Postmoderne Kunst

Die postmoderne Kunst

Den intellektuellen Zielen der damaligen Kunst wollten die Künstler entgegenwirken. Postmoderne lehnt das Streben der Moderne nach Innovation ab und diffamiert sie selbst als automatisiert und etabliert. Es beschreibt die Abkehr der Künstler von den ästhetischen Konventionen der modernen Kunst. Die Kunst bietet heute Orientierung im Dschungelcamp der Warenwelt. Die einschlägigen Vorwürfe des Eklektizismus gegen postmoderne Kunst und Architektur halten an diesem Ansatz fest.

I. Historie und Begriffsbestimmung der Postmoderne

Es kann als Gegensteuerung zur Modernität gesehen werden, die immer mehr als unfruchtbar und totalitäre Erscheinung wahrgenommen wird: Postmoderne, eine spirituell-kulturelle Strömung, deren Ursprünge in der zweiten Hälfte unseres Lebensjahres zu finden sind. Bereits Ende des neunzehnten und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert wurden die Bezeichnungen "postmodern" oder "postmodern" verwendet, aber erst in den 1950er Jahren im Hinblick auf ihre heutige Bedeutsamkeit.

Ende der 70er Jahre trugen vor allem zwei Autorinnen dazu bei, den Terminus als festen Bestandteil zu etablieren: Jean-Francois Lyotard mit seinem Buch "La Condition postmoderne" ("Das postmoderne Wissen", 1979) und Charles Jencks mit dem Essay "The Rise of postmodern architecture" von 1975. Erst mit der EinfÃ? des epochalen Konzepts der "Postmoderne" wurde die ModernitÃ?t als eine geschlossene Geschichtsepoche (wie die AltertÃ?merei oder das vorangegangene Mittelalter) begriffen.

Postmoderne " hat sich vor allem in der Baukunst als Begriff des Stils etabliert. Die spirituellen Fundamente der Modernität werden von Lyotard und anderen Theoretikern als unerschütterlicher Glaube an die immer detailliertere Verständlichkeit der Materie und die schrittweise Herangehensweise an perfektes Wissen beschrieben. Darin liegt der Grund für die Notwendigkeit, die Postmoderne als bewußten Abbruch der Modernität zu deuten.

Der Postmoderne wird nicht nur der Glaube an den Fortschritt der Modernität, sondern auch die Tatsache, dass es eine nachvollziehbare objektive Wirklichkeit gibt, verworfen. Die postmoderne Lehre und die postmoderne Kunst setzt voraus, dass alles Wissen, jede Vorstellung und jeder Bewusstseinsund Existenzbereich der Relativitätstheorie unterworfen sind. In der Postmoderne ist ein Schlüsselwort "Pluralität". Der kleinste gemeinsame Nenner der postmodernen Theorien und Ästhetiken könnte daher die Anerkennung der Diversität und die Ablehnung des Strebens der Modernität nach Innovation sein.

Die Sehnsucht der Modernität, immer wieder etwas Neuartiges zu erschaffen, und die dafür eingesetzten Mittel werden von der Postmoderne als automatisch, eingerichtet und veraltet angesehen. Das Prinzip, dass nichts Neuartiges geschaffen werden kann, macht die Verwendung von Zitate zu einem essentiellen Stilmittel der postmodernen Kunst. Der Anspruch auf Transparenz des Kunstbegriffes und des individuellen Kunstwerks bietet fast grenzenlose Möglichkeiten:

Postmoderne eröffnet eine Vielzahl von neuen Formen des Ausdrucks, indem sie Genregrenzen überschreitet. In der Postmoderne kommt oft die Kollage zum Einsatz. In der Postmoderne ist dieser zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert für die dadaistischen Aufkleber geprägt. Schriftsteller wie Umberto Eco ("Der Rosenname "), Architektinnen und Designer wie Friedensreich Hundertwasserhaus (Wien) und Kunstschaffende wie Keith Haring bemühen sich, mit ihren Arbeiten die Lücke zwischen dem elitären Verständnis von Kunst und Massekultur zu schließen - auch das ist ein essentieller Teil der postmodernen Aesthetik.

Zahlreiche postmoderne Arbeiten, insbesondere im performativen Kunstbereich, wollen nicht als perfektes Resultat, sondern als experimentelle Anordnung begriffen werden. Typischerweise ist die Postmoderne auch die Konzipierung von Triologien oder Sendungen. Die Bezeichnung geht auf den französichen Denker Jacques Derrida zurück. Die postmoderne Kunst erweitert dies auf die Bedeutungen von Symbolen und Kodierungen, die wir mit unseren Sehgewohnheiten mit bestimmten Bedeutungskontexten verbinden.

