieser Fragen müssen wir uns fragen, was'moderne Kunst' ist.

Wodurch wird moderne Art zur modernen Art? In diesen Blog-Texten im Kontext von Franz Xaver Winterhalter haben wir uns bereits mit der Fragestellung der Inhaltsbestimmung der modernen Künste auseinandersetzt. Zur Beschreibung der Merkmale der modernen Malerei hier ein Ausschnitt aus meinem Werk über Franz Marc: Interessant ist, dass die Malerei seit Ende des achtzehnten Jahrhunderts rasch ihren Weg in die Moderne gefunden hat.

Bereits mit dem Spanier Francisco José de Gaia y Lycientes (1746-1828), kurz: Gaia, geht es in den Drucken der Desastres de la Guerra ("Schrecken des Krieges") 1808-1814 auf die Suche nach einer angemessenen Bekehrung dieser Grausamkeiten in der bildenden Künste. - Hier lernt er übrigens Franz Marc kennen, der im Laufe des Krieges im Rahmen eines Briefes im Septembers 1914 an seine Ehefrau Maria schrieb: Vor diesem Hintergrund machte sich Goja auch auf die Suche nach bildnerischen Möglichkeiten zur Repräsentation des Krieges.

Besonders die Besetzung von Cosel ist charakteristisch für die klassischen Darstellungen von Schlachten: Die tatsächliche, verlustbehaftete Schlacht der bayrischen und württembergerischen Streitkräfte gegen die preußische Truppe findet im Bildbereich statt, der weit weg vom Zuschauer und auch im Verborgenen ist, so dass keine Details des Gefechtsgeschehens ersichtlich sind. Goya unterscheidet sich sehr von ihm und warum seine grafische Reihe im Unterschied zu den großen Ölgemälden als'modern' zu bezeichnen ist, ist, dass er nicht eine idealisierend, sondern eine autentische Repräsentation bis hin zu einer bewußten Verletzung akademischer Kunstregeln anstrebt.

Daraus entsteht keine dokumentierte Darstellung der Schlacht - auch nicht die Aufgabenstellung der Gegenwartskunst. Daraus lässt sich schließen, dass ein zeitgemäßes Image kein eigenständiges Fahrzeug, kein Informationsmedium oder eindeutig definierte Appelle mehr ist.

Eher ist ein zeitgenössisches Werk der Startpunkt eines künstlerisch initiierten Vorganges. Die Spuren aktivieren die Sinneswahrnehmungen des Fühlens, Fühlens, Schmeckens: Das " Fühlen und Fühlen ", von dem Gott Böhm ab und zu redet (Note 3), beschreibt eben jenen vielschichtigen Prozess der Diffusion von Erkenntnis und Erwartung, der nicht nur das Erkennen, sondern auch das Empfinden und die Andeutung einschließt und der für den Zugang des Zuschauers zur modernen Künste prägend ist.

Und was macht moderne bildende Künste zur modernen Art? Was unterscheidet die moderne von der vormodernen Malerei so sehr, dass man von einer epochalen Schwelle spricht? So sind zum Beispiel zwei von Zeitkritikern als'führende' Kunstmaler des späten neunzehnten Jahrhundert bezeichnete Kunstschaffende keineswegs'modern'.

Obwohl sie gleichzeitig mit Courbet, Jean-Claude R eynolds, Jean-Claude T. A. R. G. Manet und anderen gearbeitet haben, fehlt es ihnen an den typischen Merkmalen der modernen Gegenwartskunst. Andererseits gibt es auch Arbeiten oder Kunstschaffende aus frühen Zeiten, die aufgrund ihrer Charakteristika als'modern' bezeichnet werden können. Seit einiger Zeit herrscht in der Kunstforschung ein breiter Konsens darüber, dass die moderne Kultur im Allgemeinen durch folgende Charakteristika gekennzeichnet ist:

Dementsprechend ist der moderne Maler nicht mehr der von seinen weltlichen Repräsentanten beauftragte Protagonist einer übergeordneten Macht. Der moderne Maler nutzt daher Objekte oder Sujets wie die Landschaften nur als Zeichen seiner eigenen Überzeugung und seines eigenen Erlebens. - In der Kunstgeschichte ist dies wirklich ein Neuanfang, der die "epochale Schwelle" von der Moderne zur Moderne begründet.

