Preise für Gemälde

Die Preise für Gemälde

Christie's erlebte dasselbe mit dem Gemälde "Mann mit rotem Vollbart". So entstand ein hochwertiges Bild - ein Bild muss auf Leinwand gemalt werden? Unter dem Preis eines Kunstwerks verstehen wir immer den Preis, den der Sammler oder der Käufer bezahlt. Die Preisdatenbanken bieten schnellen Zugriff auf alle wichtigen Auktionsergebnisse. Eine Arbeit eines Hobbymalers hat nie einen höheren Preis erreicht.

Picasso -Gemälde: Warum Superreichen bezahlen Millions - Culture

Fast 180 Mio. Euro für ein Picasso-Gemälde - haben die Milliardärinnen den Kopf komplett verliert? Nein, denn sie schafft Ansehen. Der Kunstparkplatz ist ein unauffälliger Platz für wenig Geld. Was? Der 12-minütige Bieterkrieg ging zu einem unglaublichen Wert von 179,4$ zu Ende. Soviel war ein bisher nicht bekannter Kunde für die "O"-Version des Picasso-Bildes "Les femmes d'Alger" aufkommen.

Im Jahr 1956 hatten die beiden Amerikaner Victor und Sally Ganz von Picassos Galeristen Daniel Kahnweiler zwölf Exemplare desselben Bildes erworben. Damals lag der Verkaufspreis bei 212 500 Dollars. Eine davon wurde 1997 ersteigert, die 1955er Variante "O" - für 32 Mio. Euro. Das Gemälde war am Montag Abend wieder zu verkaufen. Noch vor anderthalb Jahren wurde ein neuer Rekordwert für das kostspieligste versteigerte Bild aufgestellt: 142,4 Mio. Euro für das Tryptichon "Three Studies of Lucian Freud" von Francis Bacon.

Christie's hatte am Montagabend einen Gesamtumsatz von 705,9 m$. Inwiefern sind diese Preise zu verstehen? Der ungebrochene Aufschwung auf dem Markt der Künste hat ganz konkrete Anlässe. Zum einen die stetig wachsende Anzahl der Überreichen. Zumindest so verführerisch wie Louis-Vuitton Koffer oder Mercedes-Limousinen ist die Malerei aus Europa und den USA.

Daß die Preise auf diese Weise in die Höhe schnellen, ist daher in erster Linie eine Konsequenz der gestiegenen Marktnachfrage und des begrenzten Angebots. Dies ist oft der Anlass, warum sich die Reichen für solche Werke begeistern. Mit 180 Mio. bekommt man etwas, wofür man nicht wirklich zahlen kann: das Kunstwerk einer kunsthistorischen Idylle, etwas ganz Unverkennbares, Einmaliges, Edles.

Umso teurer der Betrag, umso offenkundiger der Gegensatz zwischen der Menge und einem kleinen, nicht notwendigerweise schön gemalten Leinwandstück, umso deutlicher wird diese ideologische Eigenschaft untermauert. Die Preise steigen also weiter. Nicht nur, dass es immer mehr sehr wohlhabende Menschen gibt, auch ihr Kunstinteresse wächst. Vor allem aber wird sie als alternative Geldanlage immer interessanter.

Und das nicht nur, weil der seit Jahren boomende Kunstmarkt - auch die Wirtschaftskrise könnte ihm kaum schaden - zunehmend als billiger und unauffälliger Geldparkplatz aufgedeckt wird. Da im Rahmen des Kampfes gegen den Terror die internationale Geldmenge zunehmend untersucht wird, da es schwieriger geworden ist, Steuerlücken und Offshore-Banken zu entdecken, in denen man sein eigenes Kapital anlegen kann, stellt sich die Frage der Gegenseitigkeit.

Anstelle von Depots oder Depots wird das Guthaben in Zollfreilager in Genf, Luxemburg oder Singapur gelagert, die sich zunehmend von Rangierbahnhöfen in Bunker für Wertgegenstände verwandeln, die niemand vorfindet. Das Gemälde von Picasso wird heute und morgen in vielen tausend Tageszeitungen auf der ganzen Erde zu finden sein. Und dann wird es wahrscheinlich für lange Zeit untergehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema