Naive Kunst

Die naive Kunst

Wie wird naive Kunst gemacht? Die naive Kunst beschreibt keinen künstlerischen Stil. Sie können aus Hunderten von naiven Kunstwerken wählen und diese auf Leinwand aus Acryl oder hochwertigem Papier legen. Im Lettischen Museum für Naive Kunst werden die Werke naiver Künstler gesammelt, aufbewahrt, erforscht und popularisiert. Der Mann ist er selbst.

naiv wirkende Kunst

Der als " Le Douanier " bekannte Maler Henri-Julien-Félix Rousseau (*1. May 1844 in Laval; *1. April 1910 in Paris), der als autodidaktischer Maler mit seinen Paradiesbildern großen Ruhm erlangt hat, wird vor allem mit der naiven Kunst assoziiert. Die Kunstform ist durch die Einzigartigkeit des Malers gekennzeichnet.

Meiner Meinung nach ist der Ausdruck immer noch ablehnend oder wenigstens nicht ablehnend. Die Bezeichnung "naiv" kommt aus dem französischen und heißt unter anderem "kindlich", "ursprünglich". Also wird Blauäugigkeit den Kinder zuerkannt. Doch während Blauäugigkeit bei Kleinkindern mit Unparteilichkeit und Authentizität verbunden ist, hat sie gegenüber Erwachsenen eine negative Konnotation.

Blauäugigkeit heißt in diesem Sinn auch die Fähigkeit, sich einer Situation wissentlich und objektiv zu stellen. Über die Blauäugigkeit sagte Immanuel Kant einmal, es sei "eine noble oder wunderschöne Einfachheit mit dem Natursiegel " oder anderswo beschrieb er sie als einen "Ausbruch der menschlichen Ursprünglichkeit gegen die Kunst des Vortäuschens, die eine andere ist.

Pietät und nächtliche Gesichter - Naive Kunst aus Polen im Spiegelbild der Modernität

Das Interesse von Grochowiak am Bau einer Kunstgalerie für die Recklinghausener Häuser war unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Volkskunstabteilung des Westlichen Museum im Zweiten Weltkrieg zerschlagen wurde. "Hans-Jürgen Schwalm, der stellvertretende Leiter der Recklinghausener Akademie der Künste und Ausstellungsmacher, berichtet bei der Vernissage, dass "die vielen Ausstellungen von Werken, die "sinnvolle Amateurarbeit" im gesamten Revier vorantreiben.

"Auch die 1947 gegründete Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu organisieren, in deren Kontext 1953 die Schau "Arbeit - Erholung - Entspannung - Freizeit" inszeniert wurde. Im Jahre 1956 beginnt er mit dem Bau einer Kollektion, die von seinen Erben fortgeführt wird und heute mehr als 800 Kunstwerke aus vielen verschiedenen Nationen umspannt.

Rund zehn Jahre später, in den 60er Jahren, beginnt Irmgard Feldhaus, Leiterin des Clemens-Sels-Museums in Neuss, mit dem Aufbau einer Kunstsammlung, die in den darauffolgenden Dekaden gezielt ausgebaut wird. Außerdem hat sie etwa 800 Kunstwerke aus Europa und übersee. Im Jahr 2012 war im Feld-Haus für volkstümliche Druckgrafik in Neuss im Festival "Klopsztanga - Polen grenzenlos NRW " eine Selektion von rund zweihundertfünfzig Werken von polnischen Künstlern in der Schau "Mit unstelltem Blick - Naive Kunst aus Polen" zu bewundern.

Im Jahr 2016 wurden in der Recklinghausener Galerie zudem Ausleihungen aus der Sammlung Neuss sowie aus erstklassigen privaten Sammlungen gezeigt, so dass in der gleichnamigen Schau "Piety and Nightly Faces - Naive Art from Poland in the Mirror of Modernism" rund 170 Arbeiten der naiven Kunst Polens gezeigt werden konnten. Zur Würdigung des zukünftigen Museums G. A. G. P. Jerke gruppierte sich die Schau um Arbeiten zeitgenössischer Künstler aus Polen, die Werner G. P. Jerke in den letzten Jahren zusammengetragen hat und die, so Schwalm, ziemlich "grob" sind, darunter konfessionelle, politisch oder sexuell geprägte und popkulturelle Thematiken.

1 ), Marcin Maciejowski (*1974) und Agata Bogacka (*1976), die die Titelbeilage der gleichnamigen Schau "im Spiegel im modernen ", das 20-minütige Videoclip "Summertale" (2008) der in Berlin und Warschau wohnhaften Videokünstlerin Katarzyna Kozyra (*1963), veranschaulichen sollten, war ohne Zweifel das spannendste Leihwerk der in Berlin ansässigen Kunstgalerie ?ak|Branicka. Die Basis ihrer filmischen Erzählung ist das Schneewittchen - ein Motiv, das sich hervorragend in den Ausstellungskontext einfügt.

