Malerei Mittelalter

Mittelalterliche Malerei

Die Malerei entsteht auch in erster Linie aus der Notwendigkeit, Gott zu ehren. Es gibt verschiedene Epochen in der Kunstwissenschaft, wobei der Beginn der mittelalterlichen Kunst in Europa dynastisch geteilt ist. Verzierte Handschriften sind die wichtigste Quelle in der Geschichte der Malerei nördlich der Alpen seit dem ersten Jahrtausend. Holen Sie sich mittelalterliche Bilder und lizenzfreie Bilder von iStock. Die Malerei dient hauptsächlich als Ersatz für die.

Einleitung

In der mittelalterlichen Malerei steht der heutige Beobachter vor einer ganz speziellen Aufforderung. Das heute überlieferte Mittelalter ist eine christliche Kultur, die viel Wissen über das heutige christliche Leben erfordert. Die Malerei entspringt in erster Linie der Notwendigkeit, Gott zu verehren.

Die Vorstellung, dass jeder Maler seine eigene Person in der Malerei zum Ausdruck bringt, ist weit entfernt vom Mittelalter. Infolgedessen ist die Mittelalterkunst nicht selbstständig. D. h. die Vorstellung einer nur um ihrer selbst willen existierenden und keinem übergeordneten Ziel dienenden Malerei muss im Umgang mit dem Mittelalter aufgeben werden.

Das Mittelalter ist zunächst das Ergebnis einer Bindung an einen bestimmten Zweck. Es wird in Verbindung mit Liturgiegegenständen, Bücher, Kircheneinrichtungen geschaffen. Besonders zur Mittelalterkunst fehlen uns viele Erkenntnisse und viele Lehren sind kontrovers. Dass es im Mittelalter auch säkulare, d.h. nichtreligiöse Künste gab, wird in diesem Beitrag nicht verschwiegen.

Es waren jedoch die Gemeinden, die ihre Werke unversehrt von Krieg und politischer Krise bewahren konnten. Wandgemälde (so genanntes Fresko) wurden zum Beispiel bei Renovierungen und Umnutzungen oft abgeplatzt oder zerschlagen. Für einen Gesamtüberblick über die Zeit muss man sich daher auf die herrschenden und auch traditionellen Tendenzen der künstlerischen Produktion eingrenzen.

Die sogenannte Karolingerzeit war für die Entfaltung der Buchillumination ausschlaggebend. Dahinter verbergen sich der Boom von bildender und kultureller Tätigkeit unter Karl dem Großen, nachdem in den zweihundert Jahren vor dem Durcheinander der Völkerwanderung die Menschen daran gehindert hatten, sich der Zivilisation zu widmen. Der Aufbau einer höfischen Bibliothek, die Entwicklung einer besonderen Buchschrift ("karolingische Minuskel") oder der Auftrag an die Kloster, ihr Wissen niederzuschreiben, zeugt von dem neuen Wille, Kulturgüter zu kultivieren und zu verteilen und das Kulturerbe zu erhalten.

Zu diesem Zweck gab es am Hof Karls des Großen und in den Klostern des Imperiums die sogenannten Scriptoria. Hier wurden vor allem kirchliche, aber auch profane Schriften von Hand abgeschrieben und mit Gemälden ausgestattet (sog. Illuminationen). Nicht nur im Frühmittelalter steht das Gotteswort im Zentrum des Gemeindelebens - deshalb hatten die Evangelien, die Gott die Nachricht verbreiten, den Status eines Reliquienschreins, da sie als Reliquien der Evangelisatoren betrachtet wurden, die den Reliquien ähneln.

Aufgrund dieses Stellenwertes im Mittelalter war die Formgebung sehr bedeutsam und die Evangelisten sollten so prächtig wie möglich ausgerüstet werden, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Zu den Hauptwerken der Karolingerbuchillumination gehören z. B. das Godescalc-Evangelium als Vorstufe ( (ca. 781-783, aus der höfischen Schule Karl des Großen, Abb. 1), das Evangelium aus St. Médard in Soissons (ca. 800, aus der höfischen Schule Karl des Großen, Abb. 2).

2 ), die Ada-Evangelien (um 800, aus der höfischen Schule Karl des Großen, Abb. 3), die Lorsch-Evangelien (um 810, aus der höfischen Schule Karl des Großen), der Fuldaer Evangelien (um 853, aus Reims), die Lothar-Evangelien (um 850, aus Tours, Abb. 4) etc.

Eine charakteristische Art der Karolingerbuchillumination ist das sogenannte Autorbild (Abb. 5, Abb. 6.). Solche Motive zeigen den künstlerischen Verweis auf die Altertumskunst, die der Karolinger aufbaut. Alte Buchmalereien hatten dem Buch auch ein Portraitbild des entsprechenden Verfassers vorgelagert. Der Bildaufbau der Mittelalter-Beleuchtungen nahm diese alte Überlieferung wieder auf, um die berühmte Bild-Formel in einen kirchlichen Kontext zu setzen.