Auch der moderne Maler kreiert seine nun subjektiv gewordenen Arbeiten, wenn möglich ohne auf direkte Modelle und Überlieferungen zurückgreifen zu müssen. Es ist vor allem der Wichtigkeit der Ursprünglichkeit für die moderne Malerei zu danken, dass die Zeit keinen bindenden Charakter mehr hat. Vielmehr muss jeder einzelne seine eigenen künstlerischen Ausdrucksformen suchen und so seinen eigenen individuellen Style ausarbeiten.

Er kann sich also nur auf sich selbst beziehen, darf sich nur auf sich selbst verlassen, muss sich aber als achtsamer, feinfühliger und vorausschauender Betrachter seiner Zeit fast von anderen künstlerischen Einflüssen isolieren. Seinem eigenen Gesichtsausdruck würden sie fremde Formen annehmen und ihm die Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit nehmen, die der Wahrheit entspringen.

Baudelaire beschreibt den modernen Kunstschaffenden als Betrachter, der das Geschehen um ihn herum in Kunstformen einbringt. In diesem Kontext überwindet der britische Künstler und Kritiker John Ruskin (1819-1900) - und das ist wirklich ein revolutionäres Werk - die alte akademische Norm für die Bewertung von bildender Künste und zwingt den Kunstschaffenden von nun an, mit seinem Einfallsreichtum und seiner Phantasie die Kunstformen zu suchen, die am besten geeignet sind, den Inhalt der genannten Sachverhalte zu klären, gleichgültig, ob der Kunstschaffende die ihm von der Kunst entnommenen Gestalten (und Farben) ändern muss.

Für Ruskin besteht das besondere Talent des heutigen Künstlers gerade in der Lösung und Umgestaltung sichtbarer Außenformen. - Ruskin verweist übrigens in seinen Betrachtungen oft auf den Engländer William Turner (1775-1851), der in der Regel zu den Romantischen zählt, aber mit seinen wichtigsten Werken de facto aus dem stilistischen Raster fällt, was ihn, lange vor ihm, zu einem der wahren "Väter der Moderne" macht.

In der Gegenwartskunst ist neben dem Subjektiven, der Ursprünglichkeit, der Individualität und der Echtheit die Öffnung das fünfte Merkmal. Mit der nun verschwundenen, objektivitätsbeanspruchenden Interpretation der Welt ist verbunden, dass die moderne Malerei für die jeweiligen Interpretationen des Zuschauers offen ist. Die modernen Kunstwerke sind nicht mehr Medium für die Übertragung exakt definierter Aussagen, sondern Bühnen- oder Leerraum, den der Zuschauer mit seinen eigenen Bezügen und Interpretationen auszufüllen hat.

Im Angesicht eines zeitgenössischen Kunstwerkes ist der Zuschauer nicht mehr nur ein reiner Empfänger, sondern ein lebendiger Akteur oder gar "Betroffener", wie Max J. D. M. D. H. D. S. D. L. B. mitteilte. Kaspar David Friedrich, Morgen im Riesgebirge, 1810/11; Goethe, dem diese Öffnung bekannt war, "gegen seinen Willen", hat genau diesen Gesichtspunkt der Moderne von Friedrichs Bildern eingefangen, als er - wie immer unnachahmbar - zum Ausdruck brachte:

Dort, wo Arbeiten, die behaupten, Kunst" zu sein, diese Eigenschaften - nämlich subjektive und originelle Qualität, Eigenart, Einzigartigkeit, Authentizität und Öffnung - nicht besitzen, sind sie nicht zeitgemäß, auch wenn sie im neunzehnten oder gar zwanzigsten Jh. geschaffen wurden. Ob es sich dabei um ein Kunstwerk handelt, mag unklar sein. Günther Meissner (Hrsg.), Franz Marc.

Gemälde x: Painters commissioned by Her Majesty, Stuttgart et al. 2015 (5) Klaus Herding, Die Moderne: Begriff and Problem, in: Monika Wagner (Ed.), Modern Art. Die hier genannten Merkmale der modernen Künste stammen aus dem Artikel des Funkkollegs zum Verständnis Der Gegenwartskunst in Reinbek bei Hamburg 1991, S. 175-196, hier S. 184.

Hrsg. von Claude Pichois, Paris 1977, Bd. 2, S. 581 (7) Baudelaire, nach Herding 1991 wiedergegeben (' 5), S. 188 (8) Max lmdahl, Barnett Newman. Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau III', in: Ders. Zur Kunst der Moderne. S. 239 (10) Quoted after Herding 1991 (as note 5), p. 183.

Auch interessant

Mehr zum Thema