In Kozyras Fassung kommt es neben vielen anderen unvorhergesehenen Themen zur letzten Wendung, wenn ihre Zwerginnen (Abb. 2) zu blutdürstigen Mördern werden ( (zu finden in der Online-Filmbibliothek des Museum of Modern Art in Warschau / Muzeum Sztuki Nowoczesnej w Warszawie). Eröffnet wurde die pädagogisch begleitende dreigeschossige Werkschau mit einleitenden Textschildern durch eine Vielzahl von Aquarellen von Nicifor (Epifaniusz Drowniak, 1895-1968), auf denen auch der Film "Mój Nikifor" (2004 Mein Nikifor) in der Schau gezeigt wurde.

Austellungen in Paris, Warschau, Amsterdam, Brüssel und Deutschland machen ihn zu Polens berühmtester Naivität. Zum Ende des Jahrzehntes konnten sie auf eine Vielzahl von Messen im In- und Ausland blicken. Der achtzehn Jahre junge Stanis?aw Denkiewicz (1913-1990), der mit knapp zwanzig Werken in der Recklinghausener Schau präsent war, funktionierte nicht so anders.

Ab den 1960er Jahren erwarben europaweit Gallerien und museale Einrichtungen seine Arbeiten von ihm (Abb. 10-12). Teofil Ociepka (1891-1978) zeichnet sich unter den naive Maler durch seine aussergewöhnliche Biografie und sein umfangreiches Wirken aus. Das späte " Selbstbildnis als Sankt Anthony " im Eigentum der Recklinghausener Galerie ist ohne Kenntnisse des "Isenheimer Altars" (1506-15) von Matthias Grünewald (vermutlich aus Reproduktionen) kaum vorstellbar (Abb. 13).

Biographische Angaben sind jedoch von Maria Korsak (1908-2002) nicht bekannt, deren Bilder in beeindruckender Klarheit auf weltweiten Versteigerungen verkauft werden und die auch in der Recklinghausener Galerie zu sehen ist (Abb. 14). Ab 1974 hatte sie in Krakau und Warschau bis zu ihrem Tode und danach auch in vielen weiteren Großstädten Deutschlands, in Paris und Helsinki Austellungen.

Auf ihren Gemälden, von denen es in Rekklinghausen eine umfangreiche Sammlung gibt, füllt sie den Bildraum neben den zentralen Figuren von Heiligen und biblischen Szenen mit Blüten und Tiere in leuchtenden, puren Farbtönen (Abb. 15). Ein weiterer bekannter Vertreter der Volkskunstszene ist der Bergmann und Teofil Ociepka Wróbel (1913-1984), mit dem er 1946 die Janow Artist Group (Grupa Janowska) auf der Grube Wieczorek gegründet hat, zu der auch viele andere naive Künstler und Schnitzer aus der Gegend gehörten.

Sammler, Gallerien und museale Einrichtungen kämpften bald um seine Arbeit, und es folgten Austellungen im In- und Ausland nach ("Abb. 16"). Er hat seit den frühen 1960er Jahren freieren Werken, deren rasanter Aufstieg ihn dazu veranlasst hat, ein Kunstwerk mit über tausend farbigen Figuren aus Holz zu schaffen. Die Repräsentation des jüdischen Volkes und der jüdischen Gewohnheiten ist in seinen Werken weitläufig.

Doch auch der Alltag seines Heimatortes spiegelt sich in seinen Werken wider. Beginnend mit Austellungen in Warschau und Kielce 1965/66 folgen mehrere weitere Stationen in Deutschland sowie in Rom, Helsinki, Mailand und Wien (Abb. 17, 18). Es gab zwar eine Vielzahl von Werken anderer Kunstschaffender, aber nicht alle können hier genannt werden, von denen einige keine biografischen Informationen oder gar Lebensläufe haben.

Jeder, der den Ausdruck "naive Kunst" bisher vor allem mit der naiven Kunst aus dem Ex-Jugoslawien assoziiert hat, deren Erfolge in den 1960er und 1970er Jahren unter anderem zur massenhaften Herstellung von Hinterglasmalereien geführt haben, wird von der großen Zahl der Schnitzereien und der Hochwertigkeit der Werke aus Polen erstaunt gewesen sein. Eine Aufhellung des Kataloges wäre aufgrund der Ausstellungsreihen der Museen in Bochum, Recklinghausen und Marl nicht möglich gewesen.

Auch interessant

Mehr zum Thema