Die postmoderne Fachliteratur zeichnet sich unter anderem durch einen reflexiven Umgang mit dem Bestehenden in Gestalt von Zitat und Anspielung und dem Spielen mit Literaturgattungen aus. Umberto Ecos " Der wohl berühmteste postmoderne Autor ist der "Name der Rose". Zahlreiche historische, literarische und kunsthistorische Hinweise und Verweise machen das Werk zu einem Lehrroman oder gar einem Literaturquiz.

Als letzte Folge schreibt eine Maschinerie den Schriftzug, wie die "Landsberger Poesiemaschine" von Hans Magnus Enzensberger (Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall). Charles Jencks brachte in der architektonischen Diskussion um die Jahrhundertwende den Terminus "Postmoderne" ein. Die postmoderne Diskussion erreicht damit zum ersten Mal die Allgemeinheit. Zu dieser Zeit hatten sich die Stilelemente der postmodernen Baukunst bereits deutlich entwickelt.

Gefragt war eine demokratisch und kommunikativ ausgerichtete Formensprache, deren ästhetische Gestaltung sich nicht nur an der Funktionalität, sondern auch an der Bedeutung ausrichtet. Derartige historische Bauwerke prägten die postmoderne Baukunst, die von Beginn an durch Zitate geprägt war. Die Bandbreite der Postmoderne entwickelte sich vor allem in den Museumsbauten der 1980er und 1990er Jahre.

Als ein erfolgreiches und typisches Ergebnis der Postmoderne wird neben Hans Holleins Musée Abteiberg (Mönchengladbach) die Stuttgarter Staats-Galerie von James Stirling angesehen. Im Stirling-Design verbinden sich die zahlreichen Anklänge an geschichtsträchtige Bauwerke - von Ägypten bis zur Klassik - mit den Farbtönen der Pop-Kultur und den typischen regionalen Werkstoffen des Sandsteins und Sandsteins.

Anstelle von meditativen Kunstkontemplationen sind Stagings angesagt, auch die Inszenierung der eigentlichen Baukunst wird mit erstaunlichen Ansichten und Theatereffekten unterlegt. Die ersten öffentlichen Besuche erfolgen immer öfter schon vor dem Aufhängen der Fotos, um die Baukunst erlebbar zu machen. Auch wenn sich der Deconstruktivismus oft als Antiarchitektur versteht und manchmal gar das Wegfallen der Baukunst verbreitet, macht die bildhauerische Wertigkeit der Bauten von Architektinnen wie z. B. Za Hadid (Feuerwache, Weil am Rhein), Daniel Libeskind (Jüdisches Museum, Berlin) und Frank O. Gehry (Guggenheimuseum, Bilbao) das Haus selbst zu einem Prunkstück.

Der Begriff "Postmoderne" wird von vielen Wissenschaftlern und Kunstschaffenden, insbesondere im Kunstbereich, angesichts des weiten Ausdrucksspektrums zurückgewiesen. Aber auch die Ablehnung des Innovationsglaubens der Modernität ist eine der Grundvoraussetzungen für die postmoderne Kunst. Postmoderne steht in Verbindung mit kunsthistorischen Kategorisierungen, die von der Modernität verworfen wurden, wie z. B. narrativen und mythologischen Gebilden.

Dies fängt mit Andy Warhol' Darstellung von Symbolen des zwanzigsten Jahrhundert an, von Elvis bis Jackie O. Die Pop Art markierte ihren Durchbruch mit der Modernität in den 1950er Jahren, indem sie sich von der abstrakten Kunst verabschiedete. Die bildenden Künste betonten in den 70er Jahren wie die damalige Baukunst die Wichtigkeit von sinnlichen, emotionalen und traditionellen Aspekten gegenüber Theorien und Konzeption.

Kennzeichnend für die Zeit sind zwei Maler, deren Arbeiten die ästhetische Seite der Subkultur und der Massekultur einbeziehen: Mit der provokanten Alltäglichkeit seiner Untertanen machte sich Jeff Koons in den frühen Neunzigern einen Namen. Der Anspruch der Postmoderne an Pluralität, Objektivität, Abkehr vom Abstrakten, Einbindung der Medien, Verschwimmen der Genregrenzen und Annahme des Zitates als künstlerisches Medium hat der Kunst- und Museums-Landschaft Farben und Bewegungen beschert.

Durch postmoderne Strömungen kann die letztendliche Erkenntnis der Photographie und des Filmes als Kunstmedium in Betracht gezogen werden.

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