Auf den Bildern des alten Autors ist die abgebildete Person beim Meditieren oder im Dialog mit der Maus zu sehen, während die karolingische Evangelisation als Schriftsteller abgebildet wurde. An dieser Stelle wird klar, dass die mittelalterliche Schriftgelehrten und Buchmaler ein klösterliches Konzept des Schreibens hatten. Seit den Anfängen des Christums ist die Übertragung alter Sujets in einen kirchlichen Zusammenhang ein populäres Mittel, um vertraute Sujets mit zeitgemäßen Inhalten zu verknüpfen und so das Bildverständnis zu erhellen.

Ein weiterer wichtiger Erfolg der Karolinger Büchermalerei ist der sogenannte Kanonentisch (Abb. 8). Aber nicht nur aus praktischer Sicht wurde diese Klassifizierung vorgenommen, sondern es ist eines der inhärentesten Merkmale der Karolinger Buchillumination, dass der abgebildeten Baukunst ein höheres Bewusstsein zugeschrieben wurde: Die symbolischen Inhalte, auf denen die Bilder des Mittelalters basieren, sind getont.

Dies ist ein zentraler Punkt im Verstehen der mittelalterlichen Büchermalerei und macht es daher für den heutigen Beobachter, der mit der damaligen biblischen Interpretation nicht so gut zurechtkommt, schwierig, darauf zuzugreifen. Der Kunstbegriff der Karolinger Malerei geht davon aus, dass das Christusbild nicht verwirklicht werden kann, weil Christus sich nur durch sein eigenes Versprechen offenbart hat.

Beginnend mit aktuellen Bibelinterpretationen ist die Gestaltung von Bildern durch Architekturelemente von höchster Wichtigkeit in der Buchillumination des Mittelalters. Die karolingische Ära hat die intellektuellen Vorraussetzungen für die Vergegenwärtigung abstrakter Konzepte geschafft. Die hochentwickelte Art der Karolinger Buchillumination wurde aufgenommen und weiter entwickelt. Mehr als in der Karolinger-Hochzeit gab es einen regen Wechsel zwischen den Klostern, so dass endlich auch in Trier oder Köln bildnerische Werke aus der Reichenau-Schule gefunden wurden.

Hervorzuheben sind die so genannten Liuthar-Gruppen und ihre wichtigsten Schriften: der Codex Egberti (Abb. 10), die Bombardei ( "Bamberger Apokalypse", Abb. 11), das Evangelium der ottonischen Illumination Otto III. war viel stilistischer an der Byzanz ausgerichtet als die karolingische Malerei. Der Einfluss der ottonischen Ehepolitik verdankt die Malerei dieser Periode ihren Byzanzcharakter.

Er heiratete seinen Sohne mit der oströmischen Fürstin Theophanu (955-991), die nach dem Tode ihres Ehemannes Otto II. die Herrschaft für ihren noch minderjährigen Sohne übernommen hatte. Sie brachte unter anderem Wissenschaftler und Maler mit, die die osmanische Landschaft prägen. In den vorgenannten Codes spiegelt sich die einfache, aber würdige Formensprache der bildnerischen Künste (Abb. 13) wider (Singular: der Code).

Die charakteristischen Goldgründe der Byzantiner sind in den Kaiserbüchern prächtig verwendet. Verglichen mit der Karolingerbuch-Illumination erscheint diese Malerei gelassen und vornehm. Vor allem die Illustrationen der Machthaber fanden in der osmanischen Illumination beispiellose Beachtung. Für die Künste bedeutete dies, dass spirituelle Künste auch eine politisch motivierte Intention hatten.

Mit dem Ausbruch des Investiturstreites sollte diese kaiserliche und religiöse Demonstration der Macht aber auch in der Malerei ein Ende haben. Der ottonischen Malerei dienten zwar mehr die Kulte des Abgebildeten, doch basierte dieses Kunstverständnis auf den Werken von Gregor dem Großen (540-604), der sich für eine der Pädagogik unterstellte Malerei einsetzte.

Der Verzicht auf Prunk und Prunk drückt sich nicht nur in der Trennung des Geistlichen vom saftigen Leben am Hof aus, sondern auch in den Beweggründen der Religion. Die geistliche Malerei entfernt sich hier klar vom Adeligen. In dieser Zeit der Trennung zwischen Hochadel und Geistlichkeit war die Beleuchtung der Bücher, wie sie die ottonische und karolingische Kaiserzeit geprägt hat, nicht mehr von vergleichbarer künstlerischer Bedeutung.

Die Abtrennung von der geistlichen und adeligen Gesellschaft ermöglicht aber zum ersten Mal seit der Altertumsgeschichte die Entstehung einer eigenständigen säkularen und nicht im Dienst des Christentums stehenden Gesellschaft. Statt wie früher vom religiösen Geschehen bestimmt zu werden, orientiert sich die Gemeinde nun an der Mode des Adeligen.

