Moderne Kunst Ausstellung

Ausstellung Moderner Kunst

Kollektion, ein abwechslungsreiches Sonderausstellungsprogramm. In der Tate Modern Surrealist Art Gallery in London gibt es freien Eintritt zu Ausstellungen internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst. Empedocle Restivo (GAM Palermo) + Wechselausstellungen: Neue Vision in der Fotografie ein moderner Stil. Nürnberg verfügt über eine große und vielfältige Museumslandschaft sowie zahlreiche Galerien und andere Ausstellungsorte.

Wenn die moderne Kunst im Haus hängt, nur um sie anzuspucken.

Nazi-Truppen konfiszierten moderne Kunst für die von Hitler gesponserte Ausstellung "Entartete Kunst". Das gezeigte Werk wurde verspottet - und verschwand. Nicht einmal drei Wochen vor der 1937 in München eröffneten "Großen Deutsche Kunstausstellung", die Adolf Hitler zur obersten Priorität erklärte, sollte eine weitere Ausstellung eingerichtet werden - als Gegenstück zur neuen Volkskunst.

Im Rahmen einer verleumderischen Show sollte so etwas wie "entartete Kunst" inszeniert werden. Dazu gehörten Arbeiten, die nicht dem NS-Kunstverständnis entsprachen: Gemälde und Plastiken des Ausdrucks, der Surrealistik, des Kunstdadaismus, des Kubismus, der Neuen Objektivität, des Nostalgismus. Kurzum: Moderne Kunst sollte an den Pranger gestellt, verspottet und verspottet werden.

Ein Beschlagnahmeausschuss, einschließlich des Führerdekrets, machte sich am 3. Juli 1937 auf den Weg, um "geeignete" Exponate aus den Häusern zu sammeln. "Der Gedanke, die Kunst aufzuräumen, war nicht unbekannt, und so gab es bereits einige Verzeichnisse, die die Häuser Jahre vorher vorbereitet hatten", so Meike Hoffmann, Projektleiterin des Forschungszentrums "Entartete Kunst" an der FU Berlin.

Immerhin sollte die Ausstellung am Abend des 20. Juni 1937, einen Tag nach der "Großen Ausstellung Deutscher Kunst", eröffnet werden. "Auch die Veröffentlichung der Werke hing von der entsprechenden Form ab. "Die Sammlung war also ziemlich beliebig, und es gab auch eine gewissen Ungewissheit, so dass einige Museumsdirektoren in vorauseilendem Gehorsam waren.

Wenige wussten jedoch, dass die Sammlung keine kurzfristige Ausleihe für eine Ausstellung in München war. Sie war Teil eines Verfahrens, das die Kunstszene in Deutschland grundsätzlich "reinigen" sollte. "Die Beschlagnahmung wurde von vielen Museumsdirektoren z. B. als Leihe interpretiert und der jeweilige Wert der Versicherung ermittelt", sagt Meike Hoffmann, die seit 2006 an der FU Berlin zu diesem Sachverhalt recherchiert.

Malerei, Skulptur und Druckgrafik sollten nie mehr wiederkommen. Ganz im Gegenteil: Die Münchener Wechselausstellung "Entartete Kunst" markiert einen Zäsurpunkt in der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Seit August 1937 wurden die Bestände der modernen Kunst nahezu ausrangiert. Bei einer zweiten, umfassenderen Beschlagnahme wurden weitere rund 1.400 Künstler beschlagnahmt, in einem Lagerhaus in Berlin gelagert, gebrannt oder im Ausland ersteigert.

1937 besucht Hitler und Propaganda-Minister Goebbels die Münchener Ausstellung "Entartete Kunst", einige Arbeiten wurden jedoch zunächst in München gezeigt. "Um uns herum sieht man diese Geburten von Wahnsinn, Unverschämtheit, Inkompetenz und Degeneration", soll damals der Ausstellungsdirektor Adolf Ziegler gesagt haben. Auch er war selber Künstler, Vorsitzender der Nazi-Kunstkammer und hatte sich persönlich für die Beschlagnahme der ungewollten Kunstgegenstände eingesetzt.

Das Spektakel, das in weiteren zwölf weiteren Metropolen gezeigt wurde, wurde zum Publikumserfolg: Mehr als zwei Mio. Menschen waren dabei. Sie war die bisher größte Ausstellung der modernen Kunst. "Einige von ihnen sind aber sicher zum letzten Mal in die Ausstellung gegangen", sagt Ulrich Wilmes, Chefkurator des Hauses der Kunst in München.

Jeden Tag muss sich sein Wohnhaus mit dem Vermächtnis der "Großen Deutsche Kunstausstellung" auseinandersetzen, die 1937 erbaut wurde. Aus Anlass des 80-jährigen Jubiläums am 20. Juni hat das Kunsthaus die Darstellung der eigenen Historie und die Thekenausstellung " Degenerierte Kunst " mit historischen Fotografien, Filmausschnitten und Materialen zur Architekturgeschichte umgestaltet.

Die zerstörerische Nazi-Kunstpolitik wird heute auch im Düsseldorf Kunspalast gewürdigt. Eine Ausstellung wurde am Freitag, dem 14. Juni, eröffnet, die nachvollzieht, welche Schätze dort untergegangen sind. In der Ausstellung sind nur wenige Arbeiten zu sehen: Düsseldorf war nach Berlin und Essen besonders stark betroffen. Über 1000 Bilder, Plastiken und Drucke wurden konfisziert. "Kathrin DuBois vom Musée Kunstpalast: Wir haben eine Ausstellung über eine nicht mehr vorhandene Sammlungsbesitz.

Einige Dinge gelten noch immer als verschwunden, wie Max Ernsts Malerei "Der wunderschöne Gärtner", die noch in der Münchener Ausstellung "Entartete Kunst" zu bewundern war. Meike Hoffmann bereute auch diesen großen Nachteil. "Im Prinzip hat die Kunstszene in Deutschland durch die Säuberung des Nationalsozialismus nicht nur einige der kostbarsten Bilder mengenmäßig eingebüßt, sondern die ganze Entwicklung der Kunst ist noch heute davon durchdrungen.

"Obwohl der Nazionalsozialismus die moderne Kunst zum Glück nicht vollständig stoppen konnte, folgten nach 1945 umfangreiche Wiedergutmachungen. "Dabei wurde jedoch ein Rückblick auf ein bereits überholtes Kunstverständnis genommen. "Die Kunstszene des NS lässt sich nicht nur in Schwarze und Weiße, d.h. in "entartete" und rassistische Ideologie unterteilen.

Zahlreiche Veranstaltungen, Diskussionsrunden und öffentliche Debatten aus Anlass des 80-jährigen Jubiläums. Und das nicht nur wegen der überraschenden Entdeckung der Gurlitt-Sammlung, einem bevorzugten Kunsthändler Hitlers, der verbotene Kunst für den Devisenhandel im In- und Ausland ausverkaufte. "Neben der Ausstellung in Düsseldorf und der revidierten Ausstellung in München werden in diesem Jahr weitere Shows eröffnet, unter anderem im Zentrum für angewandte Kunst in Solingen und eine Ausstellung über die Sammlung Gurlitt in Bern.

Darüber hinaus werden zurzeit Einzelkünstler in Spezialausstellungen geehrt, darunter Rudolf Belling im Berliner Hauptbahnhof, Max Pechstein im Kunstforum Hamburg und Otto Freudlich im Basler Museum.

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