Prachtvolle Feste und Hofzeremonien waren damals ein bedeutender Teil der Ritterkultur, und so war es nicht beleidigend, dass dieser David ein Festmahl unter seinen Anhängern feierte, obwohl es in der Heiligen Schrift keine Erwähnung einer solchen Szenerie gibt. Doch die meisten Formen des Ausdrucks in der säkularen Malerei gehen heute unter, da diese hauptsächlich oral weitergegeben wurde und mehr Gewicht auf vergängliche Künste wie z. B. Textilien und Teppichböden als Reichtumsausdruck hat.

In den seltensten Fällen sind weltliche Arbeiten bewahrt worden, wie z.B. ein Aeneisbuch des alten Schriftstellers Homer mit Gemälden. Ungeheuer wichtig war die Erfindung einer neuen Methode der Schmelzverarbeitung, die zu einer neuen, intensiveren Farbgebung des Schmelzes führte (dem sogenannten Minenemail). Dem Namen Nikolaus von Verdun wird heute der Begriff Epiphaniasaltar[Abb. 17], Klosterneuburgaltar[Abb. 18] zugeordnet.

Die Tatsache, dass der menschliche Organismus je nach Naturereignis und je nach Lage unterschiedliche Ausprägungen haben kann, wurde hier zum ersten Mal in einem größeren Maßstab in der Reichskunst erforscht. Dies war ein Meilenstein für die weitere künstlerische Entfaltung. In der Malerei begann die Wiederentdeckung des Leibes jedoch erst später - zwischen 1350 und 1400 gingen bedeutende Anregungen aus der Bildhauerei in die Malerei ein.

In der Malerei der Zeit waren komplizierte Bilderprogramme mit hohem intellektuellem Anspruch, die mehr Wert auf die religiösen Aussagen der Gemälde als auf die Nachahmung der natürlichen Gegebenheiten legen, entscheidend. Eine wichtige Methode, um mehrere unterschiedliche Aufnahmen auf einer großen Oberfläche zusammenzuführen, war die sogenannte Typenlehre.

In den beiden obersten Bildern mit alttestamentlichen Gestalten - rechts Samson und links Jona - geht es um die Wiederauferstehung Christi, die in der Bildmitte zu erkennen ist. Allerdings blieben die Entstehung einer höfischen und ritterlichen Kulturgeschichte nicht ohne Konsequenzen für die Kirchenkunst.

Während die ottonische Malerei den Schwerpunkt auf die Herrschaftsgewalt Jesu legte, unterstrich die ritterlich-feudale Gemeinschaft vor allem den Menschencharakter des Sohnes Gottes. Immer gefühlvoller und berührender wurde die Malerei; die Sujets sollten das Mitleid der Betrachter wecken und eine ganz eigene Verbindung zu den Frömmlern herstellen.

Für die private Verehrung wurden kleine Tafeln gemalt, deren Motiv gezielt auf das Verständnis der Geschichte des Leidens und der individuellen Verbindung zu Gott ausgerichtet war. Einfühlsam folgten die Gläubigen, deren Märtyrer-Geschichten der gläubige Christentum, da sie exemplarisch die Selbstverleugnung für den Glaube verkörperten, zu neuen Motiven der Gegenwartskunst. Das Beispiel des Meisters des kleinen Paradiesgartens verdeutlicht, dass die Malerei in Deutschland ab 1400 die Möglichkeit der neuen Naturnachahmung erforscht und den Leistungen der Bildhauerei gleichkommt, aber nicht auf eine Symbolebene verzichtet.

Der Versuch, ein realistisches Abbild einer eventuellen Umgebung und eines eventuellen Körperbildes zu reproduzieren, ist eine der bahnbrechenden Eigenschaften der künftigen Malerei. Der Einfluss der italienischen Malerei war für die Entwicklung des wunderschönen Baustils im Kaiserreich nicht unerheblich. Die Tafelgemälde, die seit Anfang des vierzehnten Jahrhunderts zur persönlichen Verehrung verwendet wurden, stammen ebenfalls aus Italien, da die oströmischen Symbole dort durch die intensive Handelsbeziehung Italiens mit dem Nahen Osten bekannt geworden waren.

Noch heute wird die Malerei aus der Zeit um 1300 mit einem Begriff in Verbindung gebracht: Er gilt gemeinhin als Ausgangspunkt für die Werke der frühen Wiedergeburt. Dieses aus Italien stammende Gemälde bildet die Voraussetzung für die Entstehung der deutschsprachigen Malerei. Um die Jahrhundertmitte wurde endlich der Bücherdruck entwickelt und neue Druckverfahren wie Holz- oder Kupferstich ermöglichten die Reproduktion von Abbildungen.

Dieses Verfahren bedeutet nicht nur das endgültige Ende der Buchbeleuchtung, sondern in einem grösseren Kontext auch eine Zunahme der Abbildungen im Alltag durch die raschere und kostengünstigere Möglichkeit der Reproduktion. Zugleich wurde in den Niederlanden im Verlauf des fünfzehnten Jahrhundert die Ölgemälde weiterentwickelt, die die Malerei für die kommenden Jahrzehnte maßgeblich beeinflussen sollte.

Das Mittelalter hat die Malerei von der Flachheit zur perspektivischen, von der abstrakten zur naturverbundenen Darstellung in die Rennaissance geführt.

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